> Pressespiegel > Bericht: SÜDKURIER, 18. August 2010
 

Marsch für die Freundschaft

Hubert Viellieber wandert nach Tirol

Frickingen – Mit Wandern hat Hubert Viellieber normalerweise nicht viel zu tun. Trotzdem machte sich der 67-Jährige auf einen 250 Kilometer langen Fußmarsch in die Tiroler Gemeinde Fiss. 

Die 50-jährige Freundschaft zwischen den Musikvereinen Frickingen und Fiss war der Grund für diesen Marsch, den der seit einigen Jahren in Überlingen wohnhafte Hubert Viellieber ganz allein auf sich genommen hat. Jahrzehnte lang hatte er aktiv der Musikkapelle Frickingen angehört.

Den Rucksack hat Viellieber nur mit dem Nötigsten gepackt. „Den musste ich schließlich 13 Tage auf dem Rücken tragen“, erläutert er. Das Wertvollste darin ist neben seinem Tagebuch die Freundschaftsurkunde. Die will der 67-Jährige dem befreundeten Musikverein im Tiroler Fiss überreichen. Viellieber: „Ich wollte mit der 250 Kilometer-Wanderung den Kollegen in Fiss zeigen, wie viel sie und ihre Freundschaft uns bedeuten.“

Gestartet ist Hubert Viellieber in Frickingen. Der Weg führt über Stock und Stein, Wiese und Landstraße. Um 21 Uhr erreicht er im strömendem Regen sein erstes Ziel: Meckenbeuren. Rund zwölf Stunden später setzt er seinen Fußmarsch fort nach Bregenz. Einen halben Tag später und äußerst müde erreicht Viellieber sein Ziel dieser Etappe. „Meine Muskeln sind ganz schön müde, ich freu' mich auf die Dusche und ein gutes Abendessen“, schreibt er in sein Tagebuch.

Einige Tage später ist Hubert Viellieber dann auf 1269 Höhenmetern bei Schröcken im Bregenzerwald. Immer mehr setzt dem 67-Jährigen die Wanderung zu. Doch den Mut verliert er nicht. Nette Menschen, die er unterwegs trifft, schreiben aufmunternde Worte in sein Reise-Tagebuch. „Ein Wandersmann kam müd' hier an, um neue Kraft zu sammeln. Heut' ist er wieder fit und weiter geht's mit frohem Schritt“, formuliert Kathrin Heidecke aus Schröcken. Schritt für Schritt nähert sich Hubert Viellieber seinem Ziel. Er überquert später dann den Arlbergpass, erreicht Landeck und weiter geht es über Prutz nach Ried. Danach erfolgt der Anstieg hinauf ins 1438 Meter hoch gelegene Fiss. „Das Schlimmste war der dauernde Regen und auch einmal der Schnee, die mir wirklich zugesetzt haben“, erinnert sich Hubert Viellieber. Kurz vor Fiss erwarten ihn bereits seine Kollegen des Musikvereins Frickingen, mit denen er dann die letzten Schritte gemeinsam gegangen ist. „Die sind aber mit dem Auto gekommen“, sagt er schmunzelnd. Oben in Fiss angelangt, gibt es

Hubert Viellieber unterwegs zu Fuß nach Fiss in Tirol, um den befreundeten Musikkollegen eine Freundschaftsurkunde zu überreichen. Das Bild entstand bei Schröcken im Bregenzerwald.
In Fiss angekommen: Josef Katrein von der Musikkapelle Fiss begrüßt Hubert Viellieber.

nicht nur schöne Klänge der Vereinsfreunde, sondern auch eine ordentliche Stärkung und sogar ein kleines Fest für den tapfereren Marschierer. Einen Tag Ruhe hat sich Hubert Viellieber nach seiner anstrengenden Wanderung verdient. „Belohnt wurde ich mitten im Sommer bereits am nächsten Morgen mit einem Ausblick, den man in Frickingen im Sommer so nicht hat: 20 Zentimeter Neuschnee, der die Berge in weiß verhüllt“, erinnert er sich. Doch alles Schöne hat ja nun mal ein Ende – und so auch der Ausflug von Hubert Viellieber. Zurück nach Frickingen geht es aber nicht zu Fuß, sondern ganz bequem im Auto.

 
 
 

Südkurier Überlingen, 18.08.10  

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