> Pressespiegel > Bericht: SÜDKURIER, 22. November 2002
 

Lieber zur Bundeswehr statt ins Büro

Mehr als 1000 Schüler informieren sich: Tipps und Trends bei Ausstellung "Berufe am See" im Kursaal

Überlingen - Warum nicht zum Bund statt ins Büro? Das sagten sich gestern mehrere Mädchen, die den Stand der Bundeswehr bei der Info-Ausstellung "Berufe am See" im Kursaal umlagerten. An 33 Punkten wurden mehr als 1000 Schülerinnen und Schüler zu 65 Berufen informiert.

Die Wahl des richtigen Berufes wird heutzutage immer schwieriger: Welche Branche hat Zukunft, bietet eine sichere Anstellung und attraktive Gehaltsperspektiven? Darüber informierte das Arbeitsamt zusammen mit Behörden, Firmen und Handwerkern zum mittlerweile sechsten Mal mit "Berufe am See". Aus dem gesamten westlichen Bodenseekreis kamen dazu Schülerinnen und Schüler in den Kursaal, der sich in eine Info-Börse für die kommenden Schulabgänger von Haupt- und Realschulen und Gymnasien verwandelte.

Auffallend dabei: Bundeswehr, Polizei und Bundesgrenzschutz waren besonders gefragte Institutionen, nicht nur von Jungen, sondern eben auch von Mädchen. Grund dafür könnte die anhaltende Diskussion um die innere und äußere Sicherheit sein, glaubt Jürgen Schacht vom Arbeitsamt. Aber auch vor vielen Handwerksberufen scheinen Mädchen mittlerweile die Scheu verloren zu haben: Probeweise die Kelle beim Stuckateur in die Hand zu nehmen fällt ihnen deutlich leichter als noch vor 20 Jahren. Und das hat auch seine Berechtigung: Zum einen haben sich durch moderne Arbeitsmittel die körperlichen Anforderungen des klassischen Handwerks in vielen Berufen reduziert, zum anderen bietet ein Job abseits der "Weiße-Kragen-Berufe" entgegen der nach wie vor herrschenden Meinung durchaus attraktive Entwicklungsmöglichkeiten - bis hin zum klassischen Meisterbrief und der Selbstständigkeit.

Dennoch steht der kaufmännische Ausbildungsbereich nach wie vor bei vielen Jugendlichen im Mittelpunkt des Interesses - auch wenn, es schwer ist, hier eine Azubi-Stelle zu ergattern. Doch Chancen gibt es immer, etwa bei der Sparkasse Salem-Heiligenberg. Oder bei der Stadt Überlingen, die ihre Berufsbandbreite mit den Beispielen Krankenschwester, Bauzeichner oder Diplom-Verwaltungswirt darstellte. Und schließlich präsentierten sich auch die Großbetriebe, die über die Region hinaus einen bekannten Namen haben: Bodenseewerk Gerätetechnik (BGT) etwa aus Überlingen oder Dornier aus Immenstaad waren vor allem von Technik-Interessierten umlagert.

Arbeitsamt und Kammern flankierten die Veranstaltung im Kursaal mit Tipps zum Berufseinstieg und mit Fingerzeigen zu verschiedenen Innungen, die besonders nach Nachwuchs suchen. Alleine im Handwerk gibt es 94 klassischen Berufe, bei denen ein genaues Hinschauen allemal lohnt.

Eine Laufbahn bei der Bundeswehr steht Frauen schon lange offen - da zeigen die Mädchen heute keine Scheu mehr vor der Uniform.

Der Hotel- und  Gaststättenverband bietet ebenfalls viele Entwicklungs- möglichkeiten.

Der Zimmerer-Beruf hat Tradition und verbindet Handwerk...

...ebenso mit Kreativität wie der Beruf des Stuckateurs.

BILDER: BURGER

 

 

Jugendliche können sich an spezielle Berater wenden. Hier die Telefonnummern verschiedener Institutionen, die mit ihrem Rat Berufseinsteigern zur Seite stehen:

Arbeitsamt: (07551) 8 09 12 58
Handwerkskammer: (07541) 2 20 28
Handelskammer: (0751) 40 91 22

 
 
 

Roland Burger, Südkurier Überlingen, 22.11.2002

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