> Pressespiegel > Bericht: SÜDKURIER, 26. August 2006
 

Jugendliche arbeiten für Frieden

Internationale Jugendbegegnung in Polen mit Schülern der Gewerbeschule

"Arbeit für den Frieden" steht in fünf Sprachen auf den T-Shirts der Teilnehmer der internationalen Jugendbegegnung Polen 2006. Die Jörg-Zürn-Gewerbeschule Überlingen pflegt in Zusammenarbeit mit dem Volksbund Deutscher Kriegsgräberfürsorge seit über 15 Jahren Friedhöfe von Opfern beider Weltkriege im Osten, in diesem Jahr in Polen bei der Gemeinde Milki/Masuren.

Überlingen - Der Arbeitseinsatz findet traditionell in den letzten beiden Schulwochen statt und ist grundsätzlich mit einer internationalen Jugendbegegnung kombiniert. Die 18 Schülerinnen und Schüler zwischen 16 und 24 Jahren trafen auf vierzehn polnische Jugendliche, mit denen sie arbeiteten und diskutierten, aber auch Fußball spielten, paddelten und Ausflüge unternahmen.

Die Unesco-Projektschule sieht in der Jugendbegegnung einen wichtigen Beitrag zur Völkerverständigung. Polen hat dabei einen besonderen Stellenwert. Die Schule unterhält eine Partnerschaft mit Tschenstochau. Geleitet wurde die Aktion von Hubert Gobs mit Unterstützung von Karl Barth, Bernhard Schnetter und Markus Bittmann.

Der Osten Polens war in beiden Weltkriegen stark umkämpft, dementsprechend hoch waren auch die Verluste auf allen Seiten. Wer die Grabstellen der Soldatenfriedhöfe vom Unkraut befreit, die Wege pflegt und die Inschriften auf den Grabsteinen erneuert, wird nachdenklich. Bedrückend war besonders der Einsatz auf dem letzten der vier

Die 18 Schülerinnen und Schüler der Jörg-Zürn-Gewerbeschule pflegten zusammen mit 14 polnischen Jugendlichen Kriegsgräber.
Bild: JZGS

betreuten Friedhöfe. Auf Bartossen haben bislang rund 7000 Soldaten des Zweiten Weltkriegs ihre letzte Ruhestätte gefunden. Auch der körperliche Einsatz war hier besonders hart. Über hundert Pfähle eines Wildszauns mussten entfernt werden.

Masuren bietet landschaftliche Schönheit und historische Begegnungen. Auf dem Programm standen Ausflüge auf den Seen; bei Besuchen der Marienburg, des Konzentrationslagers Stutthof und des ehemaligen "Führerhauptquartiers Wolfschanze" wurden die Jugendlichen mit der Vergangenheit konfrontiert. Ein Abstecher nach Danzig auf der Rückfahrt vermittelte einen kurzen, aber intensiven Eindruck einer modernen polnischen Metropole.

 
 
 

Markus Bittmann, Südkurier Überlingen, 26.08.06

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