> Pressespiegel > Bericht: SÜDKURIER, 27. August 2009
 

Auch die Jungen wollen mitreden

Adrian Wiemer und Alexander Hahn schlagen Jugendgemeinderat vor

Die Gründung eines Jugendgemeinderates in Überlingen streben Jungsozialist Adrian Wiemer und der Jungliberale Alexander Hahn an. Nach Vorschlag von Wiemer soll der Jugendgemeinderat als Gremium, das von Jugendlichen an den Schulen gewählt wird, die Interessen der Jugend gegenüber der Stadt, dem Gemeinderat und der Bürgerschaft vertreten.

Überlingen - Wiemer stellt sich vor, dass sich der Gemeinderat in Fragen zu Bildung, Umwelt, Kultur, Sport und Freizeit von diesem Jugendgemeinderat beraten lässt und „möglichst dessen Beschlüsse umsetzt“. Die Wahlen für den Jugendgemeinderat sollen in zweijährigem Turnus stattfinden. Kandidieren könnten nach Wiemers Vorstellungen alle Schüler, die zwischen 14 und 21 Jahren alt sind und eine Überlinger Schule besuchen oder in der Stadt ihren Erstwohnsitz haben. Allein diese Personengruppe soll dann auch wahlberechtigt sein.

Als Anzahl der Sitze schlägt Wiemer 25 vor. „Dabei erhalten die beruflichen Schulen wie die Jörg-Zürn- Gewerbeschule, die Justus-von-Liebig-Schule und die Constantin-Vanotti-Schule insgesamt fünf Sitze.“ Außerdem sollen Realschule, Gymnasium, Wiestorschule und die Jugendlichen, die nicht auf eine Überlinger Schule gehen, jeweils fünf Sitze bekommen. Aus seiner Mitte soll der Jugendgemeinderat nach Wiemers Vorstellung einen Vorsitzenden, einen Stellvertreter und einen Kassier wählen. Er sagt: „Dieser Vorstand repräsentiert den Jugendgemeinderat gegenüber der Öffentlichkeit, der Stadtverwaltung und dem Gemeinderat. Der Vorsitzende und der Stellvertreter nehmen an den Gemeinderatssitzungen teil und haben Anhörungsrecht. Das gleiche gilt für die Ausschüsse des Gemeinderats.“ Wiemer wünscht sich, dass „Beschlüsse und Anträge des 

Adrian Wiemer und Alexander Hahn

Jugendgemeinderates vom Gemeinderat in angemessener Frist bearbeitet werden.“

Was für Alexander Hahn wichtig ist: „Ich möchte nicht, dass der Jugendgemeinderat als Alibimodell herhält und die Stadt aufgrund des Jugendgemeinderats sagt, dass sie etwas für ihre Jugendlichen tut.“ Der Jugendgemeinderat müsse auch wirklich etwas zu sagen haben und ernst genommen werden. „Ich will kein Spaßgremium und ich will was ändern können“, erklärt Hahn. Er wünscht sich für den Jugendgemeinderat einen ständigen Sitz im Ausschuss für Bildung und Kultur und die Möglichkeit, Anträge in den Gemeinderat einzubringen. „Die Jugendlichen sollen merken, dass sie tatsächlich etwas verändern können. Dann haben sie sicherlich auch Lust, sich politisch zu engagieren“, meint Wiemer. Derzeit hätten viele Jugendliche das Gefühl, abgeschoben zu werden. „Man kann den Jugendlichen nicht suggerieren, dass sie gebraucht werden, wenn man ihre Belange immer nur auf die lange Bank schiebt“, sagt er. Hahn fügt hinzu: „So kann man keine politisch interessierten und mündigen Jugendlichen schaffen.“

 
 
 

Südkurier Überlingen, 27.08.09

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