> Pressespiegel > Bericht: SÜDKURIER, 22. September 2001
 

Ausstellung appelliert an Friedfertigkeit

"Unteilbare Eine Welt" - Ausstellung auf zwei Etagen in der Jörg-Zürn-Gewerbeschule 
In Projekt eingebunden

Es waren ganz andere Themen, die in den Medien abgehandelt wurden, als sich die Jörg- Zürn-Gewerbeschule um die Wanderausstellung der Carl-Duisberg-Gesellschaft "Unteilbare Eine Welt" bemühte und zur Eröffnung H. Witecka und gleichzeitig den Regionalkoordinator der Unesco-Projektschulen in Baden-Württemberg, Peter Herrmann, eingeladen hatte. 

Jetzt herrschte durch den Terrorakt in den USA eine andere Grundstimmung. Der Repräsentant  der Carl-Duisberg-Gesellschaft stellte die Beziehung her zwischen dem Terror und dem Anliegen der Ausstellung: Auch wenn es keinerlei Rechtfertigung für Terrorakte gibt, vertrat er die Ansicht, dass es Chancen gibt, dem Terror Boden zu entziehen, wenn die Anliegen der Ausstellung ernst genommen werden und weltweit ein größeres Maß an Gerechtigkeit verwirklicht wird.

Dabei sollte den Schülern und Lehrern das Bewusstsein vermittelt werden, dass mehr soziale Gerechtigkeit und ökologische Nachhaltigkeit, wie es auch den Zielen der in Rio beschlossenen Agenda 21 entspricht, zwar einerseits eine Änderung der Lebens- und Konsumgewohnheiten erfordern, dass diese Änderungen aber unser Leben ganz und gar nicht unangenehm einschränken müssen. Als Beispiel verwies er auf den ersten Preis, der für ein zur Ausstellung gehöriges Kreuzworträtsel ausgesetzt ist: ein von Batterien und Steckdose
unabhängiges Radiogerät, das solar oder bei Nacht oder im Schatten mit einer Handkurbel betrieben werden kann. Der Appell lautet insbesondere für Schüler einer Gewerbeschule: "Weg von der Verschwendungsmentalität, hin in einer intelligenten Nutzung unserer Ressourcen und Entwicklung innovativer Technologien".

Zudem wurden die Schüler darüber informiert,  dass die Carl-Duisberg-Gesellschaft Arbeits- und Studienaufenthalte für Studierende und Berufstätige in Afrika, Asien und Lateinamerika vermittelt - eine interessante Perspektive in einer Welt unter dem Vorzeichen der Globalisierung.

H. Witecka nach seiner Ansprache zwischen Schulleiter Boch und Herrmann, umgeben von Schülern.

In seiner Rede betonte Peter Herrmann, dass dies  alles auch zu den erklärten Zielen von Unesco gehöre. Er versuche, den Schüler das Bewusstsein zu  vermitteln, dass der Titel "Unesco-Projektschule" zwar eine Auszeichnung, aber in erster Linie ein Anspruch ist, den es zu erfüllen gelte. 

Da das Schuljahr eben erst begonnen hat, hatten die meisten Schüler noch kaum etwas davon  mitbekommen, dass sie eine von neun anerkannten Unesco-Projektschulen in Baden-Württemberg besuchen, dass sie damit eingewoben sind in ein weltweites Netzwerk, das sich sowohl durch konkrete Begegnungen, aber auch durch das Internet in einem permanenten Kommunikationsprozess befindet. Damit sollen die Kulturen und Menschen auf der ganzen Welt einander näher gebracht werden.

Der Beifall der versammelten Schüler und Lehrer zeigte, auf welch großes Interesse die Ausführungen der beiden Redner stießen. Damit scheinen die besten Voraussetzungen für einen guten Erfolg der Ausstellung gegeben, die noch bis zum 5. Oktober auf zwei Etagen der Gewerbeschule zu besichtigen ist.

Es handelt sich dabei um acht ansprechende Stelltafeln zu den Themen: Unteilbare Eine Welt, Die  Menschen, Grundbedürfnisse, Die Umwelt, Wirtschaftsbeziehungen, Die internationale Verschuldung, Rüstung und Kriege, Die Menschenrechte. Bei Interesse wird gebeten, dass Besucher-Schulklassen beim Sekretariat der Gewerbeschule angemeldet werden.

 
 
 

Südkurier Überlingen, 22.09.2001

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