> Pressespiegel > Bericht: SÜDKURIER, 25. Januar 2002
 

Nur ein Quentchen Glück fehlte

Planspiel Börse: Überlinger "Hinsch" auf Erfolgskurs, doch "Füchse" hatten besseren Riecher

Überlingen (kck) Was die "Füchse" aus Bielefeld locker schafften, gab manchem echten Börsianer schwer zu denken. Die Zehntklässler aus dem Ruhrpott platzierten ihr fiktives Startkapital von 50 000 Euro beim "Planspiel Börse" so geschickt am Markt, dass ihr Depotstand am Ende sage und schreibe 168 000 Euro auswies. Mal eben in zehn Wochen mehr als das Dreifache des Einsatzes aus dem Kauf und Verkauf von Aktien herauszuholen, da hängt mancher Profi durch. Mit diesem Ergebnis hatten die "Füchse" am Ende des Planspiels der Sparkassen in Deutschland die Nase vom und bekamen als Belohnung unter anderem Tickets für ein Kreuzfahrtschiff, mit dem sie im Frühjahr den Rhein erkunden werden.

Auf diesem Dampfer werden sie dann auch die Jungs von "Hinsch" kennen lernen. Die fünf Cleverle von der Jörg-Zürn-Gewerbeschule Überlingen sind nicht nur die Abzocker beim Planspiel der Sparkasse Bodensee, sondern auch noch Sieger in Baden-Württemberg geworden (wir berichteten gestern). Zwischendurch rangierten die Jung-Börsianer vom See auf dem ersten Platz beim Planspiel im bundesdeutschen Ranking mit 45 000 Mitbewerbern. Am Ende reichte es dann "nur" für den 12. Platz.

Woran lag's? So richtig wissen das die Jungs um Spielleiter auch nicht. Vielleicht fehlte am Ende das richtige Quentchen Glück. 

Jedenfalls räumte Hinsch mit dem Kauf von ADVA Optical Net.-Aktien kräftig ab. Denn zum optimalsten Zeitpunkt stiegen sie beim Kurswert von 2,05 Euro ein und bei 5,34 Euro wieder aus, das war die Grundlage für den späteren Erfolg. Warum sie gerade diese Aktien orderten, erklärten die fünf im Studio eines regionalen Fernsehsenders so: "Bei denen war der Kurs s oweit runtergerutscht, dass es fast nur noch bergauf gehen konnte".

Ganz so einfach war die Sache für die am Planspiel teilnehmenden jungen Leute trotzdem nicht. 120 handelbare Wertpapiere standen an den Börsenplätzen in Frankfurt, Paris, London, Wien und Madrid zur Auswahl. Der Spielstart am 26. September 2001 war noch gekennzeichnet von der kurz zuvor stattgefundenen rasanten Talfahrt der Aktienmärkte, verstärkt durch die Terroranschläge am 11. September in New York. Obwohl die Konjunktur anzog und die Kurse sich wieder erholten, war es für die Jung-Börsianer nicht einfach, auf das "richtige Pferd" zu setzen.

Für Hinsch und manch andere Jung-Börsianer war diese Geschichte mehr als nur ein e Spiel-Erfahrung. Der eine oder andere denkt schon darüber nach, nun im echten Geschäft
mitzumischen. Das Startkapital in Höhe von 200 bis 1000 Euro gab's von der Sparkasse Bodensee für die besten zehn Gruppen.

 
 
 

Katy Cuko, Südkurier Friedrichshafen, 25.01.2002

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