> Pressespiegel > Bericht: SÜDKURIER, 15. November 2007
 

Begegnungen für den Frieden

Überlinger Schüler setzen sich in Bulgarien ein - Ausstellung in der Volksbank

Überlingen - Das Foto zeigt einen jungen Mann, der ein gelbes Schild mit kyrillischen Buchstaben beschriftet. Das Schild ist einer der Wegweiser, die eine Strecke in den Bergen Bulgariens kennzeichnen: den Friedenspfad.

Der junge Mann auf dem Foto heißt Jonas Marichal-Schäfer und ist Schüler an der Jörg-Zürn-Gewerbeschule. Er war mit einer Schülergruppe aus Überlingen vor Ort. Warum? Um zu erinnern, nicht zu vergessen und die Begegnung zu suchen. Die Begegnung mit den Menschen, der Geschichte und der Zukunft. Seit 1993 fahren regelmäßig etwa 20 Schülerinnen und Schüler mit drei Lehrern der Jörg-Zürn-Gewerbeschule nach Osteuropa. Hier pflegen sie Kriegsgräberstätten und Soldatenfriedhöfe und setzen sie wieder instand. Und: Sie arbeiten am Friedensweg.

Von diesen Arbeiten kann sich nun auch die Öffentlichkeit überzeugen. Vor einer Woche wurde die Ausstellung "Begegnungen in Bulgarien" in der Galerie der Volksbank Überlingen eröffnet.

Viele Fotos, Zeichnung und Bilder aus der Bulgarien-Jugendbegegnung 2007 sind dort zu sehen. Doch es sind nicht nur die beeindruckenden Fotografien der Landschaften und Gedenkstätten, die auffallen. Es sind vor allem die Bilder von Menschen, die dort leben, aber auch von denen, die sich dort engagiert haben, die den Betrachter tief im Inneren berühren. Geschichten werden sichtbar, Erfahrungen und Begegnungen verständlich und erfahrbar. Es sind die ergänzenden Zeichnungen von Hansjörg Straub, treffend und bewegend, die viele Gefühle vermitteln. Die Gefühle treffen die Besucher tief - oft mitten ins Herz.

Kurt Boch, Schulleiter der Jörg-Zürn- Gewerbeschule, brachte es während der Ausstellungeröffnung auf den Punkt: "Die Ausstellung zeigt Arbeit. Einerseits die körperliche Tätigkeit, andererseits den großen Einsatz für den Frieden." Auch Bürgermeister Ulrich Lutz war beeindruckt von den Bildern. "Es ist eine Ausstellung der anderen Art", gab er zu bedenken. 

Die Fotografien in der Galerie der Volksbank zeigen Eindrücke und Erlebnisse der Schüler: Jonas Marichal-Schäfer, Simon Link, Astrid Schmitz-Du Mont und Anja Schmalz (von links) setzten sich vor Ort ein.
Bild:
Olheide

Er bezeichnete die Arbeit der Jugendlichen vor Ort als "Aufarbeitung der Geschichte" und dankte ihnen für "das Gedenken an Menschen, die ihr Leben ließen."

Ergänzt werden die optischen Eindrücke von den eigenen Geschichten der Jugendlichen. Sie schrieben ihre Erfahrungen auf, erzählen von Freundschaften über die Grenzen hinweg, von "Begegnungen". Schulleiter Boch betonte in der Volksbank vor allem den Nutzen, den die Jugendlichen für ihr eigenes Leben aus den Reisen nach Osteuropa ziehen. Jonas Marchial-Schäfer ist überzeugt: "Ich bin froh, diese Erfahrung gemacht zu haben und möchte nächstes Jahr wieder mitfahren."

Die Fotos, Geschichten und Zeichnungen werden bis Freitag, 14. Dezember, in der Galerie der Volksbank Überlingen zu sehen sein. Auch das Bild von Jonas hängt hier. Das gelbe Schild mit der großen Bedeutung ist nun längst fertig. Die Erinnerung an seine Entstehung, die Bilder, Gedanken und Begegnungen bleiben.

 
 
 

MONIKA OLHEIDE, Südkurier Überlingen, 15.11.07

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