> Pressespiegel > Bericht: SÜDKURIER, 14. Mai 2009
 

Von der Idee zum Möbelstück

Schreiner und Holzmechaniker der Überlinger Jörg-Zürn-Gewerbeschule zeigen Projekte

Überlingen - Was für ein Möbelstück baue ich aus einem wenig ansprechenden Korpus aus schwarzen Holzplatten mit vorgegebenen Maßen? Wie schaffe ich daraus ein schönes Stück, das zugleich Designkunstwerk und praktischer Alltagsgegenstand ist? Mit diesen Fragen haben sich in den zurückliegenden Monaten rund 20 Schreiner und Holzmechaniker des dritten Lehrjahrs an der Überlinger Jörg-Zürn-Gewerbeschule bei einer Projektarbeit beschäftigt. Sie ist zugleich die letzte Vorbereitung auf die Anfertigung des Gesellenstücks und wurde jetzt von den angehenden Gesellen präsentiert.

Die Schreiner und Holzmechaniker hatten ein Möbel herzustellen, das ein schließbares Fach und eine Schublade enthalten sollte. Sie sollten es in das jeweilige Möbelstück, das die Schüler selbst zu entwerfen hatten, integrieren. Dabei hatten sie die Möglichkeit, unter Leitung der Lehrer Karl Barth, Hubert Gobs und Erich Ruh in den Werkstätten der Gewerbeschule mit den von der Schule gestellten Maschinen und Materialien ihre Ideen und Entwürfe zu realisieren.

Die vorgestellten Möbel waren allesamt originell und hatten einen unverkennbaren, eigenen Stil. Sowohl in der Funktion (Nacht- und Telefontisch, Bücherschränkchen, Hifi-Regal oder Pokaltrophäen-Schrank) als auch in der vorgesehenen Verwendung (zum Hängen, Stellen, an der Wand oder im Raum) oder im Aussehen (schlicht bis kompliziert, minimalistisch bis verschnörkelt) unterschieden sich die Produkte voneinander. Die Schüler arbeiteten verschiedenste Materialien mit ein; auch mit Farben und Lichteffekten wurde gespielt, um den persönlichen Anforderungen an die Optik des Möbelstücks gerecht zu werden.

Schließlich werden die Arbeiten in Zukunft das eigene Zimmer oder die eigene Wohnung schmücken. Bei der Vorstellung ihrer Arbeiten berichteten die Schüler ihren Klassenkameraden und Lehrern, wie ihnen die Idee zu ihrem Möbelstück gekommen war, mit welchen Problemen sie beim Bau zu kämpfen hatten und wie sie sie letztlich gelöst haben.

Süleyman Yildiz ist einer der angehenden Schreiner und Holzmechaniker an der Jörg-Zürn-Gewerbeschule, der seine Projektarbeit präsentierte.
Bild: Kleinstück

Durch das seit zwölf Jahren vorhandene Angebot der Jörg-Zürn-Schule konnten die Schüler ihre  Kreativität erstmals richtig ausleben. Nach ersten räumlichen Skizzen und eventuell einem Modell folgten Konstruktionszeichnungen, die Zusammenstellung einer Materialliste und schließlich die praktische Umsetzung. Am meisten Schwierigkeiten bereitete den Schülern das Entwerfen, so Ruh. Er beschrieb die Herstellung des Projektmöbels als „beste Vorbereitung“ auf das Gesellenstück, das die Schüler zum Ende des dritten Lehrjahrs abliefern müssen. „Mit am wertvollsten für die Schüler war es, dass sie ihre eigenen Erfahrungen machten“, so Ruh.

      
 
 
 

Holger Kleinstück, Südkurier Überlingen, 14.05.09

nach oben