> Pressespiegel > Bericht: HALLO Ü, 31. Juli 2008
 

Abschied vom Berufsleben

Drei Lehrer gehen von Bord

Überlingen - In der letzten Gesamtlehrerkonferenz des Schuljahres wurden drei Lehrer aus dem aktiven Dienst an der Jörg-Zürn-Gewerbeschule verabschiedet, die das Schulleben Jahrzehnte lang prägten.

Nach ihrem letzten Arbeitstag am 31.07.2008 beginnt ein „neuer Abschnitt des Lebensweges", mit eigenem Stundenplan und vielen Hohlstunden, wie Schulleiter Kurt Boch betonte. Die Fachabteilung P („Pensionäre") des Kollegiums vergrößere sich um drei Mitglieder. Alle drei verabschiedeten Berufsschullehrer stammen aus der Bodenseeregion und kehrten nach ihrer Ausbildung wieder in sie zurück.

Norbert Asprion, geboren in Neufrach, war zunächst Mechaniker im Überlinger Bodenseewerk, qualifizierte sich zum Techniker und Ingenieur und wurde Berufsschullehrer. Im September 1979 wurde er an die Jörg-Züm-Gewerbeschule in Überlingen versetzt. Er unterrichte im Metallbereich, im Berufsvorbereitungsjahr und im Holzbereich. 1993 wurde er Studienrat und 2002 Oberstudienrat. Personalrat Dr. Paul Baur hob in seiner Abschiedsrede hervor, dass Norbert Asprions erster Kontakt mit der Jörg-Züm-Gewerbeschule stattfand, als er 1961 eine Feinmechanikerlehre begann. Er hob die ruhige und besonnene Art des Lehrers Asprion hervor, der sich stets als Ingenieur im Schuldienst empfand.

Wilfried Röhrenbach aus Kippenhausen begann nach der Volksschule im Jahr 1957 eine Lehre als Bau- und Möbelschreiner. Nach Wanderjahren als Geselle und nach der Prüfung als Schreinermeister im Jahre 1969 war Wilfried Röhrenbach drei Jahre lang Leiter eine Berufsfachschule in Pakistan für die Entwicklungshilfeorganisation Misereor. 1976 wurde er Werkstattlehrer in der Jörg-Zürn- Gewerbeschule, 1979 wurde er verbeamtet und 1988 zum Technischen Oberlehrer befördert. Er war vor allem bei Glasern, aber auch bei Schreinern, Holzmechanikern und im Berufsvorbereitungsjahr eingesetzt. Personalrätin Conny Kopp hob Wilfried Röhrenbachs seelische Stabilität, seine körperliche Fitness und sein Organisationstalent hervor, er habe zwei Umzüge der Holzwerkstatt und zahlreiche technische Umstellungen mit geplant.

Im Rahmen einer Gesamtlehrerkonferenz wurden die Pensionäre Norbert Asprion (links),  Hartmut Walter (rechts) und Wilfried Röhrenbach verabschiedet. Auf dem Bild fehlt Wilfried Röhrenbach.
Bild: Schönberger

Hartmut Walter, geboren in Friedrichshafen, studierte Biologie und Chemie in Stuttgart und begann 1971 den Schuldienst in Tuttlingen, wurde aber noch als Referendar an die Jörg-Zürn-Gewerbeschule versetzt. Seither war er Lehrer für die Fächer Biologie und Chemie, von 1976 an als Studienrat, 1981 als Oberstudienrat und seit 1986 als Studiendirektor und Abteilungsleiter des Berufskollegs zur Ausbildung von biologisch-technischen Assistentinnen. Hartmut Walter hat nicht nur diese neue Schulart mit aufgebaut, sondern sich auch außerhalb des Unterrichts für seine Schüler eingesetzt, bei der Zimmersuche, Jobsuche oder bei Exkursionen. Ergänzend zu seinem pädagogischen Bemühen habe Hartmut Walter sich stets auch um Soziales und den Schutz der Umwelt gekümmert, hob sein Nachfolger Dr. Wolfram Müller hervor.

Die drei zusammen 189 Jahre alten Lehrer unterrichteten insgesamt 98 Jahre an der Jörg-Zürn-Gewerbeschule. Bewegt nahmen die verbleibenden Kollegen Abschied. Hartmut Walter betonte, dass die Jahre an der Schule eine angenehme Zeit gewesen sei. Er dankte den Kollegen, die ihn ertragen und ihn begleitet hätten. Es sei nun „an der Zeit, einen nächsten Lebensabschnitt zu beginnen".

 
 
 

Hallo Ü, 31.07.08

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