> Pressespiegel > Bericht: SÜDKURIER, 20. Juli 2010
 

Die Saat trägt viele Früchte

Berufskolleg für Biologisch-Technische Assistenten an der Jörg-Zürn-Gewerbeschule besteht seit 30 Jahren

ÜberlingenDie Verabschiedung seiner 34 Absolventen verband das Berufskolleg für Biologisch-Technische Assistenten (BTA) an der Jörg-Zürn-Gewerbeschule zugleich mit der Feier des 30jährigenBestehens dieses Ausbildungsgangs. Der hat sich mittlerweile deutlich verändert, sich in zwei verschiedene Zielrichtungen differenziert, ist aber nach wie vor ein ausgezeichnetes Fundament für die berufliche Orientierung und viel versprechend auf dem Arbeitsmarkt.

"Der 30. Jahrgang wird entlassen. Das ist schon ein denkwürdiger Moment", erklärte Schulleiter Kurt Boch, der an die Ursprünge der Ausbildung erinnerte und einen kurzen Ausblick in die Zukunft gab. Willkommen heißen konnte er dazu unter anderem seinen Vorgänger Eberhard Pross sowie mehrere Wegbereiter und Begleiter des BTA-Berufskollegs.

Als Pioniere nannte Boch den Biologen Hartmut Walter und seinen Partner, den sehr früh verstorbenen Ognian Serafimov, die gemeinsam das Programm für den ersten Modellversuch im Jahr 1978 entwickelt hatten. Sie hätten bewusst Neuland betreten, um insbesondere für Mädchen und Realschulabsolventinnen ein lohnendes Ausbildungsziel anbieten zu können. Zuvor hätten sie sich an Universitätsinstituten und in Betrieben der pharmazeutischen Industrie, um ein Anforderungsprofil erstellen zu können.

Voraussetzung seien zahlreiche Umbauten von Klassenzimmern zu Labors gewesen. Neben dem Landkreis als Schulträger habe auch die damalige Firma Bodenseewerk Perkin Elmer viel beigetragen. Mit zwei Kursen zu je 24 Plätzen war das Berufskolleg 1980 als offiziell anerkannte Ausbildung zu Biologisch-Technischen Assistenten gestartet. Wie schnell das Interesse daran wuchs, illustrierte Boch ebenfalls. Schon 1984 habe es mehr als 300 Bewerbungen dafür gegeben.

Inzwischen ist mit dem Schwerpunkt Bioinformatik und Mikrobiologie ein zweiter Zweig geschaffen worden, der seit 2001 ebenfalls auf große Resonanz stößt. „Viele Lehrer kommen aus der Forschung an Universitäten oder aus der  Wirtschaft", unterstrich Boch das hohe fachliche Niveau der Ausbildung. Das ist umso wichtiger als

Konnten zufrieden auf das 30jährige Bestehen des Berufskollegs für Biologisch- Technische Assistenten zurückblicken (v.l.): Gerhard Wachter (Freunde der Jörg-Zürn-Gewerbeschule), Wolfram Müller (Abteilungsleiter), Ex-Schulleiter Eberhard Pross, Festredner Diethard Baron (FH Weihenstephan) und Schulleiter Kurt Boch.
Bild: Walter

den Pionieren inzwischen an vier weiteren Standorten im Land Konkurrenz erwachsen ist, wo die Überlinger Schule lange ein Alleinstellungsmerkmal hatte. Mehr denn je ein wichtiger Standortfaktor sei das Wohnheim für die Schüler, das nachlangen Bemühungen mit der „Herberge" in der Obertorstraße entstanden sei, betonte Boch. Nicht mehr wegzudenken sei diese Unterkunft inzwischen für die Schule mit ihrem großen Einzugsgebiet.

Auch die aktuellen Absolventen des Berufskollegs kamen aus ganz Baden-Württemberg. Neue Wege geht die Schule auch wieder, wenn sie die benachbarte Justus-von-Liebig-Schule als Kooperationspartner bei deren Einrichtung eines Biotechnologischen Gymnasiums unterstützt.

Auch Abteilungsleiter Wolfram Müller dankte allen Vorgängern und Kollegen für das Engagement zugunsten des Berufskollegs. Mit Kompetenz und viel Enthusiasmus hätten sie das Projekt stets vorangetrieben und neu justiert. Dafür zollte Müller den Wegbereitern und Mitstreitern großen Respekt. Der Landkreis als Schulträger habe inzwischen mehr als eine Million Euro in das Berufskolleg investiert, sagte Müller, damit das Ausbildungsniveau gehalten werden könne. Rund 1200 Absolventen hätten diese Chance inzwischen genutzt und die fachlich und zeitlich hohen Anforderungen erfüllt. Müller: „Wenn, sie das durchstehen; sind sie auch richtig fit."


> Die Ausbildung: Voraussetzung für das Berufskolleg für Biologisch-technische Assistenten ist der mittlere Bildungsabschluss. Die Ausbildung dauert zwei Jahre. Die beiden verschiedenen Schwerpunkte sind „Biologie und Biotechnologie" sowie „Bioinformatik und Molekularbiologie".

> Orientierungshilfe: Wer gerne am Computer arbeitet und sich für Bereiche wie Genforschung, Gentechnologie und molekulare Biologie interessiert, sollte sich für den Schwerpunkt „Bioinformatik und Molekularbiologie" entscheiden.

> Schwerpunkt: Für die Schüler, die mehr Zeit mit der eigentlichen Laborarbeit verbringen möchten und weniger Interesse für die Arbeit am Computer haben, bietet das BK den Schwerpunkt „Biologie und Biotechnologie" an.

 
 
 

Hanspeter Walter, Südkurier Überlingen, 20.07.10  

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