> Pressespiegel > Bericht: SÜDKURIER, 05. April 2002
 

Vater des BTA-Berufskollegs vor Abschied

Jörg-Zürn-Gewerbeschule: Bernhard Schnetter begeht 40-jähriges Dienstjubiläum und geht im Sommer in Ruhestand

Überlingen (hk) Seit 40 Jahren ist er im öffentlichen Dienst beschäftigt: Bernhard Schnetter, der an der Jörg-Zürn-Gewerbeschule das neu gegründete Berufskolleg für biologisch- technische Assistenten (BTA) aufbaute, ursprünglich aber an der Universität als Privatdozent seine Brötchen verdiente und somit auf eine nicht ganz alltägliche Laufbahn verweisen kann. Im Sommer scheidet er offiziell aus seinem Dienst aus.

Nach seinem Studium der Biologie, Chemie und Mathematik in Freiburg und Kiel sowie anschließender Promotion und Habilitation war der frischgebackene Doktor Schnetter an der Universität Würzburg als Privatdozent tätig. 1981 wechselte er nach Überlingen an die Jörg-Zürn-Gewerbeschule, legte seine Prüfung im Alter von 44 Jahren ab. Diesen Schritt "rückwärts" habe er aber niemals bereut. Zum einen sei der Schwerpunkt des Unterrichtens an der Uni, was er schon dort "sehr gerne und viel" gemacht habe, nicht entsprechend honoriert worden. Zum anderen hätte er sonst den Aufbau des Berufskollegs BTA in Überlingen nicht mit anpacken können: "Dieser Aufbau war und ist eine einmalige Chance. Mich hat das die ganze Zeit persönlich motiviert."

Man könne, so Schnetter, seine eigene Erfahrung experimentellen Arbeitens einbringen und einen modernen Lehrplan gestalten, so dass die Schülerinnen und Schüler optimal auf ihren späteren Beruf vorbereitet seien. Als Herausforderung habe er auch die Erneuerung der Lehrpläne mit immer neuen Inhalten wie EDV, Gentechnik oder digitale Fotografie angesehen. "In den vergangenen 20 Jahren ist es deshalb zu keinem Augenblick langweilig  geworden, weil nur Weniges zur Routine wird", so Schnetter.

Bernhard Schnetter feierte an der Jörg-Zürn-Gewerbeschule sein 40-jährigesDienstjubiläum. Rektor Kurt Boch (links) gratulierte.
BILD: KLEINSTÜCK

Ein dritter Grund für den Wechsel an eine Gewerbeschule war die Zeit für "nebenberufliche Aktivitäten". Besonders am Herzen liegt dem 64-
jährigen das Motto "Erziehen zum Frieden" der Unesco-Schulen. Beteiligt und organisiert hat Schnetter als Mitglied der Überlinger Unesco- Projektschule Jugendbegegnungen mit osteuropäischen Ländern wie Slowakei, Slowenien Polen, Rumänien und seit fünf Jahren auch Bulgarien. Er arbeitete gemeinsam mit den Jugendlichen
aus den Gastländern im Auftrag des Volksbundes Deutsche Kriegsgräberfürsorge auf Soldatenfriedhöfen
unterschiedlicher Nationalität. Wie wichtig solche Kontakte auch heute noch seien, habe er im Vorjahr beim Besuch in Griechenland feststellen müssen. Schnetter: "Nicht nur zwischen Bulgarien und Griechenland müssen noch Vorurteile aus der Welt geräumt werden, auch in der Geschichte der griechisch-deutschen Beziehungen müssen noch einige Fragen neu diskutiert werden."

 
 
 

Hoger Kleinstück, Südkurier Überlingen, 05.04.2002

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