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> Pressespiegel > Bericht: SÜDKURIER, 08. Mai 2017

 Bastionen der Bildungsvielfalt

Berufliche Schulen werben im Gemeinderat - Vorhadenes nutzen statt neue Oberstufe schaffen

Der Auftritt der drei Rektoren vor dem Ausschuss für Bildung und Kultur hatte Symbolkraft. Gemeinsam stellten Liliane Frank (Justus-von-Liebig-Schule), Günter Reichle (Constantin-Vanotti-Schule) und Stefan Wunder (Jörg-Zürn-Gewerbeschule) das vielfältige Angebot der vom Landkreis getragenen beruflichen Schulen vor – von der allgemeinen Hochschulreife mit fünf verschiedenen Schwerpunkten (Wirtschaft, Technik, Gesundheits- und Sozialwissenschaft sowie Biotechnologie) über die Fachhochschulreife und die Berufskollegs bis hin zu den klassischen berufsbegleitenden oder beruflichen Ausbildungen des hoch geschätzten dualen Systems.

Stefan Wunder gab einen Überblick in Zahlen zu den drei Schulen des Kreises, an denen 180 Lehrer in rund 3200 Stunden pro Woche mehr 2100 Schülern aus der ganzen Region unterrichten. Danach vergeben sie jährlich 350 Abschlüsse mit Hochschulzugangsberechtigung, darunter 220 mal das Abitur. Nicht nur Fachschulreife und berufliche Ausbildungen kommen dazu, auch zur Integration junger geflüchteter Menschen leisten die Schulen einen wichtigen Beitrag. Oberbürgermeister Jan Zeitler erkannte hier "eine unglaubliche Vielfalt" und "ein Angebot, das es besser kaum geben könnte".

Frank, Reichle und Wunder empfahlen ihre Schulen als erfolgreiche Wege zum Abitur für all jene Gymnasiasten, die sich dafür weiterhin neun Jahre Zeit lassen wollen, aber auch für die Absolventen der Real- und Gemeinschaftsschule, die die Hochschulreife anstrebten. "Wir sind eigentlich die Oberstufe für die Gemeinschaftsschule", betont Stefan Wunder: "Denn dort sind ja vor allem die Schüler der Werkrealschule und Realschule, die wir jetzt auch schon haben." Ihnen böten die beruflichen Schulen mit ihrem Angebot schon jetzt viele Abschlüsse an. "Wir haben keine Probleme, dies auch von den Kapazitäten her zu schaffen." Mit der vorhandenen Ausstattungen und der pädagogischen Kompetenz hätten die Schulen "einen Umfang und eine Qualität zu bieten, die Sie so schnell nicht aus dem Boden stampfen können", sagte Wunder.

Als Schulträger habe der Landkreis seinen Schulen "eine sehr gute Ausstattung gewährt", bekräftigte Liliane Frank. "Warum sollte man daher für etwas, das sich bewährt hat, noch einmal dasselbe Geld ausgeben?", fragte sie rhetorisch. "Denken Sie nur an die Naturwissenschaften." Viele teure Investitionen könne sich die Stadt hier sparen. Es gehe doch hier nicht um "eine Profilierung der einzelnen Gemeinden, sondern um die Zukunft unserer jungen Leute", betonte Frank.

"Wir sind seit vielen Jahren bewährt für unsere Berufsorientierung und Berufsvorbereitung", sekundierte Günter Reichle: "Das ist das, was wir der Gemeinschaftsschule entgegensetzen können." Viele Überlinger, die inzwischen in führenden Positionen seien, hätten an den beruflichen Gymnasien Abitur gemacht. "Jeder Schüler kann hier seinen Ausbildungsweg finden", war OB Zeitler am Ende überzeugt.

   

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"Wir sind eigentlich die Oberstufe für die Gemeinschaftsschule."

Stefan Wunder, Rektor der Jörg-Zürn-Gewerbeschule

  

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"In der beruflichen Orientierung haben sich unsere Schulen bewährt."

Günter Reichle, Rektor der Constantin-Vanotti-Schule

bsz gemeinderat1 8.5.17Die Jörg-Zürn-Gewerbeschule: 698 Schüler, 58 Lehrer, 1105 Unterrichtstunden pro Woche.
Bilder: Hanspeter Walter

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Die Constantin-Vanotti-Schule: 789 Schüler, 64 Lehrer, 1032 Unterrichtsstunden pro Woche
    
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Die Justus-von-Liebig-Schule: 668 Schüler, 60 Lehrer, 980 Unterrichtsstunden pro Woche
   
bsz gemeinderat frank 8.5.17
"Es geht nicht um die Profilierung, sondern um die Zukunft der jungen Leute."

Liliane Frank, Rektorin der Justus-von-Liebig-Schule
  
 Hanspeter Walter, Südkurier Überlingen, 08.05.17 nach oben