> Pressespiegel > Bericht: SÜDKURIER, 11. April 2006
 

Harter Wettbewerb um den Wunsch-Schulplatz

Berufliche Schulen verbuchen mehr Interessenten als Plätze - Schulleiter: "Das reguliert sich aber wie in jedem Jahr"

Überlingen (reb) Die beruflichen Schulen in Überlingen sind gefragt wie eh und je. Seit vielen Jahren schon gibt es an der Constantin-Vanotti-Schule (CVS) und der Jörg-Zürn-Gewerbe Schule (JZGS) weniger Plätze als Anmeldungen. So verzeichnet die wirtschaftlich ausgerichtete Constantin-Vanotti-Schule für das kommende Schuljahr etwa 600 Anmeldungen auf 398 Plätze. Schulleiter Gerhard Krimmer jedoch sieht keinen Grund zur Besorgnis: "Die Zahlen hören sich jetzt horrormäßig an. Aber der ganz alte Herr Krimmer, der schon auf 23-jährige Schulleitererfahrungen zurückblicken kann, sagt: Die Rechnung wird wie in den vergangenen Jahren auch aufgehen." Er betont, dass es immer einen Überhang gebe, da sich viele Schul-Interessenten an mehreren Schulen anmeldeten. Die Wenigen, die schlussendlich nicht aufgenommen werden können, würden von den umliegenden Schulen aufgefangen.

"Die Sache mit den Plätzen reguliert sich immer", meint auch Kurt Boch, Schulleiter der Jörg-Zürn-Gewerbeschule: "Jeder kommt irgendwo unter." Auch in seiner Schule gibt es alljährlich mehr Anmeldungen als freie Plätze. So könne man momentan 95 Bewerber auf das Technische Gymnasium mit 64 Plätzen zählen, im Berufskolleg Technik und Medien sogar 60 Anmeldungen auf 24 Plätze. Für Boch spiegelt sich in dem Ansturm auf die Schulen auch die schlechte Lage auf dem Arbeitsmarkt. "Es findet ein Verdrängungswettbewerb statt. Die Realschüler nehmen den Hauptschülern die Ausbildungsstellen weg und die Gymnasiasten den Realschülern",

glaubt Boch. Die CVS hat zwischenzeitlich vier Oberstufenklassen, die JZGS mit dem technischen Schwerpunkt sowie die Justus-von-Liebig-Schule mit einem ernährungswissenschaftlichen Schwerpunkt kommen auf zwei Klassen. An diesen Schulen gebe es einen merklichen Trend in die wirtschaftliche Richtung, weiß Boch. Vermutlich liege dies in der Annahme der Schüler bergündet, dass die Berufschancen auf der wirtschaftlichen Ebene besser seien. Boch bemerkt: "Es kann irgendwann aber auch zu einem Wandel kommen, da immer mehr Ingenieure gesucht werden."

Immer wieder gibt es auch Schüler, die vom allgemeinen auf ein berufsbildendes Gymnasium wechseln wollen. Gerhard Krimmer als Schulleiter der CVS betont, dass diese aber nachvollziehbare Gründe vorweisen müssen, wie zum Beispiel sehr schlechte Noten in den Sprachfächern. Kurt Boch erklärt: "Solche Wechsler sind meist die, die schon genau wissen, was sie später studieren wollen und deshalb die Schulen mit dem jeweiligen Schwerpunkt vorziehen." Dies sei aber ein geringer Prozentsatz. Etwa 85 Prozent der Anwärter auf die Plätze an berufsbildenden Schulen kommen immer noch von der Realschule.

Das allgemeinbildende Gymnasium Überlingen verbucht einen leichten Rückkgang an Anmeldungen. Es wird aber wohl auch an die Grenzen seiner Kapazität stoßen, da es eine bestimmte Anzahl Schüler aufnehmen muss, die an anderen Gymnasien abgelehnt wurden.

 

 
 
 

Südkurier Überlingen, 11.04.06

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