> Pressespiegel > Bericht: SÜDKURIER; 17. Oktober 2000
 

Neubau zu einer runden Sache gemacht

Zur Eröffnung des Schulerweiterungsbaus an der Jörg-Zürn-Gewerbeschule -
"Berufliche Bildung sichert Zukunft"

Überlingen (fw) Als "Tag der Freude", bezeichnete Kurt Boch, Leiter der Jörg-Zürn-Gewerbeschule, die Einweihungsfeier des Erweiterungsbaues und die Aufstockung des Werkstattgebäudes für Holzbearbeitung an der Jörg-Zürn-Gewerbeschule (der SÜDKURIER berichtete gestern darüber). Boch zerlegte dabei das aus sechs Buchstaben bestehende Wort "Neubau" vom "Nun fertig" oder "nicht mehr beengt" über "E" für Einrichtung oder Erziehung bis zum "A" wie Angebot oder Abschluss und zuletzt "U" für Unterricht.

Kurt Boch, Leiter der Jörg-Zürn-
Gewerbeschule, befasste sich mit dem Wort "Neubau" zur Eröffnung der Schule.

Bild: Wieland

Boch setzte zum Danken den im Wort nicht vorhandenen Buchstaben "D" hinzu, der als vierter Buchstabe im Alphabet auch gut die vier Gebäude der Schule markiere - vom Altbau über die Werkstatt, den Holzschopf bis eben zum Neubau mit der postalischen Anschrift "Rauensteinstraße 17/D". Besonders dankte er Michael Sterk vom Landratsamt Bodenseekreis als Schulträger, denn er habe "mitentscheiden lassen" und so die "Zusammenarbeit zu einer runden Sache" gemacht. 

Ausgehend vom ersten Zeppelinflug vor 100 Jahren fragte der für die Berufsschulen im Oberschulamt Tübingen zuständige Abteilungsdirektor Josef Knoll, ob die berufliche Bildung zur Zukunftssicherung beitrage. Das wollte er bejaht wissen, wenn es dabei nach den Worten von Bundespräsident Johannes Rau um die Entwicklung der Persönlichkeit, die Teilhabe an der Gesellschaft und die Vorbereitung auf den Beruf gehe. Die lange Tradition des beruflichen Schulwesens in Deutschland sowie heutzutage intensive Absprache und Zusammenarbeit machten dies deutlich. Dennoch bestehe durch die Informationstechnologie auch die Gefahr des Einzelgängers und geringerer Kommunikation, die Knoll nach Soeren Kierkegaard als "Eindringen in die Sphäre des Anderen" und damit als Verständnis für den anderen verstanden wissen wollte. Der Lehrer müsse "weniger Vermittler als vielmehr Moderator" sein. Der Neubau biete einen "hervorragenden Rahmen für die pädagogische Arbeit".

Zahlreiche Gäste aus Politik, Schulwesen, Wirtschaft und Kirche nahmen an der Eröffnung des Schulerweiterungsbaus an der Jörg-Zürn-Gewerbeschule in Überlingen teil: (von rechts) Gerd August Strauch, evangelischer Pfarrer der Auferstehungsgemeinde; Kurt Boch, Leiter der Jörg-Zürn-Gewerbeschule; Bürgermeister Volkmar Weber; Bärbel Weber; Josef Knoll, Oberschulamt Tübingen; Ulrich Müller, Umwelt- und Verkehrsminister Baden-Württemberg; Siegfried Tann, Landrat; Susanne Abt, Leiterin der Justus-von-Liebig-Schule; Gerhard Krimmer, Leiter der Constantin-Vanotti-Schule.

Bild: Wieland

Bürgermeister Volkmar Weber gratulierte mit der Feststellung, dass durch den Neubau der Schulstandort Überlingen "ausgebaut und aufgewertet" worden sei. Die Investition werde sich auszahlen. Er verwies aus Sicht der Stadt auf den Neubau des Omnibusbahnhofes und den kommenden Haltepunkt "Überlingen-Mitte" und wollte, da Flächen zur Verfügung stünden, "weiteren Ausbauabsichten Tür und Tor geöffnet" sehen. In der Tat: Eine weitere Sport- und Mehrzweckhalle brennt den Schulen im Geviert - ob in Schulträgerschaft der Stadt (Gymnasium, Realschule) oder der Landkreises (Berufliche Schulen) - auf den Nägeln.

"Funktional und schön", was ihm so auch zu bestätigen ist, nannte Architekt Thomas Kormann den von ihm entworfenen Erweiterungsbau. Er erläuterte, wie sein Kollege Nils Kolberg für die Aufstockung des Werkstattgebäudes für die Holzverarbeitung, das planerische Vorgehen für das Gebäude und seiner baulichen und landschaftlichen Umgebung und für die Suche nach einem "Höchstmaß bei der Ausbeute an Programmfläche" in den vier Etagen (Unter-, Erd- und zwei Obergeschosse). 

Minister Ulrich Müller betonte in seinem Grußwort, dass das berufliche Schulwesen mit der Wirtschaft parallel gehen müsse. Dafür biete das neue Gebäude ein hervorragendes Angebot.

Franz Schnering von der Sektion Überlingen des Deutschen Alpenvereins erwähnte die Spende in Höhe von 10 000 Mark des Alpenvereins für die Kletterwand und wünschte "der Schule und den Kletterern viel Erfolg".

 
 
 

fw, Südkurier Überlingen, Dienstag, 17.10.2000

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