> Pressespiegel > Bericht: SÜDKURIER, 24. Mai 2003
 

Die Schlange im Nachttischchen

Ein Schränkchen als Projektmöbel der Abschluss-Schüler an der Jörg-Zürn-Gewerbeschule

Überlingen - Weil sein Projektmöbelstück eckig sein musste, sollte es eine runde Schlange durchdringen. So begründet der Schreiner Andreas Lechner aus Bermatingen sein Design für das Projektmöbelstück, das am Ende seiner schulischen Lehrzeit an der Jörg-Zürn- Gewerbeschule anzufertigen war. Weil schwarzes Holz für den Korpus vorgeschrieben war, fräste er die Schlange aus hellem Ahorn. Der Schwanz der Schlange dient nun als Griff für die große Türe. Andreas Lechner liebt den Kontrast.

Die Holzmechanikerin Cynthia Wendt aus Illmensee hängte das Schränkchen, das sie bauen musste, in ein Gestell, montierte zwischen das Gestell eine Platte mit einem Loch in der Mitte. In das Loch passt eine Blumenvase. Ihr Projektschränkchen mit Blumenschmuck ist vor allem ein Blickfang.

Die Schreiner und Holzmechaniker des dritten Lehrjahres hatten vor ihrer Abschlussprüfung ein Möbel herzustellen, das ein schließbares Fach und eine Schublade enthalten sollte und das originell gestaltet sein sollte. Zwischen einfachen, funktionalen und verspielten, phantasievollen Lösungen gab es unterschiedlichste Varianten. Sowohl in der Funktion (Nachttisch, Bücherschränkchen, Telefontischchen, Designobjekt) als auch in der vorgesehenen Verwendung (zum Hängen, Stehen, an der Wand oder im Raum) oder im Aussehen (schlicht bis raffiniert, minimalistisch bis verschnörkelt) unterschieden sich die Produkte voneinander.

 In einer Präsentation in der Holzwerkstatt der Jörg-Zürn-Gewerbeschule musste jeder sein Objekt vorstellen und erklären. Dabei wurde deutlich, dass viele Fähigkeiten der Phantasie, 

Fantasie, Kreativität und handwerkliches Können waren gefragt bei den Möbeln, die an der Jörg-Zürn-Gewerbeschule gefertigt wurden.

der technischen Konstruktion und handwerklicher Präzision nötig waren, um ein hübsches Möbel herzustellen. Und dann gehörte noch Mut dazu, das Werkstück den anderen Schülern und Lehrern vorzustellen. Bevor die Auszubildenden in der theoretischen Prüfung schwitzen, konnten sie so ihre praktischen Fähigkeiten beweisen.

 
 
 

Südkurier Überlingen, 24.05.03

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