> Pressespiegel > Bericht: SÜDKURIER, 22. März 2003
 

Projekte tragen Früchte für den Frieden

Die Bulgarin Ljudmilla Karaivanova zu Gast an der Jörg-Zürn-Gewerbeschule - Gräberpflege und Friedenspfad

Überlingen - Schon mehrfach waren Schüler der Jörg-Zürn-Gewerbeschule im Rahmen eines Projektes des Vereins Deutsche Kriegsgräberfürsorge in Bulgarien tätig. Sie pflegten dort nicht nur Soldatenfriedhöfe, sondern richteten gemeinsam mit den dortigen Partnern einen Friedenspfad ein.

Wichtigste Schaltstelle im Kontakt mit den bulgarischen Kommunen war für die Jörg-Zürn-Gewerbeschule Ljudmilla Karaivanova, verantwortlich für Bildung, Schulen und Kindergärten im Rathaus von Sandanski, einer Stadt nahe der Grenze zu Griechenland. Erstmals besuchte die Bulgarin nun Überlingen, um die Kontakte weiter zu pflegen und sich ein Bild vom deutschen Schulsystem zu machen. Dazu führte sie Gespräche in der Jörg-Zürn-Gewerbeschule und im Rathaus. "Ich bin sehr überzeugt von der Arbeit der Schüler", erklärte Ljudmilla Karaivanova beim Gedankenaustausch in der Schule. Seit fünf Jahren laufe das Projekt inzwischen und habe viele "Spuren hinterlassen."

Ganz wichtig ist der Bulgarin dabei der in Sandanski beginnende Friedenspfad, an dessen Aufbau die Überlinger mitgewirkt und zweisprachige Schilder aufgestellt haben. "Wir müssen in die Zukunft schauen", unterstreicht Karaivanova ihre Ambitionen und fügt hinzu: "Aber ohne Krieg!" Der Anstoß des gemeinsamen deutsch-bulgarischen Projektes strahlt inzwischen auch auf das schwierige Verhältnis mit dem nahe gelegenen Griechenland aus. Erste Kontakte zwischen den lange Zeit abgeschotteten Ländern sind in jüngerer Zeit angelaufen, und griechische Touristen besuchen inzwischen das Nachbarland. Mit der geplanten Erweiterung des Friedenspfades will die Bulgarin auch ein Zeichen setzen und die Grenze nach Griechenland überschreiten. In den Gesprächen schwärmte sie auch von der bulgarischen Region rund um Sandanski, in der sie zuhause 

Will die Jugendbegegnung mit Überlinger Schülern weiter ausbauen: Die Bulgarin Ljudmilla Karaivanova an der Jörg-Zürn-Gewerbeschule im Gespräch mit Schulleiter Kurt Boch (Zweiter von links) sowie Bernhard Schnetter, Ognian Serafimov und Hubert Gobs (von rechts), die an den gemeinsamen Projekten der Kriegsgräberpflege und der Einrichtung eines Friedenspfades schon seit einigen Jahren mitwirkten.
Bild: Walter

ist. Mit landschaftlichen Reizen am Fuße des Pirnin-Gebirges und den klimatischen Einflüssen der warmen Ägäis gesegnet, verfügt das auch touristisch aufstrebende Gebiet über 40 warme Mineralquellen, mit denen zum Teil auch Hotels geheizt werden können. Doch auch therapeutisch sind die dortigen Thermen vor allem bei Bronchialerkrankungen inzwischen weltweit gefragt; nicht zuletzt deshalb gibt es in Sandanski auch die einzige Schule Bulgariens für Schüler mit Lungenerkrankungen.

Neben allgemeinbildenden Einrichtungen verfügt die Stadt zudem über eine Berufsschule, die sich mit dem Schwerpunkt "Business Administration" und Hotel-Marketing befasst. Mit ihrem Besuch wolle sie nicht nur ihren Dank für das Engagement Überlinger Schüler in ihrer Heimat aussprechen, sagte Karaivanova, sondern auch einen Anstoß zur weiteren Entwicklung der Jugendbegegnungen geben. Dass sich ein Besuch in dieser bulgarischen Region in vielerlei Hinsicht lohnt, unterstrich sie auch mit zahlreichen Bildern und Informationen über Landschaft und Kultur ihrer Heimat.

 
 
 

Hanspeter Walter, Südkurier Überlingen, 22.03.03

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