> Pressespiegel > Bericht: SÜDKURIER, 11. Oktober  2001
 

Preis für Schlachthof-Arbeit

BTA-Kollegiaten der Jörg-Zürn-Gewerbeschule erfolgreich bei Wettbewerb

Überlingen (hpw) Mit einer Projektarbeit zum Überlinger Schlachthof holte sich die letztjährige Anfangsklasse des Berufskollegs für biologisch- technische Assistenten (BTA) an der Jörg-Zürn- Gewerbeschule einen Förderpreis des Bundespräsidenten. Ihr Deutschlehrer Oswald Burger überreichte der Klasse nicht nur den Geldpreis (100 Euro) in Form eines symbolischen 200-Mark-Scheins und anschließend als handfestes Münzgeld für die Klassenkasse, jeder der 22 Schülerinnen und Schüler erhielt zudem eine persönliche Urkunde.

Dass sie diese gemeinsame Arbeit im Rahmen des Wettbewerbes "Genutzt -geliebt - getötet. Die Tiere in unserer Geschichte" im nur einstündigen Fach Deutsch "geschafft" hatten, 
nötigte nicht nur dem Pädagogen Burger
Respekt ab. Auch Schulleiter Kurt Boch gratulierte den Kollegiaten und hatte ihnen als Zugabe der Schule 100 Mark für ein gemeinsames Vesper in Aussicht gestellt, das die Klasse nun verspeisen konnte. Die Schule kam dabei sogar noch günstig weg, denn Metzger Johann Scholz, der die Klasse schon im konkreten Anschauungsunterricht für die Arbeit durch den Schlachthof geführt hatte, stellte die Platten kostenlos zur Verfügung.

Insgesamt hatten sich bundesweit 1655 Klassen oder Einzelteilnehmer dem Wettbewerb gestellt, davon 113 aus Baden-Württemberg. Bei den Teilnehmern überwogen Gymnasialklassen mit einem Anteil von 62 Prozent klar; berufliche Schulen tauchten gar nicht in der Statistik auf, erklärte Oswald Burger: "Wir sind also eine
absolute Ausnahme."

Wurde mit einem Förderpreis des Bundespräsidenten ausgezeichnet: die letztjährige Anfangsklasse des Berufskollegs für biologisch-technische Assistenten (BTA) an der Jörg-Zürn-Gewerbeschule
Bild: Walter


Dass die Projektarbeit der Schüler zum einen in die hohe Zeit der BSE-Diskussion gefallen war, zum anderen in die kommunalpolitische Entscheidung über die Zukunft des Schlachthofes, hatte dem Bemühen besondere Aktualität und Brisanz verliehen. Nach ihrer Bestandaufnahme und der Auseinandersetzung mit dem Thema hatte die Gruppe ihrem Lehrer als Stadtrat sogar eine Empfehlung mit auf den Weg gegeben, sich in diesem Prozess für den Erhalt des Schlachthofes einzusetzen. Mit Genugtuung konnten die Schüler daher auch zur Kenntnis nehmen, dass zumindest eine Alternative langsam heranreift, wie ihnen Oswald Burger berichten konnte.

 
 
 

Hanspeter Walter, Südkurier Überlingen, 11.10.2001

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