> Pressespiegel > Bericht: SÜDKURIER, 20. Dezember 2006
 

Entscheidung fällt für Pfullendorf

Firma Kramer Allrad verlässt bisherigen Standort in Überlingen

Der Überlinger Oberbürgermeister Volkmar Weber hat gestern gegenüber dem SÜDKURIER bestätigt, dass Kramer Allrad nach 50 Jahren seinen bisherigen Standort am Bodensee verlassen und im Pfullendorfer Industriegebiet "Theuerbach" eine neue Produktionsstätte errichten wird. Die Entscheidung des Unternehmens wird heute Abend bei einer Pressekonferenz im neuen Rats- und Bürgersaal offiziell bekannt gegeben.

Pfullendorf - "Standortfrage Firma Kramer Werke GmbH", lautet das Thema der Pressekonferenz, die am heutigen Mittwoch um 18 Uhr im neuen Rats- und Bürgersaal stattfindet. "Die Firma Kramer wird ihre Entscheidung über ihren künftigen Unternehmensstandort bekannt gegeben", bestätigte gestern Hauptamtsleiter Hans-Jürgen Rupp auf Anfrage des SÜDKURIER, dass das Ringen zwischen Überlingen und Pfullendorf um das Traditionsunternehmen definitiv entschieden ist. An dem Pressegespräch werden neben der Überlinger Unternehmensspitze Bürgermeisterstellvertreter Manfred Moll und Wirtschaftsförderer Siegfried Abt teilnehmen. Dass das Gespräch in Pfullendorf stattfindet, deuteten Beobachter als weiteres signifikantes Indiz dafür, dass der Industriestandort Pfullendorf um einen weiteren starken Pfeiler verstärkt wird. Und auf Anfrage des SÜDKURIER bestätigte Volkmar Weber, Oberbürgermeister der Stadt Überlingen, gestern Abend, dass Pfullendorf künftig Kramer-Standort sein wird.

Bereits im September hatte der Gemeinderat Pfullendorf, nachdem eine konkrete Anfrage von Kramer Allrad vorlag, mit der Änderung des Bebauungsplans für das Industriegebiet "Theuerbach" den Weg für eine Ansiedlung frei gemacht. In der jüngsten Ratssitzung am 30. November stellte Bauamtsleiter Josef Waldschütz die Planungen der Firma Kramer mit Bürogebäude, Werkhalle, Parkplätzen und Teststrecke nochmals vor. Insgesamt benötigt die Firma eine Fläche von 15 Hektar, die zu einem großen Baufeld zusammengelegt werden mussten. Deshalb war Ende November der Bebauungsplan nochmals geändert und um 4000 Quadratmeter nach Westen

Für die Expansionspläne der Firma Kramer Allrad ist die bisherige Produktionsstätte am Bodenseeufer in Überlingen zu klein. Deshalb hielt das Unternehmen nach alternativen Standorten Ausschau.
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lugundbild.de

verlegt worden, um dort ein anderes Bauvorhaben realisieren zu können.

Für die nächsten Jahre plant das Traditionsunternehmen einen Expansionskurs. Die Verkaufszahlen für die derzeit jährlich rund produzierten 2500 Radlader und Teleskope sollen bis 2010 verdoppelt werden. Auf Grund dieses enormen Wachstums war der bisherige Standort am Bodenseeufer im Osten der Stadt Überlingen zu klein geworden. Durch die beengte Lage am See war eine Erweiterung ausgeschlossen und daher bot Überlingen dem Unternehmen im Stadtteil Bambergen Flächen an. Gleichzeitig hielten die Verantwortlichen des im österreichischen Linz ansässigen Konzerns Ausschau nach alternativen Standorten. Mindestens acht Städte buhlten um den 200-Mann starken Betrieb, aber letztlich blieb nur Pfullendorf im Rennen. Immer wieder bestätigten Stadtverwaltung und Wirtschaftsförderer Siegfried Abt, dass man in intensiven Verhandlungen mit Kramer stehe und Ex-Bürgermeister Heiko Schmid hatte sich Ende Juli erstmals öffentlich optimistisch über die Ansiedlung des Unternehmens geäußert.

    
Kommentar von Siegfried Volk

Sensation gelungen

Die Ansiedlung der Firma Kramer ist für den Wirtschafts- und Industriestandort Pfullendorf eine Sensation. Die Traditionsfirma verlässt ihren Standort am Bodenseeufer, um im "Hinterland" eine neue Produktionsstätte zu errichten, die Arbeitsplätze für hunderte Menschen bietet. Die Entscheidung der österreichischen Konzernlenker zeigt, dass sie die Zukunft Pfullendorfs sehr positiv sehen. Nach der "Denkfabrik" Escad, die vor allem Abiturienten die Chance bietet, nach dem Ingenieursstudium wieder in ihre Heimatstadt zurückzukehren, eröffnen sich mit den Kramer-Arbeitsplätzen im Produktionssektor auch Real- oder Hauptschülern Perspektiven auf einen Job. Die Millioneninvestition von Kramer könnte weitere Betriebe aus dem Zuliefererbereich nach Pfullendorf bringen. Der Kämmerer darf sich auf zusätzliche Gewerbesteuereinnahmen freuen und die wirtschaftliche Grundlage der Stadt wird von einer weiteren starken Schulter getragen.

  
 
 
 

SIEGFRIED VOLK UND WILHELM LEBERER, Südkurier Pfullendorf, 20.12.06

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