> Pressespiegel > Bericht: SÜDKURIER, 03. Juli  2007
 

Larissa hat eine glatte Eins

Jörg-Zürn-Gewerbeschule verabschiedet 35 Abiturienten und 60 Berufsschüler

Die Jörg-Zürn-Gewerbeschule hat 60 Schülerinnen und Schüler verschiedener handwerklicher Berufe entlassen. Außerdem legten 35 Schüler am Technischen Gymnasium der Schule ihr Abitur ab. Schulleiter Kurt Boch verabschiedete die jungen Menschen im vollbesetzten Dorfgemeinschaftshaus Nußdorf mit der gut gemeinten Aufforderung, im Leben selber etwas für das persönliche Glück zu tun.

Überlingen - Sich bewusst Ziele setzen, die Zeit sinnvoll nutzen und vernünftige, wertorientierte Entscheidungen fällen: Diese Appelle richtete Kurt Boch an die jungen Menschen, die erfolgreich die Berufsabschlussprüfung und damit den theoretischen Teil der Facharbeiter- und Gesellenprüfung für mehrere handwerkliche Berufe absolviert beziehungsweise das Abitur bestanden haben. 35 junge Menschen haben die allgemeine Hochschulreife erlangt. Der Notendurchschnitt liegt bei 2,5. Larissa Nietner erreichte als Jahrgangsbeste den Traumdurchschnitt von 1,0; weitere vier Schülerinnen und Schüler haben eine Eins vor dem Komma. Bei den 60 Berufsschülern wiederum konnten fünf für besondere Leistungen mit einem Preis ausgezeichnet werden; eine Belobigung erhielten 19 Schüler (siehe Info-Kasten).

Der Schulleiter forderte in seiner Ansprache dazu auf, sich im Leben bewusst Ziele zu setzen, die nicht nur das eigene Wohlergehen, sondern auch das anderer Menschen angingen. Wer um eines utopischen Zieles willen die gerechten Bedürfnisse seiner Mitmenschen missachte, könne dauerhaft nicht zufrieden werden. Boch: "Wer nur an das eigene Wohlergehen, nur an unsere Generation denkt und nicht auch das Wohl künftiger Generationen beachtet, der wird nicht wahrhaft glücklich sein." Diese Erkenntnis sei in der heutigen Zeit, in der der Mensch seine Umwelt bis in hohe Schichten der Atmosphäre global zerstöre, wichtiger denn je.

Er machte ferner darauf aufmerksam, dass die Selbstverwirklichung eines Menschen zukunftsorientiert sein und auf die Fortdauer menschlichen Lebens Bedacht nehmen müsse. Er appellierte an die jungen Menschen, keine willenlose Rädchen im Getriebe und keine dumpfe Manipuliermasse für die Mächtigen zu sein, sondern vernünftige, wertorientierte Entscheidungen zu fällen. Boch sagte weiter, dass die Lehrer der Schule es sich daher zur Aufgabe gemacht hätten, die geistigen und seelischen Kräfte der Schüler so zu schulen, dass diese in der Lage seien, "hinter die Dinge zu schauen, die Phänomene in ihrem Wesenskern zu erfassen und bewusst reflektierte sittliche Entscheidungen zu treffen". Ziel der Schule sei es auch gewesen, dass die jungen Menschen

Die Jörg-Zürn-Gewerbeschule hat 60 Schülerinnen und Schüler verschiedener handwerklicher Berufe entlassen, viele von ihnen wurden für besondere Leistungen mit einem Preis oder einer Belobigung ausgezeichnet. Bilder: Kleinstück
35 Schülerinnen und Schüler legten am Technischen Gymnasium der Jörg-Zürn-Gewerbeschule ihr Abitur ab. Der Notendurchschnitt beträgt 2,5. Larissa Nietner (3.v.l.) erreichte die Traumnote 1,0.

eine eigene Persönlichkeit entwickelten. Schließlich liege in der kritischen urteilenden und handelnden Persönlichkeit die Quelle zum Glück. "Wartet nicht auf das Glück wie auf einen Lottogewinn. Tut selbst etwas dafür", so der Schulleiter. Denn ein glücklicher Mensch habe das natürliche Bestreben, auch die Menschen in seiner Nähe glücklich zu sehen. Boch: "Sieh es als Lebensaufgabe an, ein glücklicher Mensch zu sein, denn nur so kannst du Mitmenschen glücklich machen." Und: "Wenn wir uns unsere Stärken, nicht unsere Schwächen vor Augen führen und in dieser Erkenntnis wertebewusst unser Leben gestalten, dann haben wir die Chance, selber glücklich zu sein und andere glücklich zu machen."

Bevor er die Abschlusszeugnisse aushändigte, sprach der Schulleiter Dank und Anerkennung an seine Kollegen und Ausbilder aus, hätten diese doch einen wichtigen Beitrag geleistet, dass die Schüler mit guten Prüfungsergebnissen entlassen werden könnten.

 
 
 

HOLGER KLEINSTÜCK, Südkurier Überlingen, 03.07.07

nach oben