> Pressespiegel > Bericht: SÜDKURIER, 15. Mai 2002
 

Schreinerarbeit mit Computer

Jörg-Zürn-Gewerbeschule: Angehende Gesellen proben den Ernstfall

Überlingen (yr) Aus einem wenig ansprechenden Schränkchen ein schönes Möbelstück schaffen, das zugleich Designkunstwerk wie auch praktischer Alltagsgegenstand ist, ist keine leichte Aufgabe. Vor diesem Problem standen die Schüler der Jörg-Zürn-Gewerbeschule bei einer Projektarbeit, die zugleich die letzte Vorbereitung auf die Anfertigung des Gesellenstückes darstellt.

Zum Teil recht schlichte, aber vielfach auch komplizierte, kostspieligere Lösungen fanden die angehenden Schreiner und Holzmechaniker für
ihre Aufgabenstellung. Mit kleineren und größeren Schwierigkeiten hatten dabei fast alle zu kämpfen. Ob sich nun die durchweg schwarz gearbeitete MDF-Platte als nicht ausreichend
splitterfest erwies oder mal passende Bohreinsatz fehlte, immer wieder mussten die Schüler selbstständig nach Lösungswegen suchen. "Und genau dies", erklärt Techniklehrer Karl Barth, "ist auch das Ziel der zweiwöchigen Projektarbeit. Seit drei Jahren schreibt der Lehrplan diese Theorie und Praxis vereinende Form des Unterrichts vor. "Und eine neue Reform", sagt Barth weiter, "ist bereits auf dem Weg." Danach sollen die angehenden Schreiner den Unterrichtsstoff künftig aufgeteilt in "Lernfelder" begreifen. Barth: Wir sind in der Jörg-Zürn-Schule auf dem richtigen Weg." Schließlich arbeite man bereits seit längerem eng mit den ausbildenden Unternehmen wie der Pfullendorfer ,ALNO GmbH zusammen. Dadurch könne mit einer modernen technischen Ausrüstung gepunktet werden.

Eine Ausrüstung, deren Vorzüge bei der kleinen Leistungsschau der angehenden 28 Schreiner und 16 Holzmechaniker deutlich sichtbar wurden

Stolz präsentieren die Abgängen der Schreinerklasse an der Jörg-Zürn-Schule Überlingen ihre selbstentworfenen und
hergestellten Möbelstücke. Von links. Tobias Bucher, Anja Seyfarth, Angelika Fritz, Technik-Lehrer Karl Barth, Friedemann Seibold und Alex Müller.
BILD: YR

Immerhin rund die Hälfte des Möbelstücks sollte in computergesteuerter Fertigung hergestellt werden. Vom Ablauf her war die Projektarbeit dem Erstellen des Gesellenstücks insofern nicht unähnlich. Nur bei wirklichen Schwierigkeiten von den Lehrern Karl Barth, Hubert Gobs, Norbert Asprion und Gerd Pechmann angeleitet, mussten alle Schüler die Aufgabenstellung möglichst phantasievoll und pragmatisch zugleich umsetzen. Für den einen oder anderen der jungen Möbelbauer stand dabei allerdings vor allem eine andere Motivation im Vordergrund: Im Anschluss an die öffentliche Präsentation und nach Bezahlen des Materialpreises, darf jedes Möbelstück von seinem Konstrukteur mit nach Hause genommen werden.

 
 
 

yr, Südkurier Überlingen, 15.05.2002

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