> Pressespiegel > Bericht: SÜDKURIER, 11. August 2006
 

Vom Flugzeug bis zum Kloster

Präsentation der Seminarkursarbeiten im Dorfgemeinschaftshaus Nußdorf

Überlingen - Ein Jahr lang haben sich zwölf Schülerinnen und Schüler des Technischen Gymnasiums so intensiv mit einem Thema beschäftigt, dass sie am Ende einen Vortrag darüber halten konnten, eine Broschüre verfassten und eine multimediale CD dazu herstellten.

Die letzte Schulwoche begann mit der Präsentation der Seminarkursarbeiten im Dorfgemeinschaftshaus Nußdorf vor allen Schülern aus Vollzeitklassen der Jörg-Zürn-Gewerbeschulen, Lehrern und Eltern. Das Spektrum der Themen war breit und die so genannten Eigenarbeiten denkbar unterschiedlich.

Daniel Stengele erläuterte die Geschichte und die Prinzipien des Fliegens und zeigte die Grundprinzipien aerodynamischer Formen an einem selbst hergestellten Flugzeugmodell. Marina Nothhelfer und Björn Blankenhagen boten eine Einführung in Wasserstoff als Energiequelle. Ihre Eigenarbeit war ein Besuch in Forschungseinrichtungen und Produktionsstätten in Stuttgart und Ulm.

Larissa Nietner lieferte mit dem Thema "Erwerbsarbeit im Wandel" einen Grundkurs in Soziologie. Sie begann ihre Ausführungen über die Veränderungen der Arbeitswelt mit folgender Erinnerung: "Stell mich nie vor die Wahl zwischen Dir und dem Job. Ich würde mich immer für den Job entscheiden. Das sagte mein Vater vor 27 Jahren gleich am ersten gemeinsamen Abend zu meiner Mutter. Würde er das heute wieder tun?"

"Niemand hat vor, eine Mauer zu bauen", hörte man Walter Ulbricht in einer Filmsequenz treuherzig behaupten - wenige Tage, bevor die Mauer gebaut wurde. Für das Thema "Berliner Mauer" waren die drei Autoren Florian Groß, Johannes Städele und Karina Strobel eigens in die Hauptstadt gefahren.

Heiko Müller hatte sich mit dem Bau des Goldbacher Stollens in Überlingen befasst. Es sei atemberaubend gewesen, alles von dem

Die Schüler und ihre Resultate aus einem Jahr intensiver Arbeit.
Bild: TG12

überlebenden Häftling Anton Je zu erfahren, den Heiko Müller interviewt hatte.

Die Jörg-Zürn-Gewerbeschule ist eine Unesco-Projektschule. Was dies bedeutet und wozu es verpflichtet, stellte Sven Reis dar, der auch andere Unesco-Projektschulen aufsuchte. Dominik Fahrner und Philipp Sugg stellten die Praxis der Apartheid und des Rassismus in Südafrika dar.

Der letzte Referent führte seine Zuhörer in die Welt des Mönchtums. Christoph Strasser beschrieb das Leben des Ordensgründers Benedikt, die Regel des Benediktinerordens und die Benediktinerklöster der Bodenseeregion und berichtete von seinem Selbstversuch: er hatte eine Woche im Kloster verbracht.

Praktische Erkundung und theoretische Wissenssammlung, sorgfältige Dokumentation und lebendige Präsentation, eigenverantwortliches Recherchieren und gemeinsames Besprechen der Projekte waren die Methoden der Erarbeitung.

 
 
 

Südkurier Überlingen, 11.08.06

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