> Pressespiegel > Bericht: SÜDKURIER, 24. Dezember 2005
 

Faire Produkte für einen guten Zweck

Viele Schüler beim „Weihnachtskaffee" der Jörg-Zürn-Gewerbeschule -
Basar mit Produkten des Weltladens

Überlingen - Wie es seit vielen Jahren zur Tradition gehört, trafen sich Schüler und Lehrer der Überlinger Jörg-Zürn-Gewerbeschule über eine verlängerte große Pause zum „Weihnachtskaffee". Mit viel Engagement boten Schülerinnen und Schüler fair gehandelten Kaffee, frische Waffeln und selbst gebackene Kuchen zum Kauf an. Der Erlös wird wieder dem internationalen Kinderhilfswerk „Unsere kleinen Bürder und Schwestern" zur Verfügung gestellt. Etwa 3000 Waisen- und Straßenkinder leben in sieben Ländern Mittelamerikas und der Karibik in den Heimen dieses Hilfswerks. Zusätzlich profitieren weitere 40 000 Kinder und Erwachsene, die nicht direkt in den Häusern untergebracht sind, von den Einrichtungen, vor allem von den Schulen und Krankenstationen.

An  einem weiteren  Stand  boten Schülerinnen und Schüler fair gehandelte Waren an, die vom Überlinger Weltladen in Kommission zur Verfügung gestellt worden waren. Insbesondere auswärtige Schülerinnen und Schüler freuten sich, dass sie auf diese Weise über den fairen Handel informiert wurden. Im praktischen Sinn war es auch eine gute Gelegenheit, noch schnell das eine oder andere Geschenk für Heiligabend zu erwerben.

Obendrein ist das ein durchaus anschaulicher Unterricht zu internationalen Produktionsbedingungen und Handelsbeziehungen, also einiges von dem, was unter dem derzeitigen Modewort „Globalisierung" auch Gegenstand des Pflicht-Unterrichts in Fächern wie Gemeinschaftskunde, Religion oder Ethik ist eine besondere Verpflichtung. In den Leitlinien der Unesco-Schulen ist ausdrücklich das Ziel vorgegeben, dass die Schülerinnen und Schüler sich als Individuen in einem globalen Zusammenhang sehen und dass sie verstehen lernen, dass es nur eine Welt gibt, in der regionale und weltweite Zusammenhänge bestehen. Sie sollen Globalisierung in allen Aspekten - positiven wie negativen -erfassen und verstehen.

Bereits in Planung ist die Vorbereitung des sechsten internationalen Projekttags der deutschen Unesco-Projektschulen zum Thema „Lebens(t)raum Sport: fit, friedlich, fair - für eine Welt." Dieser 

Fair produzierte Fußbälle sind beim Weihnachtskaffee an der Jörg-Zürn- Gewerbeschule zum Kauf angeboten worden.

Projekttag wird am 26. April stattfinden. Die Unesco-Projektschulen laden auch alle anderen Schulen ein, sich an gemeinsamen sportlichen Aktionen zu beteiligen und gemeinsam Strategien zu entwickeln, wie die Fairness nicht nur im Sport zum Leitgedanken entwickelt werden kann.

Im Sinne der Fairness im Sport wurde auch ein fair produzierter Fußball vorgestellt und verkauft. Das heißt, dass die Näherinnen und Näher, die diesen Ball hergestellt haben, dafür einen gerechten Lohn erhalten und dass nicht Kinder als besonders billige Arbeitkräfte ausgebeutet wurden. Im Gegenteil: Die Arbeiterinnen, die diese Bälle zusammennähen müssen sich nicht um die Betreuung ihrer Kinder sorgen. Darüber hinaus können sich ihre Kinder auf die Schule vorbereiten und ihre Lebenschancen durch einen Schulabschluss erhöhen.
 
 
 

Südkurier Überlingen, 24.12.05

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