> Pressespiegel > Bericht: SÜDKURIER, 09. September 2003
 

Gedränge vor dem Erweiterungsbau

Mit dem Schulbeginn nimmt auch der Gymnasiums-Anbau Betrieb auf - Balladen für die Jörg-Zürn-Schule

Überlingen (hpw) Das trübe Wetter am gestrigen Vormittag war nicht schlecht, um den Schülern nach mehr als sechs Wochen traumhafter Sommerferien den Weg in den Unterricht zu erleichtern. Eitel Freude herrschte gar bei den Sechst- und Siebtklässlern des Gymnasiums, die den gerade fertiggestellten Erweiterungsbau in Besitz nehmen konnten. Am heutigen Dienstag kommen auch die Fünftklässler als Neulinge in diesen Genuss.

Die angesichts von inzwischen 1100 Schülern schon seit Jahren herrschende Raumnot - für 700 Schüler war das Gymnasium 1967 gebaut worden - und der Unterricht in den Kellerräumen des Hauptbaus haben ein Ende. Mit dem Erweiterungsbau stehen jetzt 13 neue Klassenzimmer für die Unterstufe zur Verfügung, die aufgrund ihrer Schüler- und Klassenzahlen für das neue Domizil prädestiniert war.

Die ganzen Ferien über waren die Arbeiten auf Hochtouren gelaufen, um die pünktliche Fertigstellung zum Beginn des neuen Schuljahres möglich zu machen. Noch am Wochenende mussten die Handwerker dazu die letzten kleinen Handgriffe tätigen, damit der Unterricht hier gestern schon mal planmäßig beginnen konnte. Die offizielle Eröffnungsfeier für das rund 2,6 Millionen Mark teure Erweiterungsprojekt ist am 27. September vorgesehen.

Die Schüler schienen auf alle Fälle bereits jetzt angetan und beflügelt von der angenehmen Atmosphäre in dem lichten Neubau über dem Musentrakt, um den die Unterstufe von den höheren Klassen sicher beneidet werden wird. Noch vor Schulbeginn herrschte gestern morgen großes Gedränge, um möglichst schnell in den Neubau zu kommen - und wann kommt so etwas schon mal vor in der Schule?

Noch abgesperrt ist der Verbindungssteg zum Hauptbau, der das Gymnasium zu einem Ensemble zusammen fügen und die Wege verkürzen soll. "Es müssen noch einige Edelstahlseile für die Sicherung der Brüstung nachgeliefert werden", sagt Christoph Hauser vom Architekturbüro Caduff und Hauser, das für Ausschreibungen und Bauleitung verantwortlich zeichnet. Noch in dieser Woche soll der Steg frei gegeben werden.

Voll des Lobes ist Hauser für die Leistung der Stadtgärtnerei, die derzeit die Außenanlagen fertig stellt. Sie habe nicht nur "sehr akkurat", 

Bernhard Stengele zeigte den Schülern in der Jörg-Zürn-Gewerbeschule, wie ein professioneller Schauspieler Balladen rezitiert.
Bild: Walter

sondern auch schnell gearbeitet und eine dreiwöchige Verzögerung der Steinlieferungen nahezu aufgeholt.

In der Gewerbeschule

Schon Tradition hat es, dass die Jörg-Zürn- Gewerbeschule das neue Schuljahr mit einer Versammlung in der Realschulturnhalle beginnt. Dass Bewegung und körperliche Ertüchtigung einen wichtigen Ausgleich zur geistigen Arbeit darstellen, unterstrichen die sportlichen Pädagogen zum Auftakt mit einem Volleyballspiel. Schulleiter Kurt Boch hieß die alten und neuen Schüler herzlich willkommen und stellte kurz die insgesamt neun verschiedenen Schulzweige vor, die unter dem Dach der beruflichen Kreisschule vereint sind. Und er ermunterte zum Gespräch untereinander.

Als Orientierungshilfe für die Neulinge stellten Schülervertreter die wichtigen Funktionsträger vor - von der Sekretärin und dem Hausmeister bis zu den Beratungs- und Verbindungslehrern. Zum vergnüglichen Auftakt trug Bernhard Stengele, Schauspieler und Regisseur am Stadttheater Konstanz, bei. Der Balladenspezialist, der sich in Überlingen während des Sommertheaters beliebt gemacht hatte, erwies Badenern und Schwaben Reverenz, als er Ludwig Uhlands "Schwäbische Kunde" und Gustav Schwabs "Reiter über den Bodensee" rezitierte und die aufmerksam lauschenden Schüler begeisterte. Das kleine Gastspiel des Schauspielers sollte auch Werbung für das Theaterabonnement der Jörg-Zürn-Gewerbeschule sein, das Oswald Burger seit Jahren organisiert.

 
 
 

Hanspeter Walter, Südkurier Überlingen, 09.09.03

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