> Pressespiegel > Bericht: SÜDKURIER, 02. April 2003
 

Projekte tragen Früchte für den Frieden

Delegation aus dem polnischen Tschenstochau zu Gast an der Jörg-Zürn-Gewerbeschule

Überlingen - Noch in diesem Jahr wollen die Jörg-Zürn-Gewerbeschule und ihre Partnerschule in Tschenstochau mit einem deutsch-polnischen Schüleraustausch beginnen. Dies bekräftigten Vertreter beider Einrichtungen gestern im Ratssaal. 

Schon seit einigen Jahren bestehen gute Kontakte des Bodenseekreises zum polnischen Tschenstochau (Czestochowa), das vor allem durch das Paulinen-Kloster auf dem Berg Jasna Gora und sein Bildnis der schwarzen Madonna als Wallfahrtsort bekannt ist. Engere Verbindungen knüpfen wollen nun auch die Überlinger Jörg-Zürn-Gewerbeschule und die dortige Kasimir-Palaski-Schule. "Dazu soll noch in diesem Jahr mit einem Schüleraustausch begonnen werden", wie Schulleiter Kurt Boch und Oswald Burger beim Besuch einer Delegation der polnischen Schule gestern im Rathaus bekräftigten. Im historischen Ratssaal waren die polnischen Gäste um den Schulleiter Jan Szewcyk von Oberbürgermeister Volkmar Weber empfangen worden, der ihnen nicht nur die Entstehung, sondern auch einen kurzen Abriss der Überlinger Geschichte gab.

Im Oktober hatte ein Pädagogen-Trio aus Überlingen die Schule in Czestochowa besucht und war sehr herzlich empfangen worden. Schon damals hatten die Vertreter beider Seiten feierlich einen Partnerschaftsvertrag unterschrieben, der nun weiter mit Leben erfüllt werden soll. Der zweite Schritt war der Gegenbesuch des polnischen Schulleiters Jan Szewcyk, der von den Lehrerinnen Lena Pawlak und Marzena Sierawska sowie Tadeusz Radecki, Elternvertreter und Vorstandsmitglied der Kasimir-Palaski-Schule, begleitet wurde. Die Schule in Tschenstochau ist zwar nicht mit den deutschen Berufsschulen zu vergleichen, doch gibt es dort ähnliche Ausbildungsgänge - beispielsweise für KFZ-Mechaniker oder Elektriker. Umwelttechnik ist ebenfalls einer der Schwerpunkte, doch wird auch noch Militärtechnik unterrichtet. Allerdings ist die Schule mit insgesamt 1600 Schülern etwa doppelt so groß wie die Jörg-Zürn- Gewerbeschule.

"Wir haben keine eigenen Werkstätten", beschreibt Jan Szewcyk einen Unterschied: "Die 

Vertreter der Kasimir-Palaski-Schule im polnischen Czestochowa (Tschenstochau) waren gestern zu Gast im Überlinger Rathaus. Noch in diesem Jahr soll ein Schüleraustausch mit der Jörg-Zürn-Gewerbeschule beginnen. Unser Bild zeigt von rechts die Deutschlehrerin und Dolmetscherin Lena Pawlak, OB Volkar Weber, die beiden Schulleiter Jan Szewczyk und Kurt Boch, Tadeusz Radecki, Marzena Sierawska und Oswald Burger. 
Bild: Walter

praktische Ausbildung findet in einem eigenen Zentrum statt." Überlingen ist eine "wunderschöne, gepflegte und perfekt organisierte Stadt" schmeichelte Szewcyk in seinem Dank für den Rathausempfang OB Volkmar Weber. "Das Bild der Stadt ist der Wert der Stadt", fügte er hinzu.

Als "sehr wichtig und hilfreich" bezeichnete Volkmar Weber den geplanten Schüleraustausch mit Czestochowa. "Die Jugend ist unsere Zukunft und der Träger unserer Kulturen", betonte er und wünschte sich, "dass das Angebot in beide Richtungen angenommen wird."

Um die Details des Austausches ging es auch in den Gesprächen zwischen den Schulvertretern, wie Kurt Boch erklärte. "Ich bin sehr gespannt, wie sich die Sache entwickelt", sagte er. Doch angesichts des Interesses und großen Engagements auf beiden Seiten ist er guter Dinge. Im September sollen die ersten Schüler aus Überlingen für eine Woche nach Polen reisen. Ende September soll dann schon der Gegenbesuch erfolgen. Gedacht ist auf Überlinger Seite an Elftklässler des Technischen Gymnasiums. Sie werden in Czestochowa bei Familien untergebracht sein. "Der Austausch wird von dem 1991 gegründeten deutsch-polnischen Jugendwerk gefördert werden", wie Oswald Burger betonte.

 
 
 

Hanspeter Walter, Südkurier Überlingen, 02.04.03

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