> Pressespiegel > Bericht: SÜDKURIER, 19. August 2010
 

Völkerverständigung am Soldatengrab

Internationale Jugendbegegnung der Jörg-Zürn-Gewerbeschule in Sandanski/Bulgarien

Überlingen/Sandanski (mb) Arbeit für den Frieden: Das mehrsprachige Motto auf den T-Shirts von Jugendlichen gehört in Sandanski/Bulgarien mittlerweile zum sommerlichen Straßenbild. Zum zehnten Mal pflegten Schüler der Jörg-Zürn- Gewerbeschule Überlingen unter der Leitung von Hubert Gobs zusammen mit bulgarischen Jugendlichen über zwei Wochen die Gräber deutscher Soldaten in Sandanski, Marinopole, Petric, Roshen und Goce Delcev.

Bei schweißtreibenden 40 Grad mussten die Grabplatten gründlich gereinigt und die Schriftzüge erneuert werden. Auf einem abgelegenen Fliegergrab nahe des Roshen-Klosters standen Rodungsarbeiten an.

Die Jugendbegegnung in Zusammenarbeit mit dem Volksbund Deutscher Kriegsgräberfürsorge hatte als Ziel eine aktive Friedensarbeit. Als Unesco- Projektschule sieht sich die Jörg-Zürn- Gewerbesehule in besonderer Weise verpflichtet. Begegnungen mit Zeitzeugen, Workshops und viel Austausch im Alltag sind deshalb eine wichtige Ergänzung zu den Arbeitseinsätzen.

Die Abschlussveranstaltung auf dem Soldatenfriedhof in Sandanski stand im Zeichen der zehnjährigen freundschaftlichen Begegnung zwischen Überlingen, Sandanski und Varna. Anwesend war auch eine Delegation der deutschen Botschaft in Sofia. Hubert Gobs hob besonders die Unterstützung von Ludmilla Karaimanova hervor, die sich um die Logistik vor Ort kümmert.

Plamena Petkova und Mario Grötzinger beim gemeinsamen Unkrautentfernen.

Auch nach zehn Aufenthalten gibt es neue Aufgaben und Ziele. In den kommenden Jahren soll der „Friedenspfad" auf der Strecke durch den Pirin-Nationalpark nach einem neuen Konzept ausgeschildert werden. Bereits 1999 hatten die Überlinger unter dem Eindruck der damaligen Kriege auf dem Balkan mit der Route ein Zeichen für die Völkerverständigung gesetzt.

Nicht alle Grabstellen in Bulgarien sind bislang erfasst. Nach Auskunft von Zeitzeugen sollen auch am Vichren, mit über 2900 Metern höchster Gipfel des Gebirgszugs, deutsche Soldaten ums Leben gekommen sein. Das Einrichten und Pflegen einer würdigen Grabstätte wäre in diesem Gelände Pionierarbeit.

 
 
 

Südkurier Überlingen, 19.08.10  

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