> Pressespiegel > Bericht: SÜDKURIER, 15. Februar 2007
 

Vorarbeit für neuen Museumsführer

Schüler des Technischen Gymnasiums der Gewerbeschule katalogisieren Puppenstuben des Museums

Die im Städtischen Museum beheimateten Puppenstuben sind katalogisiert worden. Übernommen hat diese Aufgabe die Klasse TG 11/2 des technischen Gymnasiums der Jörg-Zürn-Gewerbeschule im Rahmen ihres Geschichtsunterrichtes. Diese Arbeit gilt zugleich als Beitrag für den "Geschichtswettbewerb des Bundespräsidenten", der in diesem Jahr unter dem Thema "Jung und Alt in der Geschichte" steht.

Überlingen - Die Puppenstuben im Städtischen Museum waren 1968 der Öffentlichkeit zugänglich gemacht worden. Johanna Kunz aus Stuttgart hatte seinerzeit ihre Puppenstubensammlung mit 50 Puppenstuben aus vier Jahrhunderten sowie einzelne kostbare Puppen leihweise zur Verfügung gestellt. Inzwischen hat die Stadt die Sammlung erworben.

Die Puppenküchen, -stuben und -häuser sowie Kaufläden aus dem 18, 19. und 20. Jahrhundert berichten vom Leben vergangener Zeiten. Sie wurden von Johanna Kunz vor allem im schwäbischen Raum gesammelt, um nach den Schäden des Zweiten Weltkrieges auf diese Weise Zeugnisse einer zugrunde gegangenen Kultur zu bewahren.

Bislang waren die Puppenstuben im zweiten Obergeschoss des Museums zu sehen. "Sie führten bisher eher ein Schattendasein", drückte es Bürgermeister Ulrich Lutz anlässlich der Katalogübergabe aus. Seit Herbst des Vorjahres wird das Museum umgebaut; die Puppenstuben erhalten einen neuen attraktiven Platz im ersten Dachgeschoss. Sie sollen künftig in hellerem Licht und in modernen Vitrinen präsentiert und mit einer Sammlung von Überlinger Brauchtum ausgestellt werden. Lutz: "Das ist sicherlich ein Quantensprung für die Stuben." Bevor die Puppenstuben ihr bisheriges Quartier verließen, hatten die Schüler sie gemeinsam mit Graubach in Augenschein genommen, sie untersucht, dokumentiert und die vorliegenden Beschreibungen ergänzt. Da es bisher keinen umfassenden Katalog 

Museumsleiter Peter Graubach begutachtet eine der rund 50 Puppenstuben, die im Städtischen Museum beheimatet sind.
Bild: Kleinstück

gab, kann die von den Schülern erarbeitete Aufstellung als Vorarbeit für einen neuen Katalog  gelten, "den die Stadt Überlingen vielleicht einmal herstellt", hofft Burger. Gegliedert ist der Katalog in drei Teile. Part eins beschäftigt sich mit den Puppenhäusern und -stauben von der Renaissance bis zur Belle Epoque, Teil zwei mit Küchen aus drei Jahrhunderten und der dritte Teil ist den verschiedenen Läden gewidmet.

Gemeinsam mit ihrem Lehrer Oswald Burger haben die Schüler den 120-seitigen Katalog mittlerweile an Museumsleiter Peter Graubach überreicht. Ein weiteres Exemplar wird nach Berlin geschickt.

Am 22. April ist eine Teileröffnung des Museums geplant, am 21. Juni folgt die offizielle Eröffnung, anschließend ist am 24. Juni ein Tag der offenen Tür mit der Musikschule geplant. "Dann kann unser Katalog als Materialsammlung für den neuen Museumsführer verwendet werden", so Burger. Lutz freute sich, dass die Schüler der Gewerbeschule Graubach bei dessen großen Engagement unterstützt hätten. Er gewann dem Projekt aber noch eine weitere Tatsache ab: "Durch den Geschichtswettbewerb wird das Museum ins Bewusstsein der Jugend gerückt", freute sich Lutz.

 
 
 

HOLGER KLEINSTüCK, Südkurier Überlingen, 15.02.07

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