> Pressespiegel > Bericht: SÜDKURIER, 25. Juli  2007
 

Jugendliche tief beeindruckt von der Reise

Schüler des Technischen Gymnasiums verbringen erlebnisreiche Tage in Sachsen und Polen

Das Technische Gymnasium (TG) an der Jörg-Zürn-Gewerbeschule Überlingen befand sich auf Studienfahrt in Sachsen und in Polen. Oswald Burger, Lehrer an der Jörg-Zürn-Gewerbeschule, fasst die Reise zusammen:

Überlingen - Überall habe man vor der Reise die zweifelnde Frage gehört: "Was, ihr fahrt nach Polen?", erinnert sich Tilmann Bidinger, doch nun müsse er sagen, Polen habe ihn ebenso beeindruckt wie Sachsen. Besonders Dresden und Krakau "überraschten und beeindruckten mich", resumiert er. Wir haben "den sächsischen Mount Everest erklommen, die wilden Wasser der Elbe bezwungen, die polnische Gastfreundschaft und die polnischen Schönheiten kennen gelernt". So fasst Ihsan Elceoglu seine Reiseeindrücke zusammen. Sandro Beer gefiel die Stadt Dresden sehr gut, die historischen Gebäude, die Atmosphäre einer Studentenstadt und die vielen unterschiedlichen Menschen.

"Die Aussicht war gewaltig", erinnert sich Jan Werner an die Ersteigung des Schrammsteinblicks. Nach einer Kanufahrt auf der Elbe und einem Kletterkurs am Falkenstein stiegen die Schüler hunderte von Treppenstufen auf einen Fels hinauf und zwängten sich durch enge Felsspalten, aber es lohnte sich, denn man konnte die gesamte Wald- und Felswelt des Elbsandsteingebirges überblicken. Am Abend erholte sich ein Teil der Schüler in der Therme von Bad Schandau. Der zweitägige Besuch in Dresden und in Bad Schandau führte die meisten Schüler zum ersten Mal nach Sachsen und in die Überlinger Partnerstadt. Zwischen dem Markt und der Elbe verfolgten sie den Bau des großen neuen Hotels, in der Therme vergewisserten sie sich über den Unterschied zwischen dem Überlinger und dem Bad Schandauer Angebot.

Krakau ist eine der schönsten und kulturreichsten Städte - das war übereinstimmendes Urteil der Schüler der elften Klasse des Technischen Gymnasiums. Bemerkenswert fanden die Schüler die vielen Kirchen, den riesigen Marktplatz Rynek und die Innenstadt, die Stadtburg Wawel und das jüdische Viertel Kazimierz. Beeindruckend waren auch die Fabrik, in der Oskar Schindler seine jüdischen Arbeiter vor dem sicheren Tod bewahrte, die hübschen Frauen und die große Gastfreundschaft der Polen.

Nach den Tagen in Krakau durften die beiden Klassen in dem Sonderschulinternat für geistig behinderte Kinder in Bogumilek wohnen, das vor fünf Jahren mit finanzieller Hilfe des Bodenseekreises fertig gebaut worden war - das üppige Abendessen und Frühstück, die hübschen Zimmer der behinderten Kinder, die im Urlaub bei ihren Eltern oder in Ferienlagern waren, und die Sportanlagen gefielen Anja Eglauer besonders. Die Direktorin Lena Niespielak war besorgt darüber, dass es den deutschen Gästen nicht geschmeckt habe, weil noch etwas vom Essen übrig blieb.

Einmal durch das berüchtigte Tor mit der sarkastischen Überschrift "Arbeit macht frei" hindurch zu gehen fand Patrick Huber beeindruckend und erschreckend zugleich, er wusste, dass das Lager Birkenau groß war, aber mit einer solchen Größe hatte er nicht gerechnet,

Die Schüler des Technischen Gymnasiums an der Jörg-Zürn-Gewerbeschule Überlingen auf dem Marktplatz in Krakau 
   
Als Erinnerung an den Besuch erhielt Lehrer Oswald Burger ein Gemälde der polnischen Schule
Bilder: Gewerbeschule

er empfand Trauer und Mitgefühl für die Menschen, die damals an diesem Ort litten und starben. Patrick Huber fand es "eine tolle Idee, unsere Partnerschule in Tschenstochau zu besuchen". Er fand die hübschen Lehrerinnen und Führerinnen nett und weiß, dass Deutsche und Polen befreundet sein können.

Im Pilgerzentrum Jasna Gora in Tschenstochau waren die Überlinger Schüler mit der großen Frömmigkeit vieler Polen konfrontiert. Während polnische Pilger sich der "Schwarzen Madonna" auf den Knien näherten, durften sie direkt daran vorbei gehen und staunend eine Form der Religiosität beobachten, die den meisten fremd war.

Als Regina Suter in einer Eisdiele in Tschenstochau etwas unbeholfen bei der Bestellung war, half ihr eine polnische Familie, die in Deutschland lebt und ihre Ferien in Polen verbringt. Beide staunten darüber, dass sie einander getroffen hatten und verstanden. Begegnungen wie diese tragen zur Völkerfreundschaft bei. Sandro Beer fasste seine Erinnerungen mit der Bemerkung zusammen, beeindruckt habe ihn die polnische Bevölkerung, die uns "immer mit einem Lächeln empfange hat, was mir auf jeden Fall den Mut gibt, das Land wieder gerne zu besuchen." Weil die TG-Schüler auch viele eigene Erfahrungen machen konnten, hatte die Studienfahrt auch noch einen anderen Effekt, wie Juliane Gottfried feststellte: "Die Reise hat unsere Klasse enger zusammengebracht und nur dafür hat sich das schon gelohnt."

 
 
 

OSWALD BURGER, Südkurier Überlingen, 25.07.07

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