> Pressespiegel > Bericht: SÜDKURIER, 22. September 2006
 

VHS ist jetzt ein "Kellerkind"

Kurse und Büro im ehemaligen Landwirtschaftsamt beim Schloss Rauenstein

Die Farbe an den Wänden ist gerade mal trocken: In frisch renovierten Räumen empfängt die VHS ihre Kursteilnehmer zum Semesterstart am Montag im Nebengebäude von Schloss Rauenstein. Die "Klassenzimmer" und das Büro von Regina Voßbeck, sie ist die Chefin von Überlingens zentraler Weiterbildungs-Institution, sind jetzt im Untergeschoss untergebracht. Im Erd- und Obergeschoss residiert nun die Constantin- Vanotti-Schule.

Überlingen - Die Sanierung des in Kreisbesitz befindlichen und in Überlingen als VHS-Zentrum bekannten Gebäudes wurde vor allem in Angriff genommen, weil die Constantin-Vanotti-Schule aus allen Nähten platzt. Für die VHS hat das Vor- und Nachteile. Sie wurde ins Untergeschoss "abgeschoben" und verfügt nun über weniger eigene Räume als früher. Besonders schmerzt der Wegfall des großen Sportsaals, der Heimat der so traditionsreichen Ballettkurse und auch aller anderen Sport- und Bewegungsangebote war. Geschwitzt wird ab diesem Herbst- und Wintersemester im Musiksaal der Jörg-Zürn-Gewerbeschule. Immerhin: Er ist in einem Neubau untergebracht.

Durch die jetzt dezentrale Struktur der VHS steigt der Verwaltungsaufwand für Regina Voßbeck, die aber auch von "enormen Vorteilen" spricht. Alles sei moderner, von den Toiletten bis zu den Kursräumen und einem Getränkeautomaten. Daneben rechnet sie damit, an Wochenenden und in den Abendstunden die Klassenzimmer der Vanotti-Schule nutzen zu dürfen, darunter auch Computer-Fachräume. "Wir werden uns arrangieren und in einigen Wochen dürfte sich alles eingespielt haben", so die Überlinger VHS-Chefin. Nach den Umbaumaßnahmen beherbergt das VHS-Zentrum nicht mehr die IHK, die Schulpsychologische Beratungsstelle und die Lernende Region Bodensee. Dafür ist die Wasserschutzpolizei mit einem Schulungsraum in das Gebäude eingezogen.

Das aktuelle VHS-Programm ist rund 200 Kurse stark und liegt damit auf dem Niveau früherer Semester. Zwei Schwerpunkte sind neben den "klassischen" Sprach- und Berufsfortbildungskursen (EDV, Buchhaltung, Rhetorik) zu erkennen: Gesundheitsangebote und Kreatives. Wer will, kann bei der VHS lernen, wie man Ikonen, Mandalas oder Akte zeichnet. 

Rundumerneuert präsentiert sich die VHS zum Semesterstart am Montag, was ihre Räumlichkeiten anbelangt. Beim Programm vertraut Überlingens VHS-Chefin Regina Voßbeck auf Fortbildungs-Dauerbrenner, die von Angebotspremieren ergänzt werden.
Bild:
Niederberger

Apropos Kunst: Die Malfereien auf  Rhodos mit Barbara Michel-Jaegerhuber sind fast ausgebucht. Neues auch beim Thema Sport/Gesundheit/Bewegung. Hier gibt's neue Yoga-Kurse sowie Gymnastik und Walking für Mollige, die den Zusatz "XXL" im Titel führen - das Buchstabenkürzel soll weniger abschreckend wirken. Außergewöhnlich und noch nie angeboten werden einige weitere Kurse, zum Beispiel "Mannsein bewusst erleben", "Türkisch für Anfänger" oder "Strudel wedeln". Ausgebucht bereits ist "Das Geheimnis unserer inneren Stärke" und "Tango Argentino".

Nachdem vor eineinhalb Jahren die Kursgebühren angehoben wurden und eine Reihe von Sondervergünstigungen wegfielen, bleiben die Kosten für VHS-Gänger heuer stabil. Regina Voßbeck rechnet damit, dass das auch in näherer Zukunft so bleiben wird, obwohl das Land seine Zuschüsse im nächsten Jahr zurückfahren will (wir berichteten auf unserer Seite Baden-Württemberg). Wenn schon Preisanhebungen, dann nur indirekte, so die VHS-Filialleiterin: Kurse würden für dieselbe Gebühr angeboten, dauerten aber nicht mehr so lange.

 
 
 

HOLGER NIEDERBERGER, Südkurier Überlingen, 22.09.06

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