> Pressespiegel > Bericht: SÜDKURIER, 24. November 2006
 

Auf der Suche nach der Berufung

"Berufe am See" informiert über Ausbildungsplätze in der Region

Gute Nachrichten für mehr als 1100 Schüler bei der Veranstaltung "Berufe am See". Wer einen Ausbildungsplatz sucht, braucht nicht Däumchen zu drehen. Informationen aus erster Hand gab es gestern im Kursaal von Betrieben und Innungen, Behörden und Schulen sowie Verbänden und von Lehrlingen selbst.

Überlingen - "Wir haben das Gefühl, dass sich der Markt dreht", betont Berufsberater Klaus Röben von der Bundesagentur für Arbeit in Überlingen und glaubt zumindest in der Region eine "kleine Trendwende" erkennen zu können. In vielen Bereichen müsse wieder stärker nach Auszubildenden gesucht werden, selbst für das laufende Lehrjahr sei noch der eine oder andere Platz oder zumindest ein Praktikum zu vergeben, nicht nur in Gastronomie und Einzelhandel. "In unserem Überlinger Bezirk muss keiner auf der Straße sitzen und nichts tun", sagt Röben. Dies bestätigt auch Utz Geiselhart vom Einzelhandelsverband in Konstanz, der mit seiner neuen offensiven Werbestrategie Nachwuchs gewinnen und diesen zu "Helden des Handels" machen will.

Die Bundesagentur für Arbeit als Veranstalter hatte intensive Vorarbeit geleistet, die Schüler schon im Vorfeld mit Material versorgt und die Eltern über das vielfältige Angebot informiert. Mehr als 1160 Schüler aus den Berufsorientierungsklassen von Haupt- und Realschule des gesamten Agenturbezirks Überlingen zwischen Sipplingen und Immenstaad waren angemeldet und die meisten kamen. Mit einem Berufserkundungsbogen versorgt machten sie sich auf, um sich die wichtigsten Informationen zu suchen und im Gespräch mit jungen Auszubildenden ein Bild aus erster Hand zu machen.

Dies ist aus Sicht der Berufsberater und der Pädagogen umso wichtiger, da viele Schüler die "intensive Auseinandersetzung mit der Berufswahl" scheuen, wie nicht nur Klaus Röben beobachtet. Die Tendenz, diese Entscheidung hinaus zu schieben und weiterführende Schulen zu besuchen, werde extremer. Doch dies müsse nicht für jeden der richtige Weg sein.

Wenige kamen mit so gezielten Vorstellungen wie Mathias Wörz von der Jörg-Zürn-Gewerbeschule, der sich nach einer Ausbildung als Fahrzeugpolsterer erkundigte. "Da ist Handarbeit, da sieht man, was man gemacht hat", erklärte der

Joachim Brennicke aus Hohenbodman und Raphael Waldbüßer von der Berufsfachschule Elektronik demonstrierten aus ihrer Ausbildung.
Bild: Walter

Markdorfer, "und man kann nachher zufrieden sein." So konkretes Interesse beobachteten auch die jungen Auszubildenden Alexandra Dittus und Diane Waldvogel am Stand des Hotel- und Gaststättenverbands eher selten: "Die meisten füllten nur ihren Bogen aus." Dabei gebe es gerade in der Gastronomie viele Chancen, erklärt auch Wolfgang Daub von der Dehoga in Konstanz: "Trotz der vielen Kochshows im Fernsehen gibt es in der Küche noch immer Nachwuchsmangel." Dies kann Günter Gebauer, Obermeister der Elektro-Innung, zwar noch nicht von seiner Branche sagen: "Doch der Ansturm ist nicht mehr so groß wie er schon war."

Im Angebot waren nicht nur neue Ausbildungsberufe wie "Kaufmann bzw. Kauffrau für Dialogmarketing", die die Telekom vorstellte. Dahinter verbirgt sich mehr als Plappern in einem Call-Center, denn in den drei Lehrjahren geht es sehr viel um Logistik, Kundenpflege und Überwachung. Erstmals vertreten war eine Organisation zur Vermittlung von Au-Pair-Stellen. "Für viele ist das nicht nur eine interessante Überbrückung", sagt Berufsberater Röben: "Man kann auch seine Fremdsprachenkenntnisse verbessern.

"Handwerksberufe vom Metzger bis zum Zimmerer warben ebenso um Nachwuchs wie Industriebetriebe oder Dienstleister aus den Pflegeberufen. Vertreter der Handwerkskammer sowie der Industrie- und Handelskammer ergänzten die breite Palette an Informationen.

Fotogalerie im Internet:

www.suedkurier.de/bilder

 
 
 

HANSPETER WALTER, Südkurier Überlingen, 24.11.06

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