> Pressespiegel > Bericht: SÜDKURIER, 19. Dezember 2005
 

Die Andere übers Knie gelegt

90 Teilnehmer bei Judo-Kreismeisterschaft - Drei Überlinger Schulen werden ausgezeichnet

Überlingen - Beide Hände packen das Revers. Der rechte Fuß hebelt die Partnerin aus dem sicheren Stand. Sie schlägt auf und fällt hin. Die zehnjährige Ida Sauter von der Realschule Überlingen lächelt. Im Rahmen des bundesweiten Schulwettbewerbs "Jugend trainiert für Olympia" trägt das Regierungspräsidium Tübingen die Judo-Kreismeisterschaft im Dojo im ehemaligen Fernmeldeamt in der Langgasse 5 in Überlingen aus. Kreismeister der Oberstufe wird die Jörg-Zürn-Gewerbeschule in Überlingen. Eine Doppelspitze gibt es bei den Kreismeistern der Unterstufe zu verzeichnen: Das Gymnasium Überlingen und die Realschule Überlingen.

Rund 90 Teilnehmer von 29 Schulen aus dem Bodenseekreis machen mit. In fünf Alters- und verschiedenen Gewichtsklassen liefern sich die Schüler der Jahrgänge 1995 bis 1988 faire Kämpfe auf dem Feld. Wer mitmachen will, braucht mindestens den achten Kyu, den weiß-gelben Gürtel. Rund zehn Anfänger mit Weißgurt stellen sich dem parallel laufenden Einsteigerturnier. Neben Mannschaftswertungen gibt es Einzelwertungen.

"Judo gibt einem Körperbeherrschung, Kraft und Fairness", sagt Sportlehrer Rolf Briddigkeit von der Jörg-Zürn-Gewerbeschule. Der Kreisbeauftragte für den Judo-Sport erklärt weiter: "Durch Judo lernt man den Umgang mit einer aggressiven Situation, die man sonst nicht beherrscht." Wichtig sei, dass Kinder durch Judo selbstbewusster würden und Mitverantwortung für den Partner lernen, sagt Trainerin Stefanie Lange vom Judo-Sportverein Überlingen (JSV). Ihr gefällt der Mut der Kleinen, sich einem Wettkampf zu stellen. "Wir sprechen bei uns nicht vom Gegner, sondern vom Partner", erzählt Briddigkeit.

Auf der Matte: Ida Sauter (oben) von der Realschule Überlingen hat Nicola de Francisco fest im Griff. Die Judo-Kreismeisterschaft des Schulwettbewerbs "Jugend trainiert für Olympia" lässt die Judoka schwitzen.
Bild: Bechtold

"Hajime!" (Beginnt!) fordert der Kampfrichter die Kontrahenten vor jeder Runde auf. Ein Kampf kann nur wenige Sekunden dauern, maximal aber zwei Minuten bei den Kleinen und vier Minuten bei den Großen. "Außer leichten Prellungen gibt es keine wesentlichen Verletzungen", resümiert Siegfried Wehrle vom Roten Kreuz in Überlingen.

Die jüngste Teilnehmerin ist Ronja Boneberg (7) von der Grundschule Bermatingen. Sie geht gerne in die Knie, um so ihre Kontrahentin in den Haltegriff zu kriegen. Der elfjährige Gabriel Schäfer von der Waldorfschule Überlingen trägt den gelben Gürtel. Der Judoka trainiert zweimal in der Woche. Er wünscht sich, einmal bei der Europameisterschaft dabei zu sein. Im Januar erwartet einige Judoka der nächste Wettkampf: Das Regierungspräsidiumsfinale in Ulm.

 
 
 

Markus Bechtold, Südkurier Überlingen, 19.12.05

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