> Pressespiegel > Bericht: SÜDKURIER, 10. September 2002
 

Abschied für Vollblut-Pädagogen

Jörg-Zürn-Gewerbeschule verabschiedet Biologen Bernhard Schnetter in den Ruhestand

Überlingen (hpw) "Herr Schnetter, wie wird das Wetter?" Die beliebte Frage der Schüler der Jörg-Zürn-Gewerbeschule werde für den scheidenden Lehrer am Berufskolleg für Biologisch-Technische Assistenten (BTA), den promovierten Biologen Bernhard Schnetter; künftig noch mehr Gewicht haben, sagte der Personalratsvorsitzende Paul Baur bei seiner Würdigung des Kollegen. Dass Schnetter die wiedergewonnene Freiheit genießen möge, hatte ihm Schulleiter Kurt Boch gewünscht und dem zum "Vollblutpädagogen" avancierten Quereinsteiger aus der Wissenschaft die Urkunde des Ministeriums überreicht.

Im September 1980 hatte Bernhard Schnetter seine Tätigkeit am neuen Berufskolleg der Jörg-Zürn-Gewerbeschule" schule (BTA) aufgenommen und diese Einrichtung stark mitgeprägt. Zuvor hatte der 1937 in Freiburg geborene Biologe nach dem Studium der Biologie, Chemie und Mathematik als Wissenschaftler gearbeitet. 1967 hatte er im Fachbereich biologische Kybernetik promoviert - über "Die Informationsverarbeitung im optischen System der Honigbiene" - und später zum Thema "Lernverhalten bei Hummeln und Honigbienen" habilitiert.

Schon im Rahmen seiner Arbeit an der Universität habe Schnetter "gerne und viel Unterricht gemacht", nannte Schulleiter Kurt Boch die Hintergründe, die den Biologen zum Umstieg bewegt hätten. Dass er dabei in Kauf genommen habe, mit 44 Jahren noch eine pädagogische Prüfung abzulegen, habe sich für Schule ausgezahlt. 22 Jahre lang habe Schnetter viele Schüler intensiv begleitet, ihnen seine Erfahrungen weiter gegeben und viele "Spuren an der Schule hinterlassen", sagte Boch. Für die Schule sei er zu einer "Visitenkarte für anspruchsvolle Pädagogik" geworden, erklärte 

Nach 22-jähriger Tätigkeit am Berufskolleg für Biologisch- Technische Assistenten der Jörg-Zürn-Gewerbeschule in den Ruhestand verabschiedet wurde jetzt der Biologe Bernhard Schnetter. Ihn begleiteten die besten Wünsche von Schulleiter Kurt Boch (rechts) und dem Personalratsvorsitzenden Paul Baur. 
Bild: Walter

Paul Baur und charakterisierte ihn als Kollegen "mit Qualitäten und Talenten".

Die Entscheidung, an die Schule zu gehen, habe er nie bedauert, betonte Bernhard Schnetter in seinen Abschiedsworten: "Ich bin froh, dass ich diesen Schritt gegangen bin." Ohne zu verschweigen, dass er am Oberschulamt und im Kultusministerium eine "deprimierende, ja teilweise entwürdigende" Prozedur habe über sich ergehen lassen müssen. "Was wollen Sie denn, wir haben genügend Lehrer", habe man seine Bewerbung kommentiert und ihm trotz sechsmonatiger Kündigungsfrist erst einen Monat vor Schulbeginn eine Zusage gegeben. Um so "dankbarer" erinnere er sich an die ersten Schüler des BTA, sagte Schnetter, die trotz schwieriger Rahmenbedingungen den Weg geduldig mitgegangen seien.

 
 
 

Hanspeter Walter, Südkurier Überlingen, 10.09.2002

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