> Pressespiegel > Bericht: SÜDKURIER, 25. Februar 2003
   

Beitrag zur Standortsicherung

Jörg-Zürn-Gewerbeschule braucht Unterkünfte für Kollegiaten und Auszubildende - 
Konzept erhielt Dämpfer

Überlingen (hpw) Schon seit Jahren brüten die Jörg-Zürn-Gewerbeschule und ihr Förderverein über Ideen für ein Schülerwohnheim, das vor allem dem Berufskolleg für Biologisch-Technische Assistenten (BTA) und Auszubildenden im Glaser- und Fensterbauer-Handwerk Unterkünfte bereit stellen soll. Die Kollegiaten kommen aus der ganzen Republik, die angehenden Glaser aus einem großen Teil des Ländles. Seit Anfang des Jahres sah sich die Schule gemeinsam mit Stadt und Planer auf einem guten Weg. Standort, Investoren und Betreiber waren endlich in Sicht. Doch das Konzept erhielt nun in Gremien des Gemeinderates einen Dämpfer.

"Etwas aufgeschreckt" waren Gerhard Wachter vom Verein der Freunde der Jörg-Zürn-Gewerbeschule, Schulleiter Kurt Boch und der Leiter des Berufskollegs, Hartmut Walter, von Reaktionen im Bauausschuss. Dort war der Standort beim Schulzentrum in Frage gestellt worden. Der Schule selbst geht es um die Sicherung ihrer Zukunft. Dazu erhofft sich Wachter noch eine aktivere Unterstützung durch die Stadt Überlingen. "Es wurde zwar stets Verständnis geäußert", sagte er: "Doch wir brauchen mehr als Signale. Das Problem brennt uns unter den Nägeln".

Mit ihrem Berufskolleg hatte die Schule 1978 erfolgreich Neuland betreten und war die erste mit diesem Angebot in Baden-Württemberg. Inzwischen ist mehrfach Konkurrenz erwachsen - 2001 in Stuttgart-Hohenheim, 2002 in Heidelberg und Biberach, und ab Herbst wird es auch in Waldshut die BTA-Ausbildung geben. Die Vorzüge der neuen Standorte - zentralere Lage oder Nähe zur pharmazeutischen Wirtschaft - will die Schule mit besseren Rahmenbedingungen ausgleichen. Verdient habe sie es, sagt Wachter, zumal sie mit der Bioinformatik wieder "etwas Neues und ganz Tolles" etabliert habe.

Doch auch andere Auszubildende haben Wohnbedarf. Der Standort für das Glaser/

Als notwendigen Beitrag zur Zukunftssicherung sehen Schulleiter Kurt Boch (rechts) und Gerhard Wachter vom Verein der Freunde der Jörg-Zürn-Gewerbeschule den Bau eines Schülerwohnheimes. Bedarf besteht vor allem für das Berufskolleg für Biologisch-Technische Assistenten.
BILD: Walter

Fensterbauer-Handwerk ist um das erste Lehrjahr erweitert worden, dasEinzugsgebiet reicht bis Ulm. Nach einer Vereinbarung mit dem Landkreis als Schulträger konnten die höheren Lehrjahre in der Jugendherberge wohnen, zumal die Prüflinge im Mai - also noch vor der Hauptsaison - die Schule verließen. Mit der Erweiterung der Ausbildung ist Bedarf künftig allerdings von September bis Juli vorhanden, private Zimmer sind für viele zu teuer.

Erste Visionen eines Wohnheimes scheiterten an der Rentabilität für die Investoren. Aussicht auf Erfolg hat das jüngste Konzept mit insgesamt 69 Zimmern, das sich trotz moderater Preise für die Schüler rechnen könnte. Zum einen durch günstige Baukosten, zum anderen durch eine Mischnutzung, die während der Ferienzeiten eine Vermietung an Touristen vorsieht. Das Studentenwerk Konstanz würde bei der vorgesehen Größe als Betreiber einsteigen. "Diese Zusage war für uns wie Ostern und Weihnachten auf einmal", sagt Gerhard Wachter, den nun die Sorge plagt, dass das Projekt auf die lange Bank geschoben werden könnte.

 
 
 

Hanspeter Walter, Südkurier Überlingen, 25.02.2003

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