> Pressespiegel > Bericht: SÜDKURIER, 14. Oktober 2000
 

Jörg-Zürn-Gewerbeschule: Erweiterung ist abgeschlossen

Der Neubau der Überlinger Berufsschule wird heute eingeweiht

Überlingen (hk) Mit der heutigen offiziellen Einweihung des 13,5 Millionen Mark teuren Erweiterunsbaus den den neuen zusätzlichen Fachräumen im Werkstattgebäude der Jörg-Zürn-Gewerbeschule geht eine lange Durststrecke für die drei Überlinger Berufsschulen zu Ende, da eine Entflechtung in der Nutzung der Schulräume erfolgen kann: Nach Umbauten in der Constantin-Vanotti-Schule und er Justus-von-Liebig-Schule verfügen nun alle in ihrem Bereich über eigene Klassenzimmer.

Der dreigeschossige neue Klassentrakt der Jörg-Zürn-Gewerbeschule entspricht im Wesentlichen dem Bau der benachbarten Constantin-Vanotti-Schule.

Mit dem Erweiterungsbau hat die Jörg-Zürn-Gewerbeschule neben elf Klassenräumen, zwei Fachräumen für Computertechnik, Mehrzweck- und Musikraum sowie diversen Nebenräumen ein CNC-Bearbeitungszentrum Metall im Untergeschoss erhalten, "mit dem die notwendige Anpassung an den Stand der Technik in der Industrie und Handwerk vollzogen wird", wie der Landrat Siegfried Tann in seinem Grußwort schreibt. Der dreigeschossige Klassentrakt ist an die Constantin-Vanotti-Schule außer im Erdgeschoss baulich angebunden und entspricht im Wesentlichen dem Bau der benachbarten Schule.

An der Außenwand des Treppenhauses ist eine Kletterwand, die einmal alle Schulen Überlingens nutzen können, eingebaut worden. Sie ist rund zehn Meter hoch und fünf Meter breit und bietet auf 61 Quadratmeter Bewegungsfreiheit auf cremeweißer Kletterfläche mit Überhängen und bunten Klettergriffen. Die Wand hat eine Überdachung aus einer leichten Metallkonstruktion und eine im oberen Drittel vorgehängte Glasschürze als Witterungsschutz erhalten. Damit die sogenannte Boulderwandhöhe von 2,50 Meter in unbeaufsichtigten Zeiten nicht überklettert werden kann, hat die Wand einen entsprechenden abschließbaren Klappladen erhalten. Die Einweihung der Wand, die zu einem großen Teil über Sponsorengelder finanziert worden ist, wird zu einem späteren Zeitpunkt erfolgen.

Das hat der Werkstattbereich, der durch eine Aufstockung des vorhandenen Gebäudes erweitert worden ist, bereits hinter sich. Er ermöglicht mit einer zeitgemäßen CNC-Ausstattung eine optimale Ausbildung für Schreiner, Holzmechaniker und Glaser. Der verstorbene Oberbürgermeister Klaus Patzel hatte diesen Erweiterungsbau anlässlich der offiziellen Einweihung im Juli des vergangenen Jahres als "absolut imponierend und vorbildlich für die Überlinger Schullandschaft" bezeichnet. Neben einem neuen Werkraum verfügt die Gewebeschule dort über eine CNC-Maschine mit modernster Computertechnik: Mit dieser drei Tonnen schweren Maschine lassen sich alle Fräs- und Bohrarbeiten in Massivholz, Spanplatten und Kunststoff erledigen. Sie besitzt eine zehn PS starke Elektrofrässpindel mit automatischem Wechsler für zehn Werkzeuge und ein Bohraggregat mit einzeln aufrufbaren Bohrspindeln. Neu sind hier auch eineBritettieranlage, die abgesaugte Holzspäne um ein Vielfaches komprimieren kann, ein voll klimatisierter Spritzraum, ein Schleifraum mit einem Vakuumschleifspanntisch sowie ein Lackierraum.

Schulleiter Kurt Boch: "Mit dem Ergänzungsbau und den zusätzlichen Fachräumen im Werkstattgebäude präsentiert sich die Jörg-Zürn-Gewerbeschule als moderne Bildungseinrichtung. Das Ergebnis kann sich sehen lassen, ist aber für uns alle gleichzeitig Verpflichtung, nicht auf dem Erreichten auzuruhen"

Chronik des Erweiterungsbaus

1992 bis 1996: Klärung des Raumbedarfs durch betroffene Schulen, Schulträger und Oberschulamt

29.01.1996: Planungsauftrag des Kreistages an das Architekturbüro Kormann (Überlingen)

25.09.1996: Abgabe Staatsbeitraggesuch

17.10.1996: Erstellung eines Raumprogramms für einen Erweiterungsbau für die beruflichen Schulen durch das Oberschulamt Tübingen

27.05.1997: Zuschussbescheid Oberschulamt Tübingen

16.07.1997: Beschluss von Bauausschuss und Kreistag, die Planung in Angriff zu nehmen

Juli 97 bis Februar 98: Entwurfs- und Genehmigungsplanung

Sommer 97 bis Sommer 99: Ausführungsplanung

November 97: Beauftragung der notwendigen Ingenieurleistungen

23.02.1998: Abgabe des Baugesuchs

18.03.1998: Beauftragung des Architekturbüros Caduff in Überlingen mit der Bauleitung

30.06.1998: Baugenehmigung durch die Stadt Überlingen

02.09.1998: Spatenstich

30.04.1999: Richtfest und Grundsteinlegung

11.09.2000: Inbetriebnahme

14.10.2000: Einweihung

 
 
 

HOLGER KLEINSTÜCK, Südkurier Überlingen, 14.10.2000

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