> Pressespiegel > Bericht: SÜDKURIER, 28. Dezember 2006
 

Noch fehlt es diesem Sport an Popularität

Judo-Kreismeisterschaft der Schulen

Überlingen - Durch das Haus der Vereine in Überlingen hallen laute Anfeuerungsrufe. Auf den Matten treten junge Judoka eifrig gegeneinander an. Zwischen Sieg und Niederlage liegen oft nur wenige Momente.

"Jugend trainiert für Olympia" heißt das Motto der Judo-Kreismeisterschaft der Schulen. Rund 120 Teilnehmer von etwa 20 Schulen aus dem gesamten Bodenseekreis sind nach Überlingen gekommen, um sich zu messen. Unzählige spannende Einzelkämpfe in fünf Altersklassen gehen über die Matten. "Wir möchten den Judosport in der Region publik machen", beschreibt Markus Bollin, Vorsitzender des Judo-Sportvereins Überlingen, das Ziel der jährlich stattfindenden Kreismeisterschaft.

Besonders wichtig ist Organisator Rolf Briddigkeit die Koordination zwischen Schulen und Vereinen. Ziel sei es, dass die Kinder auch in den Schulen Judosport betreiben würden, meint Briddigkeit, der nicht nur Mitglied im Überlinger Judosportverein und Kampfrichter für den deutschen Judoverband, sondern auch Sportlehrer an der Jörg-Zürn-Gewerbeschule in Überlingen ist. Seit 1982 baut er den Judosport auch in den schulischen Sportunterricht mit ein. So können Schüler des technischen Gymnasiums seit zwei Jahren ihre Sportprüfung auch im Judo ablegen. Damit bleibt die Jörg-Zürn-Gewerbeschule bisher aber die einzige Schule in Baden-Württemberg mit diesem Angebot. "Vielen Schulen fehlt es einfach an Judo-Lehrern und an der Kenntnis über die Sportart", weiß Briddigkeit, der auf schulischer Ebene im Bodenseekreis für Judo zuständig ist. "Dem Judosport fehlt es einfach an Popularität", sagt der Sportlehrer.

Das große Interesse an der Überlinger Kreismeisterschaft führt er vor allem auf ein enges Netz zwischen Schulen und Vereinen zurück.

Spannende Duelle lieferten sich die rund 120 Teilnehmer bei den Judo-Kreismeisterschaften der Schulen in Überlingen.
Bild: Unger

"Denn viele Schulen legen die Einladung zur Judo-Kreismeisterschaft wieder vom Tisch, weil sie keinen Bezug dazu haben", stellt Briddigkeit fest. So seien es oftmals die Vereine, die auf die Schulen zugingen, um für die eigentlich schulische Veranstaltung zu werben.

"Das Organisationsnetz funktioniert mittlerweile aber sehr gut", meint er und lobt die Zusammenarbeit mit Überlingens Vereinsvorsitzendem Bollin. Die Kreismeisterschaft in Überlingen machte dies deutlich. Mit großem Eifer kämpften kleine und große Judoka in zahlreichen Einzelwettbewerben. "Es lief alles sehr fair ab", meinte Briddigkeit am Ende zufrieden. Er sei sich sicher, dass die Meisterschaft auch im nächsten Jahr wieder gut angenommen werde. Dass der Judosport an den Überlinger Schulen einen besonderen Stellenwert hat, machten auch die Gesamtergebnisse deutlich. Kreismeister der Oberstufe wurden die Judokas der Jörg-Zürn-Gewerbeschule, den Meistertitel der jüngeren Schüler holte das Gymnasium Überlingen.

 
 
 

FLORIAN UNGER, Südkurier Überlingen, 28.12.06

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