Schuljahr 2018/19

2-6.12.18 FairTrade-Nikolaus Verkauf

Dieses Jahr wurden von den Schülern der UNESCO-AG und der "Japan-AG" Kärtchen zum Verschenken von insgesamt 65 FairTrade-Nikoläusen an Mitschüler und Lehrer verkauft.

Das unabhängige Fairtrade-Siegel zeichnet die Schokoladen-Nikolause aus und gibt Ihnen die Sicherheit, dass die internationalen Standards für den Fairen Handel erfüllt sind. Die Erlöse aus dem Verkauf kommen u.a. der Bischöflichen Aktion Adveniat zu Gute, die es für Kinder- und Jugendprojekte in Lateinamerika verwendet. Am meisten "Nikoläuse" wurden im Berufskolleg Biologie Klasse 2BKBI-B1 verschenkt - hilfreich und edel- wie der heilige St. Nikolaus von Myra

 

10. - 25.7.18 Begegnungen für den Frieden. Schüler pflegen Soldatenfriedhöfe in Mazedonien

Dieses Jahr wurden im Rahmen einer internationalen Jugendbegegnung Soldatenfriedhöfe von 20 Schüler*innen erstmals in Mazedonien gepflegt.

Zum 25. Mal waren Schüler der Jörg-Zürn-Gewerbeschule für zwei Wochen in ein osteuropäisches Land gereist, um sich mit der Geschichte vor Ort auseinanderzusetzen und an einem Projekt mitzuwirken. Dieses Mal pflegten 17 Jungen und drei Mädchen im Rahmen einer internationalen Jugendbegegnung Soldatenfriedhöfe in Mazedonien. Mit dabei waren Schüler des Technischen Gymnasiums, der einjährigen Berufsfachschule Holz und des Biologisch-Technischen Berufskollegs. Die zweiwöchige Aktion erfolgte wie in den Vorjahren in Zusammenarbeit mit dem Landesverband Baden-Württemberg des Volksbunds Deutscher Kriegsgräberfürsorge. Die Aktion wurde finanziell unterstützt durch den Volksbund Deutscher Kriegsgräberfürsorge, dem Verein "Goldbacher Stollen" und den Förderverein der Schule.

 

9.7.18 Besuch der Edith-Stein-Schule Ravensburg

Im Rahmen des Gegenbesuchs (siehe 7.3.18 ) unserer benachbarten UNESCO Schule besuchte uns eine Delegation von 3 Schülern der 2BFP1 (Mehmet Bezkurt, Lazkin Habo und Addulrahaman Mohamad) zusammen mit Herrn Joenson, um sich mit unserer UNESCO Arbeit auseinanderzusetzen und persönliche Begegnungen zu ermöglichen. Nach einer Schulführung informierte die UNESCO AG wie sie in einer Projektarbeit Bakterien aus dem Darm von Wachmotten isolieren, welche in der Lage sind, Kunststoffe zu verdauen. Eine hochaktuelle Versuchsanordnung zu einem großen Umweltproblem. Ein Link zu einem dieser Videos ist hier

21.6.18: UNESCO-Projekttag "Nachhaltigkeit"

Brennpunkt Zukunft - Agenda 2030 heißt das offizielle Thema des 12. internationalen Projekttages der dt. UNESCO-Schulen.

Vier Wochen lang wurden alle Schüler*innen aufgefordert sich mit den 17 Entwicklungszielen der UNO zu beschäftigen. Nachhaltigkeit ist, dass wir heute das tun, was morgen selbstverständlich ist, um gut leben zu können. So wurden am 21.6. von 11:30 - 13 Uhr viele zukunftsfähige Schülerprojekte ausgestellt und vorgetragen:Plastik in Weltmeeren, Plastikfressende Insekten, effektive Mikroorganismen, Coca-Cola Inhaltsstoffe, Kraftstoffe aus Algen, Photovoltaik und Energiespeicher. Angeregt von den Lehrerinnen Fr. Kurtsiefer und Fr. Ahmad präsentierten Metall- und Kfz-Berufschüler und die 1BK-Technik viele Beiträge zu energiesparende Autotechnik, Leitungswasser/Flaschenwasser, Fairtrade, sowie Schülerumfragen zur Nachhaltigkeit. Eine Müllpyramide aus Plastikmüll wurde von der Migrantenklasse VABO-2 gebastelt. Die Schüler der UNESCO-AG bewirteten mit vegetatirischem Grillgut, Salaten und Getränken. Der Reinerlös von 50 Euro wurde an die NGO "Arzte ohne Grenzen" gespendet.

 

22.3.2018: Vortrag und Diskussion über Glyphosat -Vom Wundermittel zur Gefahr

Zum Weltwassertag der Vereinten Nationen organisierte die UNESCO-AG zusammen mit dem Berufskolleg Biologie und der Bürgerinitiative Wasserkarawane einen Vortrag mit Nico DaVinci, einem Autor, Journalist und Aktivist. Um 13:15 waren alle 120 Stühle im Musiksaal besetzt und fast alle Schüler des BTA-Kollegs, die 12. und 13. Klasse des Biotechnologischen Gymnasiums der Justus-von-Liebig-Schule sowie interessierte Lehrkräfte und auswärtige Gäste anwesend. Nico DaVinci erklärte, dass man Glyphosat in Flüssen, Seen und teilweise in Trinkwasser findet, sowie in erheblichen Maße in bestimmten Lebensmittel, sodass es im Urin in mehr als 70% der dt. Bevölkerung nachweisbar ist. Er erklärte die antibiotische, teratogene und möglicherweise karzinogene Nebenwirkungen von Glyphosat, und sprach sich dafür aus, auf das Herbizid in der Landwirtschaft zu verzichten und naturnahe, biologische Lösungen zu nutzen. Die einstündige rege Diskussion mit vielen Fragen zeigte, wie sehr sich Schüler/innen für die Themen Natur und Gesundheit begeistern lassen.

7.3.18: Treff an der Edith-Stein-Schule in Ravensburg unsere "Nachbar-UNESO-Schule"

Besser vernetzt - war das Motto, damit sich aktive Schüler der beiden UNESCO-Schulen kennenlernen, und sich über Aktivitäten austauschen. Die Schüler der UNESCO-AG der JZGS (Yanal Soud, Fabian Schneider, Jakob Oeschey, Maurice Lauterjung, Felix Fischer, Fernando Figueroa de la Pena) trafen 6 Schüler/innen an der Edith-Stein-Schule zusammen mit den Lehrern Herr Gött (Üb), Herr Jönsson (Rv) und Frau Selg (Rv). Ein Anfang - um z.B. über die 17 Nachhaltigkeitsziele zu reden und Aktionen vorzubereiten.

Fair-Trade Nikolaus-Aktion und Weihnachtskaffee

Anfang Dezember verkauften Schüler der UNESCO-AG im Schulhaus Schokoladen-Nikoläuse aus fairem Handel und machten so deutlich, dass der Anbau von Kakao viel zu schlecht bezahlt ist und Kinder zur Feldarbeit eingesetzt werden, statt zur Schule zu gehen. Zudem ist biologischer Anbau etwas teurer - langfristig jedoch nachhaltiger. Auf dem Weihnachtscafé der SMV wurden Pizza und Sandwich - mit biologischen und FairTrade-Zutaten hergestellt-verkauft. Die Einnahmen von 100 € aus den Aktionen wurden dem Kinderheim Wairika in Uganda zur Verfügung gestellt, welches Frau Agnes Langlois finanziell unterstützt.

 

Schuljahr 2017/18

Amnesty International Briefmarathon "Schreib für die Freiheit" im Dezember 2017

Zum Tag der Menschenrechte startete die UNESCO-AG eine Briefaktion an der Schule um politische Gefangene und Menschenrechtsaktivisten durch Briefe an staatliche Stellen deren Freiheit zu fordern. Es wurden insgesamt 90 Briefe in die Länder Türkei, Tschad, Finnland, Jamaika und China. Dadurch werden Menschenleben gerettet und der Druck auf die Staaten erhöht, die Inhaftierten vorzeitig zu entlassen.

Schüleraustausch in Ufa, Russland (Baschkirien), 29.Sept.-9.Okt. 2017

zum Thema "Tourismus, Ökologie und Sport", gefördert vom Land BaWü und dem Förderverein der Schule, besuchten 11 Schüler/innen des Technischen Gymnasiums und des Berufskollegs für biologisch-technische Assistenten zusammen mit den Lehrern Patrick Schillinger und Peter Gött das UNESCO-Gymnasium Nr. 39 in Ufa, einer Millionenstadt am Ural, zu der die Schule seit dem Flugzeugunglück 2002 Beziehungen pflegt. Die Schüler/innen kannten ihre Gastgeber bereits vom Austausch im Mai in Überlingen. Der Empfang bei den Gastgeberfamilien und die Gastfreundschaft war dennoch wie in den Jahren zuvor überwältigend. In mehreren Unterrichtsstunden, die in englischer Sprache gemeinsam mit den Gastschülern stattfanden, widmeten sich die Schüler/innen dem Phänomen des globalen Tourismus, einschließlich der Frage nach Motiven, Reisezielen und Sinn. Eine Einführung in chinesische Lebensweise inklusive Teezeremonie und Tai Chi Übungen wurden begeistert angenommen. Die russische Art zu leben wurde uns in einem 30 km entfernten Dorf nahegebracht. Dort demonstrierten Schülerinnen den traditonellen russischen Volkstanz und das Schneiden und Einlegen von Weisskohl. In einem Park lernten wir das nomadische Leben der Baschkiren im 18. Jahrhundert kennen. Zurück im Tourismus der Gegenwart, bot der Kinofilm „The Secret Life of Walter Mitty" einen Einstieg in die Diskussion mit zwei russischen Globetrotter, die über ihre Erfahrungen in russischen Wäldern und auf dem Jakobsweg in Portugal berichteten. Intensiv wurden auch die ökologischen Folgen der Globalisierung diskutiert. Am Beispiel der Verschmutzung der Weltmeere durch Plastik und der weltweiten Müllprobleme wurden Lösungsmöglichkeiten in gemischtsprachigen Gruppen im Unterricht präsentiert. Als Lohn der Mühe wurden uns zwei ansprechend gestaltete Urkunden von Staatssekretäten aus dem Umwelt- und Bildungsministerium überreicht, die offenbar "extra wegen uns" das Gymnasium besuchten. Im Sportunterricht und vielen Volleyballspielen erlebten wir Konkurrenzdenken und Kooperation hautnah. Ein weiteres Highlight war das erstklassige Eishockeyspiel in der ausverkauften Arena in Ufa zu dem wir eingeladen wurden. Leider verlor das Team „Salawat" aus Ufa mit 1:6 gegen das Team des führenden Nationalligisten St. Petersburg. Darüberhinaus bastelten wir in spielerisch-gestaltenden Stunden Glücks-Armbänder und -Säckchen aus Jute. Was bleibt ist die Freundschaft zwischen deutschen und russischen Jugendlichen mit der Erinnerung an viele lustige Szenen, die in Bildern und Videos festgehalten wurden.

 

Schuljahr 2016/17

Kriegsgräberpflege in Bulgarien, 12.-26. Juli 2017

Seit 21 Jahren fahren Schüler am Ende des Schuljahres für 2 Wochen in osteuropäische Länder. Dieses Jahr wurden im Rahmen einer internationalen Jugendbegegnung Soldatenfriedhöfe von 21 Schüler*innen in Bulgarien gepflegt. Die Aktion wurde finanziell unterstützt durch den Volksbund Deutscher Kriegsgräberfürsorge und den Förderverein der Schule. Gemeinsam mit jeweils fünf Schülern der Partnerschule aus Varna am Schwarzen Meer und aus Sandanski in Südwestbulgarien und den Lehrern Hubert Gobs, Ralf Hübner, Anita Mess und Markus Allgeier wurden deutsche Soldatenfriedhöfe in Marino Pole, Petrisch und Sandanski sowie ein Fliegergrab in Roschen renoviert und gepflegt. Die Gruppe besuchte die griechische Gedenkstätte Kerdyllia, wo die SS im Zweiten Weltkrieg die männliche Bevölkerung im Alter zwischen 15 und 65 Jahren erschießen ließ. Gewandert wurde auf dem von der Jörg-Zürn-Schule im Jahr 2000 angelegten internationalen Friedenspfad im Pirin-Gebirge, auf dem verwitterte Wegweiser erneuert und ausgetauscht wurden. Bei der Abschlussveranstaltung auf dem Soldatenfriedhof in Sandanski würdigte der Bürgermeister, Herr Koteo, die geleistete Arbeit.

 

UNESCO-Sommercafé 20. Juli

Auf dem Schulhof vor dem Neubau wurde Essen und Trinken für alle Schüler und Lehrer angeboten - regional - biologisch - fairtrade. Es gab Kaffee, Kuchen, Salziges, Shakes, Smoothies, Musik. Auch Fair-Trade T-Shirts aus biologischer Baumwolle wurden angeboten. Eine Poster-Ausstellung über die Produktionsbedingungen von Textilien und den Einsturz einer Fabrik in Bangladesh wurde von der UNESCO-AG zeigte die Notwendigkeit der nachhaltigen Veränderung unseres Konsums.

 

UNESCO-Schüleraustausch von 29.4. bis 8.5.2017 Motto „Play, learn and act together“

Sieben Schülerinnen, vier Schüler und ihre Deutschlehrerin Polina Sakhanevich vom Gymnasium 39 in Ufa, aus der russischen Republik Baschkortostan, waren zu Gast bei elf Schülern aus dem TG und dem 2BKBI. Organisiert und begleitet wurde der Austausch durch die Lehrkräfte Peter Gött, Monika Kurtsiefer und Patrick Schillinger. Es ist bereits der dritte gegenseitige Schüleraustausch der beiden UNESCO-Projektschulen. In den Jahren 2012/13 und 2015 fanden die gegenseitigen Begegnungen unter den Projekttiteln „Die Welt im Wassertropfen“ und „Kunst verbindet“ statt. Diesmal ging es darum, dass die Gäste möglichst viel Zeit mit den Gastgeberschüler/innen verbrachten, so dass die Arbeits- und Freizeitphasen im gemeinsamen Handeln gestaltet wurden. Es waren spielerische Elemente wie Kennenlernenspiele (Vorstellungs-, Rollenspiele), musische Elemente (gemeinsames Erlernen von Liedern und tänzerischen Szenen), Aktivitäten wie der Besuch des Europaparks oder Proben und Aufführung des Theaterstücks, und zusätzlich Lernen im und außerhalb des Unterrichts (Besuch des Goldbacher Stollens, Unterricht in Russisch, Deutsch, Englisch, Mikrobiologie, Holzbau, Metallbau). Das erforderte von den Lehrkräften und Schüler/innen die Bereitschaft auf Verzicht bzw. Nachholen des Stoffes, sowie die Bereitschaft, den gemeinsamen Unterricht schüler- und handlungszentriert auszurichten und ihn auch von den Schülern in Eigenregie gestalten zu lassen. Der Besuch der Flugzeugabsturzstelle in Brachenreute mit Nadja Wintermeyer vom Verein „Brücke nach Ufa“ bewegte die Schüler außerordentlich, denn auch vom Gymnasium 39 Ufa verunglückten vor 15 Jahren drei Schüler – zudem war die Tragödie der Anfang einer Schulpartnerschaft. Das Theaterprojekt „Wo ist Heimat?“, eine unterhaltsame und ernste Spurensuche zum Thema Fremdsein, Heimweh und Integration fand am Ende der Begegnung vor 120 Schülern des Technischen Gymnasiums, der Berufsfachschule und den VABO-Migrantenklassen statt, und war der erfolgreiche Höhepunkt des gemeinsamen Probens. Das vom Theaterpädagogen Andreas Frey über das deutsche Einwanderungsgesetz geschriebene Stück beschreibt verschiedene Szenen am Flughafen, bei der Einreise nach Deutschland und im Unterricht einer Migrantenklasse. Es wurde mit deutschen, russischen und afrikanischen Schülern in drei Proben inszeniert. Im Vergleich zur Vorpremiere am Vortag vor den Eltern steigerten sich die Schüler/innen bei der Premiere noch einmal. Der langanhaltende Applaus und ein von den russischen Schülern vorgetragenes deutsches Liebeslied als Zugabe waren untrügliche Zeichen einer besonderen Zusammenarbeit deutscher und russischer Schüler. Die elf Schüler/innen der Jörg-Zürn-Gewerbeschule freuen sich schon auf die Begegnung in Ufa im Herbst von 29. September bis 9. Oktober.

 

Besuch des Abwasser-Ufersammlers in Überlingen am 22.3., dem Weltwassertag

Abwasser ist das Thema des UNESCO-Weltwassertags 2017. Die UNESCO-Schüler-AG und Schüler des BTA-Berufskollegs besuchten auf Einladung der örtlichen Bürgerinitiative "Wasserkarawane" die Hebeanlage am Ufersammler in Überlingen." Hygieneartikel (z.B. Feuchttücher) belasten die Pumpen der Abwasserhebeanlage" erklärte der Leiter der Anlage. Die Sorge um sauberes Wasser wird immer größer. Auch die Kläranlage Seefelden hat mit Zivilisationsrückständen wie Pestizide, Medikamente, Hormone und Antibiotika zu kämpfen. Eine Herausforderung für die nächste Generation, denn viele Gemeinden beziehen ihr Trinkwasser aus dem Bodensee.

 

Fair-Trade-Rosen zum Valentinstag verschenken

Eine Woche vor dem 14. Februar verkauften SchülerInnen über 100 Kärtchen unter dem Motto "Flower to the People is Power to the People" um befreundete SchülerInnen mit fair-gehandelten Rosen zu beschenken. Eine Win-Win-Kampagne: (Schul)Frendschaften pflegen und die Rosenpflücker in Afrika unterstützen!

 

Schüler protestieren gegen Folter und Zwangsprostitution

Guantanamo Bay auf der Münsterstraße zum Tag der Menschenrechte am Sa. , den 10.12.2016
Mit einer provokanten Aktion haben SchülerInnen der Jörg-Zürn-Gewerbeschule Überlingen in der Adventszeit demonstriert. Sie wollten auf Folter und Prostitution aufmerksam machen. Dafür trugen zwei Schüler orangefarbene Overalls mit schwarzen Kapuzen und Ketten an den Händen. Das ist die Häftlingskleidung der berüchtigten Guantanamo Bay, eines Gefangenenlagers der USA. Zwei Schülerinnen verkleideten sich als Prostituierte, wobei eine Gesichtshälfte unbeschminkt blieb, bzw. mit blauen Flecken gezeichnet war. Am Stand in der Münsterstraße gab es dazu Informationen. Ein Foto zeigt den nackten Rücken einer Frau, auf dem in schwarzer Farbe der Slogan "Not for Sale" (nicht käuflich) steht. Die Schüler hatten zum Thema Zwangsprostitution und Folter auch einen Fragebogen entwickelt. Eine Frage lautete zum Beispiel: Wie alt ist der größte Teil der Gewaltopfer in der Prostitution? Nicht alle Passanten, die am Stand stehen blieben, wussten darauf die richtige Antwort. Sie lautet jünger als 21 Jahre. In wie vielen Ländern wurde in den vergangenen fünf Jahren Folter registriert? Dies war eine weitere Frage, die von den meisten am Stand mit der Antwort "20 bis 70 Länder" beantwortet wurde. Kaum jemand hätte gedacht, dass es weltweit zwischen 131 und 176 Länder, in denen Menschen gefoltert werden. Insgesamt waren 10 Schüler*innen der UNESCO-AG, BTA-Auszubildende und TG-Schüler, Monika Kurtsiefer, die Leiterin der UNESCO-Schülerarbeitsgemeinschaft und Peter Gött, UNESCO-Schulkoordinator zusammen mit Erika Korn von Terre des Femmes für die Aktion verantwortlich. Erika Korn, die im Bodenseegebiet die Hilfsorganisation "Menschenrechte für Frauen" vertritt, lenkte den Fokus der Passanten auf das Projekt Florika in Bulgarien. Hier wird durch Aufklärungs- und Präventionsarbeit vor Ort versucht, jungen Frauen eine Perspektive zu schaffen und so zu verhindern, dass sie in die Prostitution abrutschen. Leo Sprengel, der als Häftling verkleidete Schüler, berichtete von Reaktionen der Passanten am Aktionsstand: "Ohne die Prostitution wäre doch die Dritte Welt schon längst verhungert und auch die Zwangsprostituierten hier schicken doch wenigstens Geld nach Hause", habe ihm ein Mann entgegengehalten. Gerade Statements wie dieses zeigten, wie notwendig ihre Aktion sei, waren sich die Schüler einig. Auch viel Betroffenheit hätten sie erlebt, aber auch sehr oft Resignation: "Ihr könnt damit doch nichts ändern." Elisa Raso erklärte, ihr sei es wichtig, den "Finger in die Wunde zu legen". Die 19-jährige Schülerin weiß, dass sich mit einer solchen Aktion die Tatsachen nicht aus der Welt schaffen lassen. "Vergewaltigung und Zwangsprostitution, aber auch Folter sind immer noch zeitgemäß, und dagegen wollen wir ein Zeichen setzen", erklärte sie. Mangelnde Bildung und Geldnot sowie Menschen, die diese Umstände hemmungslos ausnutzen, seien Hauptursachen dafür, dass sich viele junge Frauen für Geld verkaufen müssten, erklärte Elisa Raso. Die Schüler wollten mit ihrer Aktion Aufmerksamkeit schaffen und jenen eine Stimme geben, die keine haben. Klar wüssten sie alle, dass derartige Aktionen vorerst nichts daran ändern, dass Menschen gefoltert werden oder in der Zwangsprostitution landen, erklärte ein Schüler. Ihnen ginge es darum, Aufmerksamkeit auf jene Themen zu lenken, die in "unserer kleinen heilen Welt" so gerne übersehen würden. "Dafür holen wir uns hier heute kalte Füße", schloss Elisa Raso. Die Aktion wurde auch im Südkurier veröffentlicht.

 

Schuljahr 2015/16

Kriegsgräberpflege in der Slowakei, 14 Tage im Juli 2016

Bereits seit 1993 führt die Jörg Zürn Gewerbeschule in Kooperation mit dem Volksbund Deutsche Kriegsgräberfürsorge unter dem Motto „Arbeit für den Frieden“ Fahrten nach Osteuropa durch, um dort deutsche Soldatenfriedhöfe des 1. und 2. Weltkrieges zu pflegen. So führten diese Reisen u.a. schon nach Bulgarien, Baschkirien, Rumänien und Polen. In diesen Wochen leben und arbeiten die Jugendlichen aus unterschiedlichen Schularten gemeinsam mit Gleichgesinnten des jeweiligen Ziellandes eng zusammen, sie tauchen in die Sprache und Kultur des Landes ein, verbringen ihre Freizeit zusammen und nehmen an einem breitgefächerten Kultur-und Freizeitprogramm teil. Ob Burgen, Klöster, Kirchen, Museen, Höhlen, Floßfahrten oder Klettergarten – nichts wurde ausgelassen, um die Umgebung von Bardejov gemeinsam zu erkunden. Auch nicht die Besichtigung weiterer Soldatenfriedhöfe und der Besuch des Duklapasses, auf dem während des 2. Weltkrieges sehr schwere Kämpfe stattgefunden hatten, die mehr als 100000 Tote forderten. Tief berührt waren die Jugendlichen bei der Niederlegung eines Bouquets am Grab eines Mannes, dessen Tochter uns gebeten hatte, ihrem Vater diese Ehre zu erweisen. Auf den Friedhöfen hatten die Teilnehmer die Aufgabe, tonnenweise Erde zu verarbeiten, das Hochkreuz, das Friedhofstor und die Zäune abzuschleifen und zu streichen sowie widerspenstige, dornige Hecken zu stutzen. Schweißtreibende Arbeiten, die sich aber gelohnt haben, wie ihnen nicht nur von ihren deutschen und slovakischen Betreuern, sondern auch von Vertretern der Gemeinde Zborov bei der Abschlussveranstaltung mehrfach versichert wurde.

 

11. internationaler UNESCO-Projekttag am 26.4.2016

Entstanden als gemeinsame Netzwerkaktion aller UNESCO-Schulen und als Reaktion auf den GAU am 26.04.1986 in Tschernobyl, fand der 11. Projekttag genau 30 Jahre nach der Reaktorkatastrophe statt. „Schau hin! Misch dich ein!“ – war das Motto. Gut von ihren Lehrern vorbereitet trafen sich um 9:40 Uhr vier Klassen (TG, 2BkBi, 2BFS) zum Pro/Contra-Debattiererwettbewerb, und schickten jeweils zwei Schüler/innen ins Rennen. In der ersten Runde debattieren sie um die Legalisierung von Cannabis. Ob sie nun für oder dagegen argumentierten, entschied das Los kurz vorher. Da war gute Rhetorik und Flexibilität gefragt. Die Jurys, bestehend aus jeweils zwei Schüler/innen und einem Lehrer, stimmten in vier Durchgängen für die besten vier Schüler/innen, welche in der zweiten Runde um das Thema Atomkraft rangen. In die Endrunde kamen zwei Schüler der Biologisch-Technischen-Assistenten, Cedric Hoffmann und Jakob Steindl. Letzterer gewann beim Thema Todesstrafe. Alle Teilnehmer wurden von ihren Klassen gefeiert und bekamen Preise. Um 11 Uhr trafen sich alle Schüler der JZGS, einige SG-Schüler der JvLS und Gäste im Eingangsbereich der Kreissporthalle. Dort verkauften Schüler der 2BkBi-M1, der SMV und der UNESCO-Ag selbstgebackenen Kuchen und Laugenhörnchen sowie Getränke wie FairTrade-Kaffee und Bananenmilch, um Geld für den Bau einer Schule im Dorf Nanfumba in Uganda zu sammeln. Dieses Projekt organisierte die Schülerin Alina Bouard. Es kamen 170 Euro zusammen! Neben weiteren Schülerpostern über Afrika und Armut wurde die große Sonderausstellung „Flucht und Vertreibung“ des Volksbund Deutscher Kriegsgräberfürsorge e.V. präsentiert.

Das Hope Theatre Nairobi, mit acht Schauspieler/innen zeigte anschließend das Stück „Auf der Flucht“ mit Szenen zur Flucht, Verfolgung und Leben in Armut. Beginnend mit einem Vergleich zur europäischen Auswanderungsbewegung des 19. Jahrhunderts wurde schnell das Elend heutiger Boat People in Verbindung mit der europäischen Kolonisierung Afrikas gebracht. Sätze wie „Immer gibt es ein richtiges und ein falsches Land,“ “Hunger ist kein Delikt“ oder “Man flieht nicht, weil einem das Essen nicht schmeckt“ erschütterten und zeigten, wie sorglos wir den der Begriff „Wirtschaftsflüchtling“ benutzen. In den starken akrobatischen Einlagen der Tänzer kam jedoch die Energie und Kraft Afrikas zum Ausdruck. Mit Trommeln, Musik, Hüftschwung, Tanz und Bühnenfußball wurde das Publikum miteinbezogen.

Am Nachmittag las der deutsch-indische Autor Anant Kumar aus seinem neuen Roman „Berlin-Bombay“ vor ausgesuchten Klassen. In diesem Roman verknüpft Kumar das Thema Migration am Beispiel jüdischer Emigration im NS-Deutschland mit aktuellen interkulturellen Begegnungen.

Die Kosten für die Gage des Hope Theatre und der Lesung wurden freundlicherweise von den Oberschwäbischen Elektrizitätswerken (OEW) und der Volksbank Überlingen gedeckt, den Eigenanteil übernahm der Förderverein der Schule, der Rest wurde für die Dorfschule in Nanfumba gespendet. Der Schulleiter bedankte sich herzlich bei den Organisatoren Monika Kurtsiefer und Peter Gött, sowie Herrn Gobs für die Posterausstellung des VDK e.V., die noch bis Ende des Schuljahres im Neubau der Jörg-Zürn-Gewerbeschule zu sehen ist.

 

große Podiumsdiskussion "Asyl - ein Menschenrecht" am 10.12.2015 im Musiksaal

Annette Groth, MdB, Martin Hahn, MdL, Udo Pursche, Gemeinderat und lokaler Flüchtlingskoordinator, Andreas Hüve, Amnesty International, antworten auf Fragen der Schüler der UNESCO-AG. Viele Flüchtlinge kommen zu uns, weil elementare Menschenrechte in ihren Herkunftsländern verletzt werden, wie z.B. durch Krieg oder politischer Verfolgung. Die Hilfsbereitschaft der Deutschen scheint hier grenzenlos. Doch was ist mit den anderen Menschenrechten, wie das das Recht auf Bildung, Nahrung, Wohnung oder das Recht auf freie Meinungsäußerung? Brauchen Migranten, die bitterer Armut entfliehen auch unseren Schutz? Macht sich Europa/Deutschland/Baden-Württemberg mit der Wirtschaftspolitik vielleicht sogar mitschuldig an der „Flucht aus wirtschaftlichen Gründen“? Die Presse (Südkurier) berichtet ausführlich über die spannende Diskussion.

 

Fairtade-School:

Anfang Dezember verkaufen Schüler der UNESCO-AG im Schulhaus Schokoladen-Nikoläuse und Schokoladenriegel aus fairem Handel und machen auf unser Konsumverhalten durch Plakate aufmerksam. Immer noch wird der Anbau von Kakao und Kaffee viel zu schlecht bezahlt und es werden Kinder zur Feldarbeit eingesetzt statt zur Schule zu gehen. Zudem ist biologischer Anbau etwas teurer - langfristig jedoch nachhaltiger. Einen etwas höherer Preis können wir zahlen und helfen damit den Entwicklungsländern. Auch am Weihnachtscafe verkaufen die Schüler kulinarische Spezialitäten (Pizza, Falafel), die mit biologischen und FairTrade-Zutaten hergestellt wurden.

 

weitere Aktion zum Thema FairTrade:
- Valentinstag 14-15. Februar: Doppelt Freude schenken mit Kärtchen und FairTrade-Rosen.
- für unser JZGS-Schul-Shirt mit Logo verwenden wir zukünftig FairTrade-Textilien, welche aus biologisch angebauter Baumwolle hergestellt wurden (GOTS-Zertifikat).

"Cafe International" am Samstag 20. Februar, zum Tag der offenen Tür der beruflichen Schulen; "Wir sind stolz auf unsere Vielfalt und zeigen das". Lernen verbindet Schüler/innen unterschiedlicher Sozialisationen, Ethnien und Kulturen.