> Pressespiegel > Bericht: SÜDKURIER, 23. Dezember 2005
 

Die erste Berufshürde ist genommen

Entlassfeier an der Jörg-Zürn-Gewerbeschule - 41 Lehrlinge verabschiedet

23 Industriemechaniker, 16 Kraftfahrzeug- mechaniker und zwei Glaser und Fensterbauer haben nach dreieinhalbjähriger Ausbildung ihre Berufsschulabschlussprüfung an der Jörg-Zürn-Gewerbeschule bestanden, 14 von ihnen erhielten Preise und Belobigungen. Schulleiter Kurt Boch würdigte die Leistungen der Lehrlinge während der Weihnachtsfeier im Dorfgemeinschaftshaus Nußdorf.

Überlingen - Mit der Prüfung haben die Lehrlinge, wie es Boch ausdrückte, "die erste Hürde" auf dem Weg zum Berufsabschluss genommen. Nach der fachtheoretischen folge mit der fachpraktischen Prüfung noch die zweite Hürde. "Dann haben Sie etwas, was Ihnen niemand mehr nehmen kann: Sie haben das Recht, eine Berufsbezeichnung zu führen", wandte sich der Schulleiter an die Schüler. Diese hätten einen Beruf ergriffen, der handwerkliches Können paare mit nicht zu unterschätzendem erforderlichen theoretischen Wissen. Die Berufsschüler haben sich nach Bochs Worten damit ein Fundament geschaffen, das in der heutigen konjunkturellen Lage keine absolute Sicherheit vor Arbeitslosigkeit biete, "aber das Ihnen als Basis dienen kann für weitere berufliche Taten". Boch appellierte an die jungen Menschen, nicht an diesem ersten Ziel stehen zu bleiben, sondern an ihrer beruflichen Zukunft weiterzubauen.

Die Kenntnisse für ihre Berufe wurden den Absolventen und Absolventinnen an der Berufsschule vermittelt, die erforderlichen Fertigkeiten im Betrieb - so wie es die duale Ausbildung vorsieht. Boch: "Dieses System dient jedoch nicht nur der beruflichen Qualifizierung, sondern der Persönlichkeitsbildung in sozialer Verantwortung im und durch den Beruf."

Der Schulleiter hoffte, dass die Lehrer und Ausbilder den Schülern mit den notwendigen Kenntnissen zum Bestehen der Prüfung eine Basis für die Zukunft gegeben haben, deren Richtschnur berufstypisch und handlungsorientiert sei. Um die jungen Menschen auf die Herausforderungen ihrer Berufe vorzubereiten, sei eine solide Ausbildung in fachpraktischer Tätigkeit und in theoretischem Wissen unbedingt notwendig. "Dieses Basiswissen werden Sie bald benötigen, um selbstverantwortlich zu arbeiten, insbesondere auch, um eine weitere Spezialisierung oder gar Weiterbildung zu durchlaufen", sagte Boch.

Der Schulleiter freute sich, dass sich über ein Drittel der Prüflinge durch besondere Leistungen

Die diesjährigen Berufsschülerinnen und Berufsschüler der Jörg-Zürn-Gewerbeschule, die einen Preis erhielten beziehungsweise denen ein Lob ausgesprochen wurde. Dritter von rechts Schulleiter Kurt Boch.
Bild: Kleinstück

ausgezeichnet haben. Preise erhielten: Die Industriemechaniker Johannes Amann (Überlingen), Thomas Bodenmüller und Stefan Vater (beide Markdorf); der Kraftfahrzeugmechaniker Martin Kirschmann (Friedrichshafen) und der Glaser und Fensterbauer Daniel Kneer (Westerheim). Belobigungen wurden ausgesprochen für die Industriemechaniker (Fachrichtung: Geräte und Feinwerktechnik) Jakob Gretz, Alwin Peici, Stephan Pitz und Andreas Reck (alle Überlingen); für die Industriemechaniker (Fachrichtung: Maschinen- und Systemtechnik) Nicolas Hammer (Salem), Markus Kunle und Sergei Ribant (beide Owingen); für den Kraftfahrzeugmechaniker Hubertus Haag (Friedrichshafen) und für den Glaser und Fensterbauer Dennis Maier (Überlingen).

Vor dieser Zeugnisübergabe hatte Boch daran erinnert, dass der jetzt 60 Jahre währende Friede nichts Selbstverständliches sei, sondern dass für dessen Erhaltung jeder Einzelne jeden Tag seinen Teil dazu beitragen müsse. Jeden Tag sind kleine Schritte von uns nötig. Schritte, die eine Verständigung zwischen uns Menschen und zwischen den Völkern möglich machen", so Boch. Einen dieser Schritte hätten Schüler und Lehrer der Gewerbeschule in diesem Jahr unternommen, in dem sie in Zusammenarbeit mit dem VDK Gräber deutscher Soldaten, die in sowjetischer Gefangenschaft gestorben sind, in Ufa in Baschkirien gemeinsam mit dortigen Jugendlichen gepflegt hätten. Solche Aktivitäten, die Steffi Gaus und Angelika Geist schilderten, habe sich die Jörg-Zürn-Gewerbeschule unter anderem auch zur Aufgabe gestellt, machte Boch abschließend klar.

 
 
 

Holger Kleinstück, Südkurier Überlingen, 23.12.05

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