> Pressespiegel > Bericht: SCHWÄBISCHE ZEITUNG, 18. September 2003
 

50 Euro und Urkunden von Johannes Rau

Förderpreis der Körber-Stiftung

Überlingen - Sie haben Gespräche geführt, in Archiven nachgeschlagen, die eigenen Familiengeschichten beleuchtet - und wurden mit einem Förderpreis der Körber-Stiftung belohnt: Die Elftklässler des Technischen Gymnasiums der Jörg-Zürn-Gewerbeschule in Überlingen.

Die dreißig Schüler und eine Schülerin haben zu dem Thema "Weggehen - Ankommen. Migration in der Geschichte" unterschiedliche Schwerpunkte gesetzt: Einige erzählen die Geschichte von Verwandten - beispielsweise vom Urgroßvater, der als Schwabenkind an den See kam. Andere greifen das Schicksal von KZ-Häftlingen auf oder kümmern sich um das Leben der Eisenbahnarbeiter. Die gemeinsame Überschrift ihrer Spurensuche: "Zur Arbeit an den See. Arbeitsemigranten, Fremdarbeiter, Zwangsarbeiter und Gastarbeiter in der Bodenseeregion".

Nach fünf Wochen intensiven Forschens ist aus vielen Einzeleindrücken ein 140-seitiges Buch geworden. Dieses wurde als Überlinger Beitrag zum Geschichtswettbewerb des Bundespräsidenten an die Körber-Stiftung geschickt. Bundesweit beteiligten sich 8632 Kinder und Jugendliche mit 1902 Arbeiten.

In Hamburg bedachte die Jury den Beitrag vom Bodensee mit einem Förderpreis. Dotiert ist dieser mit 50 Euro für die Klassenkasse und der Möglichkeit, an vielen Seminaren der Körber-Stiftung kostenlos teilzunehmen. Außerdem erhielt jeder der Teilnehmer aus Überlingen eine Urkunde - unterzeichnet von Johannes Rau.

50 EURO für die Klassenkasse und viel Spaß im Unterricht: Schulleiter Kurt Boch (hinten) teilt die Urkunden aus.
Bild: tes

Das Engagement hat noch andere Früchte getragen: "Um den Weg der Arbeitssuchenden nachzuvollziehen, sind wir selbst über die Alpen gewandert", berichtet Geschichtslehrer Oswald Burger. Außerdem haben alle die Zeit des Forschens in guter Erinnerung: Der Kontakt mit Zeitzeugen sei sehr interessant gewesen, viel lebendiger als das bloße Studium von Büchern.

"Ich freue mich, wenn so etwas gemacht wird", sagt Schulleiter Kurt Boch. Zumal mit dem diesjährigen Förderpreis der Körber-Stiftung die Jörg-Zürn-Gewerbeschule schon zum zweiten Mal in Hamburg reüssiert: Vor zwei Jahren erhielt eine Klasse von Burger diese Auszeichnung für ihre Arbeit über den Überlinger Schlachthof.

 
 
 

Annette Schwenk, Schwäbische Zeitung Markdorf, 18.09.03

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