> Pressespiegel > Bericht: SÜDKURIER, 27. November 2001
 

BTA-Kolleg für die Zukunft gut gerüstet

Nach Umbau in Gewerbeschule mit "Bioinformatik und Molekularbiologie" gestartet - Kreis investierte 400 000 Mark

Überlingen (hpw) Rund 400 000 Mark Investitionen des Kreises machen möglich, im Berufskolleg für Biologisch-Technische Assistenten (BTA) an der Jörg-Zürn- Gewerbeschule den neuen Ausbildungsschwerpunkt "Bioinformatik und Molekularbiologie" einzurichten. Damit hofft die Schule auch, gegenüber der vor kurzem an vier weiteren Standorten des Landes entstandenen Konkurrenz ihre Attraktivität zu steigern.

Seine neu gestalteten Räume mit moderner Labor- und EDV-Ausstattung präsentierte jetzt das BTA-Berufskolleg. Nach umfangreichen Umbaumaßnahmen konnte hier zum Schuljahresbeginn mit dem neuen Schwerpunkt "Bioinformatik und Molekularbiologie" begonnen werden.

Für die Stadt als Schulstandort und den Kreis als Träger sei dies ein wichtiger Beitrag zu einer zeitgemäßen Ausbildung mit mit guten Berufsperspektiven. Schulleiter Kurt Boch sieht den Umbau der Räume als eine "Stärkung der zukunftsorientierten Schule". Der Landkreis als Träger habe der Schule hier nach dem Erweiterungsneubau erneut "verständnisvoll unter die Arme gegriffen", sagte Boch und fügte hinzu: "Wir können uns über unseren Schulträger nicht beklagen."

Für die außergewöhnlich konstruktive Zusammenarbeit dankte der Schulleiter auch Architekt Thomas Pross, der bei der Terminierung immer Rücksicht auf den laufenden Unterricht genommen und die lautesten Baumaßnahmen in die Ferien gelegt habe. Einen "nicht unerheblichen Beitrag", so Boch, hätten auch die Pharmafirmen "Byk Gulden (Konstanz) und "Böhringer Ingelheim" zur Anschaffung neuer Geräte geleistet.

Investitionen in die Bildung seien grundsätzlich Investitionen in die Zukunft betonte der Schulleiter, hier könne man sie jedoch zugleich als Beitrag für die regionale Wirtschaft und er Sicherung des Schulstandortes verstehen.

Mit dem neuen Schwerpunkt "Bioinformatik und Molekularbiologie" sei am Berufskolleg ein weiteres zukunftsweisendes Bildungsangebot geschaffen worden. Dies sei um so wichtiger, als dem Kolleg im Lande neue Konkurrenz erwachsen sei. 20 Jahre lang war Überlingen fast allein auf weiter Flur. Boch: "Bisher sind uns die Absolventen, regelrecht abgezogen worden." Vor kurzem sind nun in Stuttgart und Mannheim, Biberach und Waldshut ähnliche Angebote geschaffen worden. Mit dem Bereich Bioinformatik habe das Überlinger Berufskolleg allerdings wieder neue Attraktivität gewonnen. Ganz wichtig seien indes auch Unterkünfte für die Schüler, die auch von außerhalb des Landes Baden-Württemberg kämen. Oberbürgermeister Volkmar Weber bat der Schulleiter daher um Hilfe, einen Ersatz für das derzeitige Wohnheim der Schule zu finden.

Ein Bild von den neuen Laborräumen und Geräten des Berufskollegs für Biologisch-Technische Assistenten (BTA) an der Jörg-Zürn-Gewerbeschule konnten sich die Gäste bei der offiziellen Einweihung machen. Kreiskämmerer Helmut Reitemann (ganz rechts) und Schulleiter Kurt Boch (ganz links) zeigten sich zufrieden, damit einen Beitrag zur zukunftsorientierten Ausbildung geleistet zu haben.
Bild: Walter

Für die Neugestaltung der insgesamt zwölf Räume habe der Schulträger fast 400 000 DM ausgegeben, betonte Kreiskämmerer Helmut Reitemann. Damit habe der Kreis in den zurückliegenden 25 Jahren über 20 Millionen Mark in die beruflichen Schulen investiert, rund 14 Millionen Mark würden in den nächsten Jahren folgen.  Reitemann: "Sie sehen: Der Schulstandort Überlingen ist uns nicht nur lieb, sondern auch teuer." Dem Kreis sei sehr wichtig, dass hier eine "zeitgemäße Ausbildung" erfolge, und er wolle "die Voraussetzungen schaffen, dass unsere jungen Menschen eine Chance auf dem Arbeitsmarkt haben".

"Wenn der Landkreis in den Schulstandort investiert, sind wir froh", sagte Oberbürgermeister Volkmar Weber. Mit einem Hinweis auf das städtische Engagement für die eigenen Schulen konstatierte der OB: "Wir sind gemeinsam auf einem guten Weg." Mit dem neuen Schwerpunkt Bioinformatik habe die Schule einen hochaktuellen Ausbildungsbereich aufgegriffen, von dem sich die Stadt auch einige Impulse für gewerbliche Entwicklung und Arbeitsplätze erhoffen könne.

Weber griff auch den Wunsch von Schulleiter Kurt Boch auf und sicherte zu, dass sich die Kommune um einen Ersatz für das kleine Wohnheim an der Obertorstraße bemühen werde, das demnächst dem Bau der neuen Sporthalle des Landkreises zum Opfer fällt. Erfreut zeigte sich der Leiter des Berufskollegs, Hartmut Walter, darüber dass die Schule rechtzeitig zum Start des neuen Bereiches "Bioinformatik und Molekularbiologie" iogie" mit Dirk Engels und Peter Gött zwei kompetente Lehrkräfte als "Quereinsteiger" bekommen habe, die bisher als promovierte Wissenschaftler an den Universitäten Stuttgart und Tübingen beschäftigt waren.

Mit den ebenfalls neu installierten "Beamern" präsentierten Engels und Gött den Gästen einen kurzen Einblick in Ausbildungsstoff und die moderne Lernsoftware eines virtuellen Labors. Bei einem Rundgang durch die neuen Räume informierten die Pädagogen unter anderem auch über aktuelle gentechnische und molekularbiologische Labormethoden.


 

 
 
 

Hanspeter Walter, Südkurier Überlingen, 27.11.2001

nach oben