> Pressespiegel > Bericht: SÜDKURIER, 03. September  2002
 

Markante Formen in Perfektion

24 Auszubildende absolvieren Gesellenprüfung der Schreiner-Innung

Überlingen (hpw) "Stellenweise auf sehr hohem Niveau" waren die Gesellenstücke, die die Auszubildenden der Schreiner- und Bootsbauerinnung zu ihrer Prüfung in das Überlinger Berufsschulzentrum mitgebracht hatten. In dieser Einschätzung waren sich der Prüfungsvorsitzende Martin Stengele (Überlingen) und sein Stellvertreter Bernd Nessler (Meersburg) einig.

Was bei der abschließenden Ausstellung im Foyer der Constantin-Vanotti-Schule präsentiert wurde, beeindruckte die Juroren sowohl in der handwerklich-fachgerechten Ausführung mancher Schwierigkeiten als auch in der kreativen Formgebung. Das ganze Repertoire eines fachlich versierten Schreiners war hier zu sehen - von perfekt ausgeführten klassischen Schwalbenschwanzverzinkungen als Verbindungstechnik bis hin zu auf einer CNC-gesteuerten Fräsmaschine programmierten Oberflächenbearbeitungen. "Wenn sie im Betrieb vorhanden sind, können alle technischen Möglichkeiten genutzt werden", sagt Bernd Nessler. Und das ist auch erwünscht. "Diese Oberflächengestaltung ist zum Beispiel bei uns programmiert worden", sagt Karl Barth, der an der Jörg-Zürn-Gewerbeschule für die theoretische Ausbildung verantwortlich ist und verweist auf eine ellipsenförmige Schranktür, in die ein markantes Relief gefräst wurde.

80 Stunden hatten die Auszubildenden Zeit, um das Gesellenstück in ihrem Betrieb anzufertigen. Dabei galt es, einige Elemente quasi als Pflichtprogramm zu berücksichtigen. So mussten mindestens eine Schublade oder ein anderes Schiebeelement enthalten sein sowie eine drehende Verbindung als Tür oder Klappe. Wie diese Anforderungen eingebaut werden, ist den Azubis überlassen. Es kann in einem schmucken Schachbrett mit abschließbarem Schubfach für die Figuren sein, in einem extravaganten Schrank oder einem Waschtischensemble.

Sieben im Wettbewerb

Sieben Gesellenstücke wurden von der Prüfungskommission ausgewählt, um am Wettbewerb "Gute Form" teilzunehmen, Auf regionaler Ebene wird dieser Vergleich am kommenden Wochenende bei der Kreishandwerkerschaft in Friedrichshafen stattfinden, die dortigen Sieger werden später beim so genannten "Schreinertag" in Karlsruhe vorgestellt werden. Insgesamt 24 Auszubildende aus dem ganzen Bodenseekreis, darunter vier junge Frauen als angehende Schreinerinnen, waren zur Abschlussprüfung in der Jörg-Zürn-Gewerbeschule angetreten. Schon im Mai waren die theoretischen Kenntnisse getestet worden, 

Mit Können und kreativer Formgebung brillierten die angehenden jungen Schreiner bei ihren Gesellenstücken ...

... die zum Abschluss der Prüfung im Überlinger Berufsschulzentrum ausgestellt wurden.
Bilder: Walter

jetzt galt es für alle, binnen 7,5 Stunden eine praktische Arbeitsprobe anzufertigen. Nach vorgebenen Maßen mussten die Prüflinge ein kleines CD-Regal aus Massivholz herstellen. Dabei kam es auch auf den korrekten Einsatz der Maschinentechnik und Beachtung der Sicherheitskriterien an. Zwischendurch wurden noch verschiedene Fachkenntnisse mündlich überprüft.

Auf andere Weise zupacken sollen die fertigen Schreinergesellen demnächst. Gemeinsam mit Auszubildenden des dritten Lehrjahres will Schulleiter Kurt Boch von der Jörg-Zürn-Gewerbeschule in der ersten Woche eine Gruppe in die Partnerstadt Bad Schandau schicken, um dort bei Aufräum- und Aufbauarbeiten mitzuhelfen.

 
 
 

Hanspeter Walter, Südkurier Überlingen, 03.09.2002

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