> Pressespiegel > Bericht: SÜDKURIER, 29. Dezember 2006
 

Gleichheit für alle

Leserbrief zum Thema Parkgebühren am Beruflichen Schulzentrum Überlingen

Überlingen- Am Beruflichen Schulzentrum Überlingen werden seit Oktober 2005 Parkgebühren für die Stellplätze des Bodenseekreises erhoben. In der Planungsphase der neuen Kreissporthalle hatten die Schulleitungen vehement auf den Parkplatzmangel des Berufschulzentrums hingewiesen und eine Tiefgarage unter der neuen Sporthalle gefordert, da das Schulzentrum mitten in der Stadt liegt. Die Kreisverwaltung kam diesem Wunsch unter der Auflage nach, dass die Tiefgarage bewirtschaftet werden müsse. Nach Fertigstellung der Kreissporthalle wurde aber plötzlich auf allen Stellplätzen rund um das Schulzentrum eine Parkgebühr verlangt, die für Schüler pro Monat 5,80 EURO beträgt. Den Lehrern wurden hingegen nur Stellplätze in den Tiefgaragen angeboten, die immerhin 29,00 EURO pro Monat kosten. 

Ein zuvor an die Lehreradresse gerichtetes Parkplatzangebot außerhalb der Tiefgarage in Höhe von 17,40 EURO pro Monat wurde trotz großer Resonanz urplötzlich und kommentarlos zurück genommen: Ein gravierendes Desinteresse an den teuren Stellplätzen in der Tiefgarage hatte die Kreisverwaltung zu diesem Schritt veranlasst. Die Jahresgebühr von 319,00 EURO für die Tiefgarage erscheint vielen Kollegen als allzu üppig; auch für die taktische Vorgehensweise konnte kaum Verständnis aufgebracht werden. Deshalb bleiben bis auf den heutigen Tag viele Tiefgaragenplätze leer, obgleich zu anderen Bedingungen die Nachfrage in die Höhe schnellen würde.

Die nun in der Verwaltungsvorlage genannten 17,85 EURO (statt 17,40 EURO durch die Mehrwertsteuererhöhung) monatlich für Lehrer an anderen Kreisschulen sind nachgerade betrachtet paradiesische Zahlen, bei deren Gültigkeit in Überlingen eine Woge der vorweihnachtlichen Glückseligkeit die hiesigen Parkplatzbenutzer erfassen würde.

Folgende Sachverhalte erschweren die Nachvollziehbarkeit der Kreisverwaltungsentscheidung: Im Umfeld der Beruflichen Schulen in Überlingen haben  flankierende städtische Parkerschwernisse die Situation verschlechtert, die Parkmöglichkeiten in den Zufahrtstraßen sind rapide zurückgebaut worden. Die Vorschläge des Schulträgers im Hinblick auf die konkrete Parkplatzregelung hatten  anfänglich eher Schnellschuss-Charakter. Sie wurde zudem ohne Rücksprache mit den betroffenen Personalvertretungen und den Kollegien getroffen.

Auch die Tatsache, dass die Überlinger Berufsschulen ganz offensichtlich in eine nicht gewollte Vorreiterrolle hineingezwängt worden sind und unsere Schüler und Lehrer momentan allein auf weiter Flur bzw. im Regen stehen, erzeugt allenthalben für eine gewisse Verärgerung. Aus Gründen der Gleichheit und Gerechtigkeit tun wir uns daher sehr schwer, diese offensichtliche Schieflage in der Behandlung durch unseren Schulträger zu akzeptieren. Der gesamte Vorgang enthält angesichts der aktuellen Entwicklungen an den anderen Schulstandorten einen bitteren schalen Beigeschmack. Dass die Kreisräte kürzlich der Landkreisverwaltung jetzt erst einmal die rote Karte gezeigt und eine sinnvolle Planungsüberarbeitung bzw. ein stimmiges Gesamtkonzept eingefordert haben, ist für die Schüler und Kollegien der beruflichen Schulen in Überlingen ein hoffnungsvolles Omen. 

Wir in Überlingen sträuben uns nicht gegen ein logisches, nachvollziehbares und den demokratischen Grundsätzen verpflichtetes Parkplatzkonzept; wir fordern eine Gleichbehandlung für alle Schüler und Kollegien unter der Obhut des Bodenseekreises.

Dr. Paul Baur, Vorsitzender Personalrat der Jörg-Zürn-Gewerbeschule Überlingen

 
 
 

Südkurier Überlingen, 29.12.06

nach oben