> Pressespiegel > Bericht: SÜDKURIER, 16. August 2002
 

Wanderweg als Friedenspfad entdeckt

Jugendliche der Jörg-Zürn-Gewerbeschule pflegen Soldatenfriedhöfe im Südwesten Bulgariens und sorgen für Beschilderung

Überlingen (hk) Neue Wege haben die Teilnehmer der diesjährigen Jugendbegegnung des Volksbund Deutscher Kriegsgräberfürsorge (VDK) in Bulgarien beschritten. In den zurückliegenden vier Jahren haben der Jörg-Zürn-Gewerbeschule gemeinsam mit Gleichaltrigen aus Bulgarien auf deutschen Soldatenfriedhöfen im Südwesten Bulgariens in unmittelbarer Nähe der griechisch-mazedonischen Grenze gearbeitet.

Gleichzeitig haben sie begonnen, Wanderwege, die durch das Pirningebirge führen und diese Friedhöfe miteinander verbinden, als Friedenspfad auszuschildern. Diese Aktion wurde jetzt mit einer dreitägigen Wanderung durch die Hochgebirgszone des Piringebirges fortgesetzt: entlang des Europa-Weitwanderweges VI. Bernhard Schnetter: "Da zurzeit aber nur eine einzige Traßenverbindung zwischen Bulgarien und Griechenland existiert - alle anderen Wege sind seit 1945 gesperrt - muss auch der geplante Friedenspfad nach Griechenland an dieser Grenze enden und kann erst im Jahre 2004 fortgesetzt werden, wenn ein neuer Übergang in dieser Gegend geöffnet wird."

In Bulgarien blieben nach seiner Darstellung auch unter kommunistischer Herrschaft die meisten deutschen Soldatenfriedhöfe und -gräber erhalten. Man habe zwar Denkmäler und Grabsteine entfernt, vermied jedoch, die Gräber zu überbetten oder gar die Friedhöfe zu überbauen. Wie Schnetter weiter sagte, wandte sich im Frühjahr 2000 ein Bulgare aus Jakoruda, einem kleinen Dorf im Rhodopen- Gebirge, an die Stadt Überlingen und machte sie auf zwei Gräber deutscher Soldaten in seinem Heimatort aufmerksam.

Beide Gräber wurden mittlerweile im Rahmen der Jugendbewegung instand gesetzt, wie sich Peter Männer, Leiter für Jugend, Kultur und Sport, an Hand einer Fotodokumentation im Rathaus überzeugen konnte.

 
 
 

Holger Kleinstück, Südkurier Überlingen, 16.08.2002