> Pressespiegel > Bericht: SÜDKURIER, 08. September 2007
 

Gute Luft an allen Schulen

Rauchverbot zu Beginn des neuen Schuljahres an den beruflichen Schulen

Vom neuen Schuljahr an gilt im gesamten Schulzentrum ein generelles Rauchverbot. Darauf verständigten sich die Leiter der beruflichen Schulen und ließen die Aschenbecher in den bisherigen Raucherzonen abschrauben. In einem Rundschreiben informieren sie die Nachbarschaft über möglicherweise drohendes Ungemach und bitten um Unterstützung.

Überlingen - Dieser Weg ist sicher kein leichter Weg. Doch auch die drei beruflichen Schulen wollen mit Beginn des neuen Schuljahres gemeinsam den Kampf gegen den blauen Dunst aufnehmen und haben für das gesamte Schulgelände ein Rauchverbot verhängt. Realschule und Gymnasium, die sich schon bisher zumindest für rauchfrei erklärt hatten, werden froh sein über die neue Solidarität. Bei der Überwachung wird den Pädagogen allerdings einiges abverlangt.

Auf Initiative von Gerhard Krimmer, Schulleiter der Constantin-Vanotti-Schule, hatten sich auch die Kollegen Susanne Abt (Justus-von-Liebig-Schule) und Kurt Boch (Jörg-Zürn-Gewerbeschule) schon vor den Ferien darauf verständigt, ein generelles Rauchverbot auf dem Schulgelände einzuführen. Die drei Lehrerkollegien hatten sich daraufhin ebenfalls nahezu einhellig für die Abschaffung der Raucherecken ausgesprochen.

Mittlerweile sind die Aschenbecher abgebaut und die Hinweisschilder auf Raucherzonen entfernt. Manche notorische Qualmer unter den Schülern werden sich beim Schulbeginn am Montag verwundert die Augen reiben. Beflügelt wurde die Maßnahme durch das neue generelle Verbot für Jugendliche, unter 18 Jahren in der Öffentlichkeit zu rauchen.

"Wir werden die Pausenaufsicht verstärken müssen", sagt Kurt Boch, der diese Woche mit den Kollegen auch die künftige Kontrollstrategie abgesprochen hat. Das wird am Anfang sicher 

schwer werden, ist der Schulleiter realistisch und sieht das Fluchtverhalten schon voraus: "Wir befürchten Beschwerden der Anwohner."

Dieser Bilder gehören der Vergangenheit an: Raucherzonen wird es auch bei den beruflichen Schulen künftig nicht mehr geben. Auf dem Schulgelände gilt ab sofort ein generelles Rauchverbot. Bild: Walter

In einem Rundbrief wenden sich die beruflichen Schulen daher in diesen Tagen an die gesamte Nachbarschaft und machen sie auf die neue Situation aufmerksam. Aufgrund des Rauchverbots auf dem Schulgelände sei zu befürchten, dass die Jugendlichen teilweise in die Umgebung ausweichen und dort "ihrem Laster nachgehen" werden, heißt es in dem Schreiben.

Die Lehrer bitten zugleich um pädagogische Mithilfe beim Widerstand gegen die Ausweichmanöver. Das Wegwerfen von Kippen sei "schlechtes Benehmen" und dürfe nicht geduldet werden. "Sprechen Sie die Verursacher an," appellieren die Schulleiter gemeinsam an die Anwohner. Gegebenenfalls raten sie den geplagten Nachbarn, sich an das städtische Ordnungsamt zu wenden.

Dies wollen auch die Schulen selbst bei Verstößen auf dem eigenen Gelände tun, wie Kurt Boch sagt. "Etwas Positives" habe die Maßnahme jedoch, erklärt der Schulleiter: "Es wird voraussichtlich weniger geraucht." Denn die Fünf-Minuten-Pausen seien in der Regel zu kurz, um das Gelände zu verlassen. Zumindest so lange sich die Schüler keine eigenmächtige Verlängerung gönnen. Wo ein Wille ist, ist auch ein Weg.

 
 
 

HANSPETER WALTER, Südkurier Überlingen, 08.09.07

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