> Pressespiegel > Bericht: SÜDKURIER, 01. Oktober 2002
 

Jugend packt tatkräftig mit an

Gesellen und Azubis helfen Bad Schandau

Überlingen (hpw) Hilfe ist in der Partnerstadt  Bad Schandau nach der Flutkatastrophe noch immer an allen Ecken und Enden nötig. Nicht nur die Spendenbereitschaft ist in Überlingen groß, viele Gruppen leisteten in den letzten Wochen auch praktische Hilfe vor Ort. So auch eine Gruppe junger, Handwerker.

Mit anpacken wollten vier frisch gebackene Schreinergesellen und drei Auszubildende der Jörg-Zürn-Gewerbeschule, mit denen der technische Lehrer Hubert Gobs für eine Woche in die vom Hochwasser geschädigte Stadt an der Elbe fuhr. Die Einsatzmöglichkeiten hatte schon Thomas Vogler von der Überlinger Stadtverwaltung sondiert und die konkreten Aufgaben stimmte die Gruppe vor Ort mit dem Schandauer Koordinator im dortigen Bauamt ab.

Für den Einsatz hatten die Betriebe ihre Gesellen und Lehrlinge kurzfristig freigestellt, und die jungen Berufsanfänger verzichteten mit dem unbezahlten Urlaub auf ihr Salär. Die Kosten für die Unterkunft in der Jugendherberge von Ostrau übernahm die Stadt Überlingen und die Verpflegung stellte Bad Schandau bereit.

Allein zwei Tage hatten die jungen Helfer aus Überlingen damit zu tun, einen riesigen Berg von Treibholz am Elbufer zu beseitigen, der von Bestandteilen der Haushalte ebenso durchsetzt war wie mit Müll. Mühsame Handarbeit war hier von Nöten, da an dem schmalen und schwer zugänglichen Uferstreifen kein schweres Gerät eingesetzt werden konnte, ohne die aufgeweichten Wege völlig zu zerstören. Dabei arbeiteten die Jugendlichen mit freiwilligen Helfern der Polizei aus Offenbach zusammen, die mit Motorsägen angerückt waren. 

Harte Sysiphusarbeit in Bad Schandau: Eine Gruppe von Schreinergesellen und -lehrlingen der Jörg-Zürn- Gewerbeschule packte in der Partnerstadt mit an und entfernte in geschädigten Häusern Putz und Estrich.

Da es gerade auch an genügend geeignetem Werkzeug fehlt, hatte die Überlinger Gruppe zwei schwere Bohrhämmer von der Stadt mitnehmen können. Damit galt es im "Haus des Gastes" und in einigen Privathäusern Putz und Estrich zu entfernen. Dabei waren die jungen Männer schwer gefordert und arbeiteten bis zur Erschöpfung, wie ihr Begleiter Hubert Gobs lobend feststellt: "Die Jugendlichen waren sehr motiviert." Trotz der Sysiphus-Arbeit in Bad Schandau hätten sie bei der Rückfahrt zufrieden festgestellt: Wir sind um viele Erfahrungen reicher."

 
 
 

Hanspeter Walter, Südkurier Überlingen, 01.10.2002

nach oben