> Pressespiegel > Bericht: SÜDKURIER, 26. Juli 2003
 

Gemeinsam knapp 100 Jahre unterrichtet

Jörg-Zürn-Gewerbeschule verabschiedet Günter Pfoser, Eberhard Rominger und Klaus Schittich in den Ruhestand

Überlingen - Gleich drei Lehrer hat die Jörg-Zürn-Gewerbeschule in Überlingen offiziell in den Ruhestand verabschiedet: Günter Pfoser, Eberhard Rominger und Klaus Schittich. Personalratsvorsitzender und Verbindungslehrer Paul Baur würdigte während einer kleinen offiziellen Feier in der Gewerbeschule die drei Lehrkräfte, die es zusammen auf beachtliche fast 100 Unterrichtsjahre bringen, und wünschte ihnen zusammen mit Schulleiter Kurt Boch alles Gute für den weiteren Lebensweg. 

Aus der Gruppe der Ingenieure kommt der in Saulgau geborene Günter Pfoser. Nach einer Lehre als Werkzeugmacher und einem Feinwerktechnikstudium arbeitete Pfoser im Bodenseewerk als technischer Experte im Konstruktionsbereich. Nach seiner Entscheidung, Berufsschullehrer zu werden, unterrichtete er ab 1972 an der Gewerbeschule als Allrounder diverse Fächer wie Mechanik, Werkstoffkunde, Steuerungstechnik oder Hydraulik. Pfoser war mit Leib und Seele Pädagoge, ein über Jahre hinweg engagierter Lehrer, "der", wie Baur sagte, "seine Einflussmöglichkeiten im positiven Sinne nutzte und der sich seiner besonderen Verantwortung der Schülerschaft gegenüber bewusst war". Seinen Schülern war der Mathematiklehrer ein väterlicher Freund und ein Vorbild. Aus dem Kollegium erfuhr Pfoser für seine pädagogischen Leistungen Achtung, Wertschätzung und Anerkennung. Baur: "Mit dem Namen Günter Pfoser verbindet man stets Stil, Umgangsformen, Kollegialität, Zuverlässigkeit."

Den klassischen Typ eines Gewerbeschullehrers verkörperte Eberhard Rominger, der an der Jörg-Zürn-Schule Überlingen seit 1971 insbesondere als Werkstattlehrer tätig war. In Tübingen geboren, folgte eine Mechanikerlehre in Reutlingen, eine Beschäftigung bei der Firma Kramer sowie Gesellen- und Meisterjahre beim Steuergerätehersteller Holzer in Meersburg. Rominger war ein Mann der ersten Stunde, wirkte in den Jahren, in denen das berufliche Schulwesen rasant ausgebaut worden war, in Überlingen an vordersten Front mit. Baur bezeichnete ihn als freundlichen, hilfsbereiten, 

Kurt Boch, Schulleiter der Jörg-Zürn-Gewerbeschule (rechts), verabschiedete zusammen mit dem Personalratsvorsitzenden Paul Baur (links) die Lehrer (von links) Günter Pfoser, Klaus Schittich und Eberhard Rominger
Bild: Kleinstück

unaufdringlichen, eher ruhigen Kollegen, "der stets den Eindruck von Sachlichkeit und fachlicher Kompetenz erweckte". Korrektheit, Zuverlässigkeit, Pünktlichkeit und Aufrichtigkeit waren Rominger wichtige Tugenden. Mehr sein als scheinen war Romingers Devise, der er mit seiner Kombination aus Bescheidenheit und Sachverstand, aus Zurückhaltung und tatkräftigem Einsatz so richtig entsprochen hat.

Mit 36,5 Jahren reiner Unterrichtszeit ist Klaus Schittich derzeit der "Methusalem" der Jörg-Zürn-Gewerbeschule. In Pforzheim aufgewachsen und in Tübingen studiert, leistete er 1967 den Beamteneid und war bereits fünf Jahre später Oberstudienrat. Nach beruflichen Stationen am Allgemeinen Gymnasium in Waiblingen und am Wirtschaftsgymnasium in Backnang kam er 1988 an die Überlinger Gewerbeschule, wo er sich laut Baur als "pädagogisch-didaktischer Tausendsassa" gebärdete. Neben seinen vielen Ämtern wie beispielsweise Mentor, Personalrat, Verbindungslehrer und Lehrplankommissionsmitglied wurde Schittich vom Kultusministerium zum Prüfer in der Kommission für Wirtschaftskorrespondenten und Übersetzer bestellt. Die Schüler der Gewerbeschule schätzten seinen Einsatz als Lehrer und Lebensberater und akzeptierten ihn als väterliche Leitfigur im Unterrichtsgeschehen. Seinem liebsten Merksatz "Die Würde des Menschen wird nicht an der Schultüre abgelegt", hat Klaus Schittich immer wieder Leben eingehaucht.

 
 
 

Holger Kleinstück, Südkurier Überlingen, 26.07.03

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