> Pressespiegel > Bericht: SÜDKURIER, 10. Juli 2001
 

Der Praxis auf der Spur

Seminarprojekt TG-Überlingen bei Firma Kneissler, Brüniertechnik realisiert

Deggenhausertal-Untersiggingen (jw) Unterricht am Samstag und dazu noch in einer Werkhalle - kann das gut gehen? Vorab gesagt: Ja.

Was in Projekten im zurückliegenden Halbjahr mit vorwissenschaftlicher Akribie erforscht und zusammengetragen wurde, konnten fünf Gymnasiasten in der  Produktionshalle der Firma  Kneissler Brüniertechnik vor Mitschülern, Lehrkräften und der Belegschaft der Firma Kneissler mit modernster Präsentationstechnik vorstellen.

Theorie, Praxis, Motivation und Ambiente bildeten hier eine gelungene Synthese. Oberstudienrat Dr. Paul Baur, Technisches Gymnasium Überlingen: "Die Schüler erlernten in Theorie und Praxis im Rahmen des Seminarkurses vorwissenschaftliches Arbeiten. Darüber bedienten sich die fünf Schüler der 12. Klasse des Technischen Gymnasiums modernster Präsentationstechnik."

Der ungewöhnliche Seminarraum der angehenden Studenten: Die helle, freundliche und propere Produktionshalle der Firma Kneissler Brüniertechnik im Gewerbegebiet Untersiggingen.

Wer mit überkommenen Vorstellungen von einer muffigen und düsteren Produktionshalle, in der mit gefährlichen und ätzenden Chemikalien gearbeitet wird, nach Deggenhausertal am, musste sich eines Besseren belehren lassen: Die Firma Kneissler Brüniertechnik, die sich auf Behandlung und Veredelung von Werkstückoberflächen spezialisiert hat, ist eine Vorzeigefirma in Sachen Umweltschutz.

Die vorgestellten Projekte der engagierten Gymnasiasten konnten sich sehen lassen: Sabine Rothmund beschäftigte sich mit der Gen-Technik, Florian Eckerle stellte vor, wie sich mittels Funktechnik Computer vernetzen lassen.  Sascha Kohl widmete sich der Beobachtungstechnik in der Astronomie und Markus Siller der Roboter-Technik.

Unterricht in der Werkhalle (v. li.): Kurt Boch, Markus Siller, Susan Ganzer, Tobias Furtwängler, Sascha Kohl, Sabrina Rothmund, Paul Baur, Florian Eckerle, Daniel Stecher und Geschäftsführer Firma Kneissler, Adolf Stecher.

Bild: Jauch

Ebenfalls mit dabei: Daniel Stecher, Sohn des Geschäftsführers der Firma Kneissler. In seinem 20-Minuten-Referat informierte Daniel Stecher über die Realisierung des betrieblichen Umweltschutzes in einer kleinen mittelständischen Firma.

Das firmeninterne Arbeiten nach den Grundsätzen des betrieblichen Umweltschutzes beschränkt sich nicht auf sogenannten Gefahrgutstoffe wie Chemikalien, bei der Firma Kneissler ist Umweltschutz in den gesamten Betriebsablauf einbezogen.

Daniel Stecher unterschied hierbei in seinem Referat nach Input (Stoffe, die hereinkommen, u.a. Abwasserbehandlungschemikalien, Entfettungs- und Beizchemikalien) und Output (Brünier- und Mangan-Phosphatierware, Gewerbeabfall sowie Schwefel- und  Kohlendioxyde).

Eine besondere Beachtung findet im Betrieb Kneissler die Abwasserbehandlung. Abwasser wird zunächst gesammelt und betriebsintern durch Neutralisationsfällung, Nitritentgiftung und Filtration gereinigt. Vor jeder Einleitung in die Kanalisation wird die Abwasserqualität überprüft und in einem Messtagebuch festgehalten.

 
 
 

iw, Südkurier, 10.07.2001

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