> Pressespiegel > Bericht: SÜDKURIER, 27. August 2009
 

Nicht nur Rollenspiele

Meinungen zu Jugendgemeinderat: Gemeinderäte und Oberbürgermeisterin Becker stehen einer Gründung positiv gegenüber

Überlingen - Der Idee einiger politisch engagierter junger Menschen, in Überlingen einen Jugendgemeinderat zu gründen, stehen Oberbürgermeisterin Sabine Becker und Mitglieder des Kulturausschusses positiv gegenüber. „Ich könnte mir vorstellen, dass ein Jugendgemeinderat im Kulturausschuss ein beratendes Mitglied ist und dass jährlich auf Anfrage des Jugendrates ein Treffen mit Vertretern des Gemeinderates stattfindet“, meint Sabine Becker. Außerdem würde der Jugendgemeinderat alle öffentlichen Sitzungseinladungen erhalten.

Günter Hornstein, CDU-Mitglied des Gemeinderats und des Kulturausschusses, sagt: „Grundsätzlich begrüße ich es, wenn sich die Jugendlichen aktiv am kommunalpolitischen Geschehen beteiligen.“ Und zwar vor allem vor dem Hintergrund, dass bei den Kommunalwahlen bei allen Gruppierungen eine erfreulich große Zahl junger Kandidaten festzustellen gewesen sei. „Ich stehe der Thematik offen gegenüber, ob nun ein Jugendgemeinderat oder die etwas offenere Form eines Jugendbeirates eingerichtet wird.“

Wichtig wäre ihm, gemeinsam mit den Initiatoren in einen Erfahrungsaustausch mit Städten und Gemeinden einzutreten, die schon solche Einrichtungen haben. „Man hört von positiven, aber teilweise auch von negativen Erfahrungen. Diese Erfahrungen sollten in eine endgültige Entscheidung miteinbezogen werden.“

Sibylla Kleffner (LBU) erklärt, dass die LBU für die Einrichtung eines Jugendgemeinderates schon immer offen gewesen sei. „Er wäre einerseits der direkte Draht zu den Wünschen und Vorstellungen der jungen Generation und andererseits ein Ansprech- und Diskussionspartner für uns Gemeinderäte mit unseren Problemen und Zwängen, in denen wir uns in Sachen Jugend oft befinden.“ Kleffner schlägt vor, dass die Jugendlichen sich organisieren, eine klare Satzung 

SPD-Stadtrat Oswald Burger

formulieren, und sich dann mit ihrem Konzept und  ihren Wünschen an den Gemeinderat wenden sollen.

SPD-Stadtrat Oswald Burger sagt: „Leider wurden zu wenige junge Kandidaten in den Gemeinderat gewählt.“ Und frühere Versuche einer Jugendvertretung über ein Jugendbüro seien gescheitert. „Dabei sind junge Menschen politisch interessiert und engagiert, wie sich anlässlich der Demonstration für Menschenrechte, bei Diskussionen mit Politikern in den Schulen oder bei Besuchen in Stuttgart, Berlin oder Brüssel zeigt. Junge Menschen sollen nicht nur politische Rollenspiele machen, sondern mitwirken.“

 
 
 

Eva-Maria Bast, Südkurier Überlingen, 27.08.09

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