> Pressespiegel > Bericht: SEEWOCHE, 03. Januar 2007
 

Schüler im Praxistest

Berufsvorbereitungsjahr in Betrieben als Weg in den Beruf

BVJler aus Überlingen haben zwei Wochen lang Praktika in verschiedenen Betrieben absolviert. Für einen Teil der Jugendlichen steht seither fest, wo sie sich bewerben wollen. Nützlich war die Berufserfahrung für alle Beteiligten.

Überlingen - Wasilios arbeitete im Einzelhandel, er musste Waren einräumen und „abschachteln", und gelegentlich durfte er sogar unter Aufsicht kassieren. Stressig sei das Praktikum nicht gewesen, aber eine Ausbildung in dem Bereich sei schon ziemlich anspruchsvoll.

Domenico durfte bei einer Edeka-Filiale in Markdorf relativ selbständig arbeiten, räumte Waren ins Kühlregal, war bei den Getränken, Spirituosen, Weinen, Süßigkeiten und Kosmetik. Er wird sich bei seinem Praktikumsbetrieb um eine Ausbildungsstelle bewerben. Auch Leo wird sich im Einzelhandel bewerben, nachdem er zwei Wochen lang in einem Geschäft Waren eingeräumt und abgelaufene Waren aussortiert hat.

Nico arbeitete in einem Schuhgeschäft, wo leider nicht ausgebildet wird. I Selcuk war in der Boutique ESPRIT CERTO-DUO in Nußdorf, räumte Waren ein, sortierte sie nach der Größe und gab Bestellungen auf. 

Isuf und Vitalij waren zusammen im Textilfachgeschäft Vögele. Beiden gefiel die Arbeit, offenbar war auch ihr Chef mit ihnen zufrieden, und sie denken darüber nach sich dort zu bewerben. Koray war in der Buchhandlung im La Piazza. Marco war in einem Friseursalon in Neufrach. Er bekam Einblick in die Arbeit eines Friseurs und durfte mithelfen beim Haare Waschen, Schneiden, Färben und Stylen. Er könnte sich vorstellen Friseur zu werden.

Ibo fand eine gute Praktikumsstelle bei Holzbau Böhler; obwohl man bei der Arbeit schmutzig wird, machte sie ihm Spaß. Er weiß jetzt, dass er Dachdecker werden will.

Praktika können Schülern Türen von Ausbildungsbetrieben öffnen.
Bild: Hansjörg Straub

Vadim arbeitete an Dreh- und Fräsmaschinen in einem Maschinenbauunternehmen. Er lernte Scheiben abfräsen. Abwechslungsreicher war das Praktikum von Andi in der Firma Albert Weber in Markdorf. Adonis war im Autohaus Riess in Überlingen mit Räderwechsel, Ölfilterwechsel und dem Erneuern von Bremsbelägen beschäftigt..

Auch Richard hatte eine abwechslungsreiche Arbeit in einer kleinen Firma für Handwerkerdienstsleistungen - gerade die Vielfalt der Arbeiten hat ihm gefallen.

Zwei Wochen lang erfuhren die BVJler, was es heißt zu arbeiten, erlebten die Befriedigung nach sinnvoller Tätigkeit. Sie waren aber auch mit Schwierigkeiten und Belastungen des Berufslebens konfrontiert.

Ein Teil der Jugendlichen weiß, in welchem Bereich er suchen wird. Und auch die Erfahrung, welchen Beruf einer auf jeden Fall nicht anstreben wird, ist eine nützliche Erkenntnis auf dem Weg der Berufsfindung. Einige wollen zunächst eine weiterführende Schule besuchen.

 
 
 

Seewoche Überlingen, 03.01.07

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