> Pressespiegel > Bericht: SeeWoche, 18. Oktober 2000
 

High-Tech-Region investiert in die Berufsschüler

Erweiterungsbau der Beruflichen Schulen Überlingen übergeben

Der 1.400 Quadratmeter große Erweiterungsbau der Beruflichen Schulen Überlingen ist am vergangenen Samstag feierlich eingeweiht worden. Zu dem feierlichen Akt im Gebäude der Jörg-Zürn-Gewerbeschule waren eine große Zahl von Festgästen ins Schulzentrum gekommen, unter ihnen Landrat Siegfried Tann, Josef Knoll als Vertreter des Oberschulamts, Überlingens Oberbürgermeister Volkmar Weber, einige Bürgermeister aus den Kreisgemeinden, Vertreter des Landratsamtes und er Beruflichen Schulen sowie Umwelt- und Verkehrsminister Ulrich Müller.

Mit dem Neubau habe der Kreis auf steigende Schülerzahlen reagiert, sagte Siegfried Tann. Der von Kreis und Land finanzierte Erweiterungsbau des Beruflichen Schulzentrums sei die steingewordenen Überzeugung, dass die Gesellschaft jungen Leuten beste Chancen bieten müsse, so der Landrat. Tann erinnerte am Samstag daran, dass die Lehrerschaft nicht von ihrem Erziehungsauftrag befreit sei. In diesem Zusammenhang lobte er besonders das außerunterrichtliche Engagement an den Beruflichen Schulen. Die Kosten für den Erweiterungsbau, zusätzliche Werkstatträume und weitere Umbauarbeiten beliefen sich in Überlingen auf 9,8 Millionen Mark. In den vergangenen zehn bis 20 Jahren habe der Bodenseekreis 50 Millionen Mark in den Bau von Schulen investiert, so Tann. Schulamtsvertreter Knoll sagte, die berufliche Bildung sei ein Beitrag zur Zukunftssicherung. Vor 100 Jahren sei der erste Zeppelin geflogen. Der Erfindergeist des Grafen sei ausschlaggebend dafür gewesen, dass in der Region technisch wegweisende Betriebe entstanden seien. An den Beruflichen Schulen würden heute neben Gemeinschaftskunde, Deutsch und Religion auch Einsichten in wirtschaftliche Zusammenhänge vermittelt. Weiter dazugekommen sei die EDV. Die Rolle des Lehrers habe sich gewandelt. Er sei heute nicht mehr Vermittler von Inhalten, sondern Moderator und Begleiter von individuellen Lernprozessen.

Oberbürgermeister Weber sieht durch den Erweiterungsbau den Schulstandort Überlingen aufgewertet. Die Investitionen in die Schulen und die Fortbildung würden sich auszahlen. 

Schulleiter Kurt Boch sagte: "Wir freuen uns über den bezogenen Erweiterungsbau und die Aufstockung der Werkstatt." Boch wies auf die Ausstattung der Schule mit vernetzten Computern hin, die alle von der Telekom (Aktion "Schulen ans Netz") bereitgestellte kostenlose Internetanschlüsse haben. Die zehn Meter hohe Kletterwand an der Außenseite des neuen Schulgebäudes werde von Sponsoren und dem Deutschen Alpenverein finanziert. Schüler des Wirtschaftsgymnasiums hätte sie im Rahmen eines Projektunterrichts gefunden. Boch wies darauf hin, dass an den Beruflichen Schulen diverse Abschlüsse bis hin zum Abitur möglich seinen. "Für viele Abschlüsse haben wir weitere Anschlüsse", so der Schulleiter.

Minister Müller hob darauf ab, dass Überlingen Teil einer technologisch führenden Region Deutschlands sei. Die Greencard sei nicht die Lösung für die Probleme. Für die junge Generation müssten Chancen geschaffen werden. "Der technologische Wandel bildet sich in dieser Schule ab", so Müller.

Der neue Baukörper hat eine angenehme Atmosphäre und ist baulich an die Constantin-Vanotti-Schule angeschlossen. Die Metallfassade im Treppenhaus und in dem Verbindungsteil ist weitgehend verglast. Die übrigen Fassaden sind Holz-Alu-Konstruktionen. An der Außenwand des dreigeschossigen Treppenhauses wurde die Kletterwand angebracht, die auch Schüler der städtischen Schulen mit benutzen können.

 
 
 

wak, SeeWoche Überlingen, Mittwoch, 18.10.2000

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