> Pressespiegel > Bericht: Kölner Rundschau, 31. Juli 2008
 

Manchmal wie ein echter Krimi

Biologisch-Technische Assistenten bekommen es auch mit Blut zu tun

Von der zellbiologischen Forschung bis zum Landeskriminalamt reichen die Einsatzgebiete der Biologisch-Technischen Assistenten (BTA). Klaus Fuisting, Diplombiologe aus Leverkusen, hat für den Verband der Biowissenschaften (VBIO) einen Film über die Ausbildung zum BTA gedreht. Nicht von ungefähr beginnt er mit "einem neuen Fall für Almut": Die Biologisch-Technische Assistentin analysiert in einem Landeskriminalamt DNA-Spuren von einem blutigen Beweisstück.

"Das ist ein spannender Beruf", sagt Fuisting. Und einer, bei dem Ausbildungsplätze begehrt sind: Fuistings Arbeitgeber, das Berufskolleg Kartäuserwall in Köln, hat jedes Jahr rund 280 Bewerbungen für rund 45 Plätze. Dennoch soll der Film für den Beruf werben: "Es finden sich häufig nicht genug Kandidaten, die den Anforderungen genügen", erklärt Thomas Wittling, Vorsitzender im Verband Biologisch-Technischer Assistenten (VBTA) in Diedorf (Bayern).

Formal reicht der Realschulabschluss. Unverzichtbar sind sehr gute mathematische und naturwissenschaftliche Kenntnisse. "Auch Sprachkenntnisse sind wichtig, an Universitäten arbeiten BTAs in englischsprachigen Teams", sagt Wittling. Bevor es so weit ist, durchlaufen sie eine zweijährige schulische Ausbildung. Die Schüler lernen den Umgang mit Pipette, Mikroskop und Zentrifuge. Und sie lernen beispielsweise, wie sich menschliches Erbgut vervielfältigen oder tierische Zellkulturen anlegen lassen.

Bundesweit stehen mehr als 40 Schulen in privater oder staatlicher Trägerschaft zur Auswahl. Doch auch ohne Lehrgeld, das die Privatschulen erheben, ist die Ausbildung eine Investition: Die Schüler müssen in jedem Fall ihre Lernmittel, Verpflegung und Unterkunft zahlen, wenn sie nicht mehr bei den Eltern wohnen können oder wollen , sagt Thomas Wittling. Demgegenüber sei eine klassische Ausbildung günstiger: Biologielaboranten bekommen drei Jahre lang ihr Ausbildungsgeld." 

Biologisch-Technische Assistenten üben den Umgang mit Gefahrstoffen, aber auch den mit Pipette, Mikroskop und Zentrifuge.
Bild: Gewerbeschule

Laboranten gelten als Konkurrenten der schulischen Assistentenausbildung, sagt Carsten Roller, Leiter der Abteilung Ausbildung und Karriere beim VBIO in München. 

Die BTA-Ausbildung ist breit angelegt und mit 34 beziehungsweise für Realschüler 38 Wochenstunden randvoll und sehr arbeitsintensiv, sagt Wolfram Müller, Abteilungsleiter an der Jörg-Zürn-Gewerbeschule in Überlingen. Das Berufskolleg bildet neben den klassischen BTA auch die Fachrichtung "Bioinformatik und Molekularbiologie" aus. Der neue Schwerpunkt beschäftigt sich mit Datenmengen, die etwa bei der Entschlüsselung der menschlichen Erbinformationen mit Hilfe von Computern erfasst und mit spezieller Software ausgewertet werden können.

Das Einstiegsgehalt eines BTA liegt bei 1800 Euro monatlich im öffentlichen Bereich und 2500 Euro in der pharmazeutischen Industrie, sagt Abteilungsleiter Müller. "Unsere Absolventen werden auch gerne in der Schweiz beschäftigt.  Dort sind die Einkommen deutlich höher."


Infos
Liste der anerkannten Ausbildungsschulen bei der Bundesagentur für Arbeit:
http://infobub.arbeitsagentur.de/kurs

Verband Biologie, Biowissenschaften und Biomedizin in Deutschland, Geschäftsstelle München,
Ruf (089) 26 02 45 73, www.vbio.de

Verband Biologisch-Technischer Assistenten, Ruf (0821) 327 23 30, www.vbta.de.

 

 
 
 

Kölner Rundschau, 31.07.08

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