> Pressespiegel > Bericht: SÜDKURIER, 25. August 2008
 

Schüler pflegen Soldatengräber

Internationale Jugendbegegnung der Jörg-Zürn-Gewerbeschule in Rumänien - 
Einsatzort: das frühere Kronstadt

Überlingen - "Arbeit für den Frieden" bedeutete für 18 Schülerinnen und Schüler der Jörg-Zürn- Gewerbeschule Überlingen eine ausgewogene Mischung aus Arbeit, Jugendbegegnung und Landeskunde. Einsatzort war Brasov, das frühere Kronstadt in Rumänien. Unmittelbar an der Hauptverkehrsstraße in Richtung Bukarest befindet sich ein Soldatenfriedhof aus dem Ersten Weltkrieg mit ungefähr 300 Grabstellen. Die zum Teil stark verwitterten Kreuze mussten gereinigt und größtenteils neu ausgerichtet werden, eine körperlich anstrengende Arbeit, die einige Tage in großer Sommerhitze bei Lärm und Abgasen in Anspruch nahm. Die Aktion erfolgte in Zusammenarbeit mit dem Volksbund Deutscher Kriegsgräberfürsorge. Markus Bittmann, einer der begleitenden Betreuer: "Gleichzeitig wurde die Schule auch ihrem Auftrag als UNESCO- Projektschule gerecht."

Die Schülerinnen und Schüler aus verschiedenen Schularten arbeiteten zusammen mit weiteren Freiwilligen - Schülern und Studenten aus allen Teilen Rumäniens, die von der rumänischen Kriegsgräberbetreuung "ONCE" angeworben waren. Ein weiterer Auftrag war die Überbringung von zahlreichen Spenden an das Kinderheim "Canaan" in Sercaia. Unter der ebenso professionellen wie liebevollen Betreuung von Dr. Anca und Stefan Stramtu leben Kinder unterschiedlicher Behinderungsgrade mit ihren Betreuern in einer dorfähnlichen Gemeinschaft zusammen. Die Einrichtung verfügt über moderne Therapieeinrichtungen, deren Einsatzmöglichkeiten durch die überbrachten medizinischen Hilfsgüter weiter verbessert werden können. Die Kleiderspenden werden auf den regionalen Second-Hand-Markt gebracht und tragen zur Finanzierung des Kinderheims bei.

Der Leiter der Gruppe, Hubert Gobs, betonte, dass über die Arbeit hinaus der Austausch zwischen Jugendlichen der beiden Länder wichtig sei. 

Die Gruppe der  Jörg-Zürn-Gewerbeschule in Brasov in Rumänien unter der Leitung von Hubert Gobs (2. von links in der ersten Reihe). 
Bild: Gewerbeschule

Entsprechend wichtig war auch das Kulturprogramm, beispielsweise Exkursionen zu der Kirchenburg Tartlau, in ein orthodoxes Kloster und nach Predeal, wo einst der deutschstämmige Hohenzollernkönig Carol I. von Rumänien seine Sommerresidenz nach dem Vorbild von Schloss Sigmaringen errichten ließ. Vor Ort wurde die Gruppe von Erwin Hellmann, Vorsitzender der evangelischen Kirchengemeinde Kronstadt, betreut, der als Kenner der siebenbürgener Kultur auch die weniger touristischen Winkel aufsuchte.

 
 
 

Dr. Markus Bittmann, Südkurier Überlingen, 25.08.08

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